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Entlassung von Mira Ricardel First Lady mit Vorrang – Melania Trump lässt ranghöchste Frau in US-Regierung feuern

Die Gattin des Präsidenten mischt in der Personalpolitik des Weißen Hauses mit. Als Entlassungsgrund reicht offenbar schon Streit mit der First Lady.
Update: 15.11.2018 - 02:50 Uhr Kommentieren
Die Ehefrau des US-Präsidenten hat eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses feuern lassen – ohne ihr persönlich begegnet zu sein. Quelle: AP
Donald und Melania Trump

Die Ehefrau des US-Präsidenten hat eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses feuern lassen – ohne ihr persönlich begegnet zu sein.

(Foto: AP)

Düsseldorf, Cleveland Schon vor fast 20 Jahren bereitete sich Melania Trump auf ihr Amt vor – modisch zumindest. 1999 war sie erst ein Jahr mit Donald Trump zusammen. Der New Yorker Geschäftsmann sprach seinerzeit zum ersten Mal von einer möglichen Kandidatur für das Weiße Haus. Nach ihrer Rolle der First Lady gefragt, antwortete Melania Knauss – so ihr Name vor der Heirat 2005 – damals: Sie wolle „sehr traditionell sein, wie Betty Ford oder Jackie Kennedy“.

Die Ehefrauen von den US-Präsidenten Gerald Ford und John F. Kennedy stachen durch Zurückhaltung und elegant-modische Kleidung heraus. Melania zog sich zwar ähnlich wie ihre Vorbilder an. Aber anders als Ford und Kennedy mischt sie kräftig in der Personalpolitik mit.

Auf Betreiben von Melania Trump muss nun die ranghöchste Frau in der US-Regierung, Mira Ricardel, ihren Hut nehmen. Die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin hatte sich anscheinend kürzlich bei der Afrikareise mit der First Lady angelegt. Es ging um organisatorische Fragen wie die Sitzplatzverteilung im Flugzeug.

Auch soll sie negative Geschichten über die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump in Umlauf gebracht haben. „Es ist die Auffassung des Büros der First Lady, dass sie es nicht länger verdient, für das Weiße Haus zu arbeiten“, sagte Stephanie Grisham, Kommunikationschefin von Melania Trump.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, bestätigte die Personalie am Mittwochabend. Ricardel werde das Weiße Haus verlassen und eine „neue Rolle“ innerhalb der Administration übernehmen, teilte sie in Washington mit. Der US-Präsident sei dankbar für Ricardels fortdauernden Dienst.

„You’re fired“ hat Konjunktur

Eine harsche Entscheidung: Die beiden sind sich persönlich nie begegnet. Aber es spricht Bände über die chaotische Personalpolitik im Weißen Haus von Donald Trump, in dem nach der Kongresswahl wieder der Slogan aus seiner Reality-Show „The Apprentice“ Konjunktur zu haben scheint: „You’re fired“ galt schon für Justizminister Jeff Sessions.

Nun melden mehrere US-Medien, dass auch Trumps Stabschef John Kelly vor der Ablösung stehen könnte. Kelly, ein ehemaliger Marinegeneral, sollte nach dem Chaosregime von Steve Bannon eigentlich Ordnung in die Regierung bringen. Auch Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen soll auf Trumps Abschussliste stehen.

Trump hat in seinen nicht einmal zwei Jahren im Amt schon etliche Mitarbeiter entlassen. Eines steht fest: Sicher fühlen im Weißen Haus können sich nur Familienmitglieder. „Das mag Vetternwirtschaft sein“, sagte Trump vergangene Woche in Ohio, als er seine Tochter Ivanka bei der Wahlkampfkundgebung einführte.

Die als Scherz gemeinte Bemerkung birgt einiges an Wahrheit in sich. Ob Minister, Sicherheitsberater oder Pressechefs – alle Positionen werden und wurden ausgetauscht, Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders ist sogar schon die Drittbesetzung. Aber Tochter Ivanka, Schwiegersohn Jared Kushner und natürlich Ehefrau Melania sind sakrosankt.

Diese Unantastbarkeit ist besonders problematisch, wenn die anderen Trumps selbst politische Ambitionen zeigen. Ivanka und Jared etwa sollen schon mit Ex-Stabschef Bannon regelmäßig aneinandergeraten sein, auch die Beziehung zu Kelly soll nicht einfach sein, berichten Insider.

Dass der Präsident seinen politisch völlig unerfahrenen Schwiegersohn zudem zum Sonderbeauftragten für so unterschiedliche Probleme wie die in den USA grassierende Schmerzmittelsucht und die Lösung des Nahostkonflikts erklärt hat, bringt den selbstbewussten Kushner in Konflikt mit anderen Regierungsmitgliedern.

Im Gegensatz zu ihrer Stieftochter gilt die First Lady, ein Ex-Model, bislang als politisch eher desinteressiert. In den ersten Monaten der Trump-Präsidentschaft weigerte sie sich sogar, nach Washington umzuziehen. Außer einer eher belächelten Initiative gegen Hass im Internet tritt sie wenig mit eigenen Themen in Erscheinung. Sollte sie sich nun auch häufiger in die Regierungsgeschäfte einmischen, dürften sich die Konflikte zwischen Familie und Kabinett potenzieren.

First Lady fühlt sich „schlecht behandelt“– Trump feuert Sicherheitsberaterin

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