Erdgas US-Energieminister droht mit Sanktionen wegen Pipeline Nord Stream 2

Die Pipeline soll Deutschland mit russischem Erdgas versorgen. Zum Missfallen der USA. US-Energieminister Perry lässt in Moskau die Muskeln spielen.
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Der Energieminister der USA spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Nowak. Quelle: dpa
Rick Perry

Der Energieminister der USA spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Nowak.

(Foto: dpa)

MoskauEnergieminister Rick Perry hat mit Sanktionen wegen des Baus einer neuen Erdgaspipeline zwischen Russland und Deutschland gedroht. „Ja auf Ihre erste Frage und ja auf Ihre zweite“ antwortete er am Donnerstag auf die Fragen, ob Sanktionen gegen Nord Stream 2 möglich seien und ob weitere Sanktionen mit Energiebezug geplant seien.

Bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Alexander Nowak sagte er in Moskau, die USA wollten die Sanktionen nicht verhängen und deutete an, dass sie nicht unmittelbar bevorstünden. „Minister Nowak und ich stimmen beide darin überein, dass der Punkt, an dem Sanktionen angewandt werden, nicht das ist, wohin wir gehen wollen“, sagte Perry. Er lehnte es ab, zu benennen, welcher Baufortschritt bei der Pipeline unter der Ostsee Sanktionen auslösen könnte oder wie diese aussehen könnten.

Nowak sagte: „Dieses Projekt wird weiterhin umgesetzt werden“. Russland sei besorgt wegen Perrys Äußerungen.

Perry sagte, Nord Stream 2 würde einen „Engpass in geringer Tiefe schaffen, der für Unterbrechungen anfällig“ wäre. Er forderte Russland auf, damit aufzuhören, seine Rohstoffe zur Einflussnahme einzusetzen. Die USA unterstützten den Wunsch der Europäer, ihre Abhängigkeit von einem einzigen Energielieferanten zu verringern, sagte er.

Nowak entgegnete: „Ich glaube, dass wir die Ansicht teilen, dass Energie kein Mittel sein kann, um Druck auszuüben, und dass Verbraucher ihre Lieferanten wählen können sollten.“

Der russische Erdgaskonzern Gazprom hält bei Nord Stream 2 das Zepter in der Hand. Bislang sind am Meeresboden Vorbereitungen getroffen worden. Die Route der etwa 1230 Kilometer langen Pipeline in dänischen Gewässern oder darum herum ist aber unklar, da das Projekt noch nicht genehmigt worden ist.

Russland signalisierte nicht, dass die Bauarbeiten gestoppt würden. Perry und Nowak sagten aber, dass ihre Gespräche bei mehreren Themen nicht näher bezeichnete Fortschritte machten. „Kein Hindernis ist unüberwindbar“, sagte Nowak.

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