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Energiewende EU treibt Rohstoff-Allianz zwischen Investoren, Staaten, Regionen und Investitionsbank voran

Die EU will den wachsenden Bedarf an 30 Rohstoffen sichern, die sie als kritisch für die eigene Industrie betrachtet. So soll die Abhängigkeit von Ländern wie China verringert werden.
03.09.2020 Update: 03.09.2020 - 20:09 Uhr 1 Kommentar
EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton will die Abhängigkeit bei Seltenen Erden von China schleunigst verringern. Quelle: dpa
EU-Kommission zu Rohstoffstrategie

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton will die Abhängigkeit bei Seltenen Erden von China schleunigst verringern.

(Foto: dpa)

Brüssel Um die Klima-, Energie und Digitalwende in Europa zu schaffen, sind seltene Rohstoffe unabdingbar. Dazu kündigte die EU-Kommission an diesem Donnerstag eine Rohstoff-Allianz zwischen Investoren, Mitgliedsländer, Regionen und der Europäischen Investitionsbank an.

Sie will damit kritische Rohstoffe wie beispielsweise Lithium, welches für die Batterien von Elektroautos genutzt wird, langfristig sichern. „Wir können es uns nicht leisten, uns vollständig auf Drittländer zu verlassen - für einige Seltene Erden sogar auf nur ein Land“, sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton.

„Durch Diversifizierung des Angebots von Drittländern und die Entwicklung der eigenen Kapazitäten der EU zur Gewinnung, Verarbeitung, Wiederverwertung, Raffination und Trennung von Seltenen Erden kann die EU widerstandsfähiger und nachhaltiger werden“, ist sich der frühere France Telecom-Chef sicher.

„Es ist klar, dass wir unser Verhältnis zu kritischen Rohstoffen ändern müssen“, sagte Kommissions-Vizepräsident Maros Sefcovic. „Heute ist Europa bei Rohstoffen im hohen Maß von wenigen Nicht-EU-Ländern abhängig.“

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    Ziel der Rohstoff-Allianz ist, den Import von kritischen Rohstoffen aus den Erzeugerländern zu diversifizieren, den eigenen Anteil zu erhöhen und durch effektive Wiederverwendung zu sichern. Damit soll der Übergang zu einer grünen und digitalen Wirtschaft vorangetrieben werden, aber ohne Unternehmen und Branchen zu gefährden.

    30 kritische Rohstoffe

    Die Kommission hat eine Liste mit 30 kritischen Rohstoffen erstellt, um die Versorgung der Industrie mittel- und langfristig zu garantieren. Vor neun Jahren waren es hingegen bloß elf. Nun wurden erstmals Bauxit, Lithium, Titan und Strontium in die Liste aufgenommen. Helium sei zwar weiterhin ein Problem angesichts Angebotskonzentration, werde jedoch wegen seines Bedeutungsverlusts von der Liste gestrichen.

    Die Zeit zum Handeln drängt aus Brüsseler Sicht. Denn laut Kommissionvize Sefcovic wächst beispielsweise der Bedarf an Lithium innerhalb der nächsten zehn Jahren um das 18-fache. Bis 2050 steige die Nachfrage bereits um das 60-fache.

    „Wir können es nicht zulassen, die derzeitige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch eine Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu ersetzen“, warnt der aus der Slowakei stammende Politiker.

    „Wir werden daher eine starke Allianz aufbauen, um gemeinsam von einer hohen Abhängigkeit zu einer diversifizierten, nachhaltigen und sozial verantwortlichen Beschaffung, Umlauf und Innovation überzugehen.“

    Derzeit ist die EU in einer schwierigen Ausgangssituation. 98 Prozent der in der EU verwendeten Seltenen Erden kommen nach Kommissionsangaben beispielsweise aus China. 71 Prozent des benötigten Platins kommen aus Südafrika.

    Im Europaparlament kommt die neue Rohstoff-Strategie der Kommission entsprechend gut an. „Wir werden unsere ambitionierten Pläne nur dann umsetzen können, wenn wir unsere Rohstoff-Autonomie ausbauen und auf Innovation, beispielsweise im Recycling von seltenen Rohstoffen setzen“, sagte Angelika Niebler (CSU), Co-Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, zum nun vorgestellten Aktionsplan. „Die beiden Schlüsselstrategien der EU für die kommenden Jahre - der ,Grüne Deal‘ und ,Ein Europa für das digitale Zeitalter‘ - sind ohne kritische Rohstoffe nicht zu machen. Man denke beispielsweise an Batterien für die E-Mobilität oder seltene Erden, die zur Fertigung von Supercomputern gebraucht werden.“

    Ziel der neuen Rohstoff-Strategie ist es, über neue Partnerschaft mit Ländern weitere Quellen anzuzapfen und gleichzeitig die sozialen und ökologischen Standards beim Abbau der Rohstoffe zu verbessern. Die ersten Pilotprojekte mit afrikanischen Ländern und Kanada sollen bereits im nächsten Jahr starten.

    Eine wichtige Rolle spielt auch das Recycling gemäß des Green Deals der EU. Ziel ist die Klimaneutralität von Europa bis 2050. Die Kommission hat am Donnerstag angekündigt, bis Ende nächsten Jahres nachhaltige Finanzierungskriterien für Verwertungsprojekte entwickeln zu wollen. Kritische Rohstoffe sind nicht nur für Elektroautos, sondern auch für Windkraft- und Solaranlagen wichtig.

    Einheimische Beschaffung von Rohstoffen stärken

    Wenn es zu Lieferengpässen kommt, drohen die ehrgeizigen Ziele des Green Deals nicht erreicht zu werden. Das Recycling in der EU verläuft bislang sehr unterschiedlich und wirtschaftlich nicht besonders sinnvoll.

    Während beispielsweise Zink, Eisen oder Platin zur Hälfte wieder recycelt werden, spielt die Wiederverwendung bei Seltenen Erden oder den Metallen Indium oder Gallium laut Kommission keine nennenswerte Rolle. Außerdem will die EU-Kommission die einheimische Beschaffung von Rohstoffen stärken.

    Dazu will Brüssel mit allen 27 Mitgliedsländern kooperieren, um zukunftsfähige Bergbau- und Weiterverarbeitungsprojekte zu ermitteln, um sie bis 2025 in Betrieb zu nehmen. Laut EU-Kommission liegt dabei ein besonderer Schwerpunkt auf die europäischen Kohlebergbauregionen.

    Über das Förderprogramm Horizon und andere Programme sollen bereits im nächsten Jahr insbesondere Forschung und Entwicklung finanziell gefördert werden. Was in der EU an Rohstoffen vorhanden ist, wie beispielsweise Kupfer und Zink soll in Zukunft gezielter abgebaut werden. Auch soll die Exploration seltener Rohstoffe in der EU unterstützt werden.

    Bereits gegründet ist eine europäische Batterien-Allianz. Deren Ziel ist es, bereits in fünf Jahren 80 Prozent des benötigten Lithiums in der EU aus einheimischen Quellen zu beziehen. Noch ist Europa bei der Versorgung seltener Rohstoffe extrem von einzelnen Ländern abhängig. 78 Prozent des Lithiums stammt nach Kommissionsangaben aus Chile. Andere Beispiele sind Kobalt und Bauxit, bei denen 68 Prozent aus dem Kongo und zu 64 Prozent aus Guinea kommen. Magnesium in der EU wird zu 93 Prozent aus China importiert.

    Mehr: Seltene Erden: Australien rüttelt an Chinas Dominanz

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    1 Kommentar zu "Energiewende: EU treibt Rohstoff-Allianz zwischen Investoren, Staaten, Regionen und Investitionsbank voran"

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