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Epidemie Das Coronavirus droht Japans Wirtschaft zu infizieren

Schon im vergangenen Quartal schrumpfte Japans Wirtschaft stärker als erwartet. Jetzt bedroht die Virusepidemie den erhofften Aufschwung. 
17.02.2020 - 15:44 Uhr Kommentieren
In Japan geht die Angst vor dem Coronavirus um. Die Pendler in Tokio tragen deshalb Atemschutzmasken. Quelle: AFP
U-Bahn in Tokio

In Japan geht die Angst vor dem Coronavirus um. Die Pendler in Tokio tragen deshalb Atemschutzmasken.

(Foto: AFP)

Tokio In Japan wächst nach einem überraschend starken Einbruch der Wirtschaft im vergangenen Quartal das Risiko einer Rezession. So fiel das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2019 schon unerwartet stark um 1,6 Prozent kleiner aus als in den drei Monaten zuvor. Die Volkswirte hatten im Schnitt nur ein Minus von einem Prozent erwartet.

Doch ein starker Taifun und der Wirtschaftskrieg zwischen China und USA verstärkten die negativen Effekte einer Mehrwertsteuererhöhung auf den Konsum noch. Die Japaner gaben gleich drei Prozent weniger als im Vierteljahr zuvor aus, ein großer Wert. Doch nun könnte der Ausbruch des Coronavirus in China auch die erwartete Erholung verzögern. 

Bisher gingen die Volkswirte generell davon aus, dass die Japaner bereits in diesem Quartal den Steuerschock überwinden würden. Doch die USB Securities ist eines einer wachsenden Zahl von Finanzinstituten, die nun auch für das laufende Quartal einen Rückgang vorhersagen. Denn es sind nicht nur die zahlungskräftigen Touristen aus China ausgeblieben, die bisher ein wichtiger Motor der Binnennachfrage waren.

Auch die Produktion von Autos und anderen Produkten stagniert, weil Bauteile aus China fehlen oder die dortige Nachfrage einbricht. Auch der Ökonom Jesper Koll warnt daher: „Eine technische Rezession, also zwei schrumpfende Quartale in Folge, sind sehr wahrscheinlich.“ 

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    Allerdings ist das noch das positive Szenario. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Daiwa warnt inzwischen sogar, dass Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei einer Ausweitung der Epidemie das erste Mal seit der Katastrophentrinität aus Megaerdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe im Jahr 2011 im gesamten Jahr schrumpfen könnte. Denn ausbleibende Touristen, fallende Exportproduktion und negative Einflüsse auf die globale Lieferkette könnten in ihren Augen mehr als ein Prozent des BIP kosten. 

    Das Problem: Japan startete schon mit niedrigen Prognosen ins neue Jahr und hat daher nur einen kleinen Puffer gegen neue Schocks. So senkte die Kreditbewertungsagentur Moody’s ihre Wachstumsprognose für Japan im Jahr 2020 bereits um 0,1 Prozentpunkte auf 0,3 Prozent.

    Das Abwärtsrisiko wird größer

    Nur gehen Moody’s Ökonomen dabei davon aus, dass sich Chinas Wirtschaft bereits im kommenden Quartal normalisiert. Aber sie waren: „Das Abwärtsrisiko könnte groß werden, falls das Coronavirus pandemische Ausmaße annimmt.“

    Chinas Wachstum könnte in dem Fall von knapp unter sechs auf vier Prozent fallen. Schon in diesem Fall erwartet Moody’s, auch für viele andere Volkswirtschaften die Wachstumsaussichten nach unten zu korrigieren. Und es gibt Zeichen, dass der Teufelskreis aus Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit und den psychologischen Folgen bereits begonnen hat. 

    Singapurs Regierung senkte ihre Wachstumsprognose schon um einen Prozentpunkt und erwartet nur eine Entwicklung von minus 0,5 bis plus 1,5 Prozent. Die jüngsten Entwicklungen in Japan und Südkorea schüren inzwischen die Sorge, dass auch in den beiden ostasiatischen Industrieländern die pessimistischen Szenarien wahr werden könnten.

    So verzeichnete Japan bereits vorige Woche die ersten Infizierten, die sich nicht in China oder bei chinesischen Touristen angesteckt hatten. Am Montag folgte Südkorea mit einem ähnlichen Befund. Japans Gesundheitsminister Katsunobu Kato warnte daher bereits am Sonntag, dass nun in Japan eine neue Phase beginne, nämlich die Ausbreitung des Virus im Land selbst.

    Coronavirus: „Die aktuelle Zahl der Infizierten könnte nur die Spitze des Eisbergs sein“

    Die Regierung verschiebt den Fokus bereits vom Grenzschutz auf die Bewältigung einer Infektionswelle. Am Montag erließ sie erste Regeln, um bei einer Massenansteckung die Behandlung von schweren Krankheitsfällen zu gewährleisten. Außerdem empfahl sie ihren Bürgern, nicht notwendige Menschenansammlungen zu vermeiden.

    Ökonomen erwarten zudem, dass die Regierung auch ihr Konjunkturprogramm aufstocken wird, mit dem sie bisher die Konjunktur von den negativen Folgen der Mehrwertsteuererhöhung heilen wollte. 

    Mehr: Japans Notenbank signalisiert Handlungsbereitschaft wegen des Virus

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