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Krankenhaus in Yueyang

In den betroffenen Regionen wurden strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

(Foto: Reuters)

Epidemie in China Ausbruch des Coronavirus: Die Nachrichtenlage im Überblick

Die Zahl der Infektionen ist am Dienstag in China sprunghaft gestiegen. In Deutschland sind die ersten Fälle bekannt geworden. Die Lage im Überblick.
28.01.2020 - 22:08 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Seit Dienstag sind in Deutschland die ersten Erkrankungen mit dem Coronavirus bestätigt. Alle vier Infektionen sind im Umfeld des Automobilzulieferers Webasto aufgetreten. Dort hatte eine Kollegin aus Schanghai das Virus von ihren Eltern aus der stark betroffenen Stadt Wuhan an die deutschen Mitarbeiter weitergegeben.

Den Betroffenen in Bayern geht es den Umständen entsprechend gut, dem ersten Patienten sogar „sehr gut“. Derzeit werden alle Kontaktpersonen ermittelt, getestet und gegebenenfalls stationär im Krankenhaus isoliert.

Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind – die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist am Dienstag sprunghaft auf mehr als 4500 gestiegen. Dutzende Millionen Menschen stehen in der betroffenen Region in China praktisch unter Quarantäne. Unseren Newsblog finden Sie hier.

Die wichtigsten Entwicklungen zum Verlauf der Epidemie im Überblick:

  • In Deutschland sind nunmehr vier Fälle des Coronavirus bestätigt, auch in Frankreich sind inzwischen vier erkrankte Personen vermeldet. Der neueste Fall dort ist ein älterer chinesischer Tourist, dessen Zustand als kritisch beschrieben wird. In den USA traten bisher keine neuen Fälle auf.
  • Nach dem von Erkrankungsfällen betroffenen Zulieferer Webasto haben auch BMW, Thyssen-Krupp und Volkswagen vorerst ein Reiseverbot nach China, vor allem in die betroffenen Regionen, eingeschränkt oder untersagt.
  • Aus Angst vor einer weltweiten Ausbreitung empfahl die Regierung in Peking am Dienstag allen Chinesen, von Auslandsreisen vorerst abzusehen. „Wenn keine besondere Notwendigkeit besteht, wird empfohlen, den Zeitpunkt der Reise zu verschieben“, mahnte Chinas Verwaltung für die Einreise und Ausreise.
  • Hongkong will seine Grenze zur Volksrepublik weitgehend dichtmachen. Alle Zug- und Fährverbindungen werden von Donnerstag um Mitternacht an gekappt. Auch in Taiwan wurden inzwischen Fälle bestätigt.
  • Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die chinesischen Aktivitäten seit Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit gelobt. „Wir schätzen, wie ernst China den Ausbruch nimmt, besonders das Engagement der höchsten Führung“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Peking. China werde auch WHO-Experten ins Land lassen.
  • Zwei Flugzeuge sollen Hunderte EU-Bürger aus der Region in China herausholen, die am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Die erste Maschine soll nach Angaben der EU-Kommission am Mittwochmorgen in Frankreich starten und etwa 250 Franzosen nach Hause fliegen. Das zweite Flugzeug solle im Laufe der Woche folgen und mehr als 100 Europäer aus anderen EU-Ländern heimbringen.
  • Die internationale Reisemesse ITB stellt bisher keine Verunsicherung von Ausstellern für das Branchentreffen Anfang März wegen des Coronavirus fest. „Bislang hat niemand Bedenken geäußert, oder seine Teilnahme abgesagt“, sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. Die ITB sei mit etwa 10.000 Ausstellern ausgebucht. Davon hätten insgesamt 0,6 Prozent aus Festlandchina, Hongkong, Macao und Taiwan zugesagt.
  • Die Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks zeigten sich über das Lob der WHO zu den Maßnahmen Chinas zur Seucheneindämmung erleichtert.

Was Sie sonst noch wissen sollten:

Spanische Behörden haben Einwohner in Andalusien mit Blick auf ein Trainingslager der Fußball-Mannschaft Wuhan Zall beruhigt. Das Team aus der chinesischen Super League stammt aus der Region, die besonders vom neuen Coronavirus betroffen ist. Den Angaben der spanischen Behörden zufolge befand sich die Mannschaft aber bereits seit dem 2. Januar nicht mehr in Wuhan. Sie habe sich stattdessen in Guanghzou - rund 1000 Kilometer entfernt - vorbereitet.

Die US-Fluggesellschaft United Airlines streicht vom 1. bis zum 8. Februar einige Flüge zwischen den USA und Peking, Hongkong und Schanghai. Grund sei „ein signifikanter Rückgang der Nachfrage“, heißt es in einer Erklärung. Betroffen sind 24 Flüge. Die US-Seuchenzentren (CDC) kündigen eine Ausweitung der Kontrollen an den Flughäfen an. Die Zahl der erfassten Airports solle auf 20 von fünf erhöht werden. Auch die Behörde erklärt, es gebe gegenwärtig keinen Hinweis auf eine Verbreitung der Krankheit innerhalb den USA.

So sieht der Erreger der Krankheit aus. Quelle: via REUTERS
Coronavirus unter dem Mikroskop

So sieht der Erreger der Krankheit aus.

(Foto: via REUTERS)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Meldepflicht für Coronavirus-Erkrankungen per Eilverordnung senken. Krankenhäuser sollten bereits begründete Verdachtsfälle weitergeben, sagt Spahn. Bislang gelte die Meldepflicht erst bei bestätigten Fällen. Zudem sollten Piloten und Pilotinnen bei Flügen aus China bei der Landung über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren. Die Fluggäste sollten Formulare mit ihren Kontaktdaten ausfüllen, damit sie im Notfall erreichbar seien. Die Airlines sollten diese 30 Tage vorhalten. Dies trete binnen von 24 Stunden in Kraft. Die Situation werde aufmerksam und ernsthaft, aber auch gelassen verfolgt. „Für übertriebene Sorge gibt es keinen Grund.“

Ein Infektionsexperte hält Schutzmaßnahmen von Bürgern wie das Tragen von Mundschutz derzeit für unnötig. „Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger (Universitätsklinikum Regensburg), am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesundheitsbehörden kümmerten sich „hervorragend“, darauf könnten sich Bürger verlassen.

Nach der Bestätigung eines ersten Falls des Coronavirus in Deutschland bleibt die Gefahr für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) gering. Diese Einschätzung könne sich aber kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern, erklärt das Institut. Mit einem Import von einzelnen Fällen nach Deutschland müsse gerechnet werden. Auch einzelne Übertragungen in Deutschland seien möglich. Infektketten – also eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung – und Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal seien bislang aber nur in China beobachtet worden.

Chinas Präsident Xi Jinping bezeichnet das Coronavirus als „Teufel“. Er sei aber zuversichtlich, den Kampf dagegen zu gewinnen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die internationale Gemeinschaft dürften die Erkrankung „ruhig, objektiv und rational“ einordnen, sagt er im Staatsfernsehen.

Das berichtet das Handelsblatt:

  • alm
  • rtr
  • dpa
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