Erfolgsprämie deckeln EU öffnet Briten bei Banker-Boni eine Hintertür

Viele Banker haben in der Krise Milliarden verzockt und trotzdem Millionen an Boni einkassiert. Jetzt macht die EU Schluss mit den exorbitanten Zahlungen. Doch mit einem Trick lässt sich die Obergrenze aushebeln.
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Blick auf die Bankentürme in Canary Wharf in London. Quelle: dpa

Blick auf die Bankentürme in Canary Wharf in London.

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BrüsselGroßbritannien kann die Deckelung von Banker-Boni nicht mehr verhindern. Die EU-Institutionen würden sich aller Voraussicht nach am morgigen Dienstag darauf verständigen, die Erfolgsprämie strikt zu deckeln, erfuhr das Handelsblatt (Dienstagausgabe) aus Verhandlungskreisen. Allerdings will die EU den Briten eine Hintertür öffnen.

Den europäischen Banken werde es wahrscheinlich erlaubt, Angestellten von Töchtern und Filialen außerhalb Europas weiterhin unbegrenzt Boni zu zahlen, sagte ein hochrangiger EU-Diplomat dem Handelsblatt. Die britischen Großbanken könnten ihre Spitzenkräfte dann formal bei asiatischen oder amerikanischen Filialen anstellen und an die Londoner City „ausleihen“, hieß es in Brüssel.

Der britische EU-Botschafter hatte eine solche Ausnahmeregelung vorgeschlagen. Außereuropäische Töchter oder Geschäftszweige von EU-Banken sollten nicht dazu verpflichtet werden, „eine Obergrenze für das Gesamtgehalt anzuwenden“, heißt es in einem Papier der britischen Regierung, das dem Handelsblatt vorliegt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei bereit, auf diese britische Forderung einzugehen, erfuhr das Handelsblatt in Verhandlungskreisen.

Für die britischen Banken wird es damit relativ einfach sein, die EU-Obergrenze für Boni zu umgehen. Denn sie verfügen in der Regel über große Auslandstöchter etwa in ehemaligen britischen Kolonien wie Hongkong.

Bei den in der EU angestellten Bankern darf der Bonus das Festgehalt künftig im Prinzip nicht mehr überschreiten. Wenn eine Genehmigung der Hauptversammlung vorliegt, darf die Erfolgsprämie maximal doppelt so hoch sein wie das Festgehalt. Auf diese Regelung würden sich die Verhandlungsführer des Europaparlaments, der irischen EU-Präsidentschaft und der EU-Kommission aller Voraussicht nach am morgigen Dienstag einigen, hieß es in Brüssel.

Die Boni-Regelung ist Bestandteil der neuen EU-Eigenkapitalvorschriften, die eigentlich schon Anfang dieses Jahres in Kraft treten sollten. Doch wegen des Streits um die Boni verzögerte sich die Verabschiedung immer wieder.

Banker-Boni in London: Neues Feuer für die Neid-Debatte

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14 Kommentare zu "Erfolgsprämie deckeln: EU öffnet Briten bei Banker-Boni eine Hintertür"

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  • Großer Knall?

    Woher soll der denn bitteschön kommen?

    Der große Knall ist nichts anderes als Wunschdenken einiger Anzugträger, die auf Ponnies reiten und glauben, sie wären die "Apoklyptischen Reiter".

    #Realo
    Ihre Ausführungen haben überhaupt nichts mit der Realität zu tun. Die europäische Staatsbürgerschaft ist in weiter Ferne. Eher werden wir noch ein Bundesland von Holland, als das die vereinigten europäischen Staaten kommen.

  • Banken kriegen nur Lizenzen im eigenen Land, die Führungskräfte dürfen nur dort nach geltenden Regeln bezahlt werden und wenn sie den Laden an die Wand fahren haften sie mit ihrem ganzen Privatvermögen.
    Wenn also ein Bankenchef sein Vermögen nicht im Heimatland anlegt, sollte die Aufsicht schon mal genau prüfen ...
    ... dann sind auch keine Schlupflöcher möglich!
    Und solange der Internationalismus in diesem Genre nicht unterbunden wird, sind die Bankster irgendwo in Sicherheit und ihre kleinen Angestellten werden gelyncht, wenn der Knall kommt!
    Siehe Frz.Revolution: Sanscolottenverfolgung!

  • Schon wieder mal keine Lösung für ein anstehendes Problem, sondern nur eine Scheinlösung.

  • Warum sollte es uns besser gehen, wenn England aus der EU ausscheiden würde?

    Im Gegenteil: fiele ein Nettozahler weg, würden die anderen mehr zu tragen haben und
    die Haftungssummen für die einzelnen Geberländer würde sich erhöhen. Also: besser, die südlichen Schmarotzerländer verlassen die EU, am besten freiwillig. Raten Sie mal, warum die das nicht machen? Aus lauter Liebe zu Europa?

    Und außerdem: wenn England lieber ein Inselstaat bleiben will, ist das alles andere als
    verwerflich. Verwerflich ist es, auf Kosten von anderen Parties zu feiern und über die
    zu schimpfen, die die Fete bezahlen.




  • Es ist ja löblich, dass die EU sich in der Sache einsetzt. Aber für das, was sie hier abliefern wollen, gehören sie zur Arbeit" verdonnert".

    Es ist kein guter Stil, wenn man die, die einem die Legitimation geben sollen für dumm hält. Das ist jetzt ein weiteres Mal zu viel.

  • Es gibt sicher noch andere Hintertüren: Z.B. kann man das Grundgehalt extrem hoch ansetzen und dieses durch Mali wieder reduzieren. Bankster sind äusserst kreativ, wenn es um das eigene Geschäftsmodell geht.

    Bis zum grossen Knall werden Spitzenbankster weiterhin exorbitant viel verdienen. Aber den Knall werden die wenigsten überleben.

  • Was für eine dumme Diskussion.
    Wer Geld verdient muss Steuern zahlen.
    Wer Handel treibt, dazu gehören auch Geldgeschäfte der muss die MWST bezahlen. Wer Risiken eingeht, der kann eine SonderBoni bekommen. Wer Verluste macht muss für diese auch haften.
    Solange eine britische oder schwedische Bank im Euroraum (der größte Finanzraum der Welt) Geldgeschäfte machen will, der muss sich an die EU Spielregeln halten.
    In Amerika diskutiert keine Schweizer Bank und keine Britsche Bank über das Thema. Warum in der EU. Ich bin für amerikanische Steuergesetze für EU Bürger, und der ganze Unsinn ist vom Tisch. US Bürger die nicht in Amerika leben bezahlen ja auch Steuern. GB & CH sind nicht Zypern und nicht die Bahamas und sollten auch nicht als solche behandelt werden. Wenn die brit. Banken im Euroraum nicht mitmachen wollen, die asiatischen Banken und die lateinamerikanischen Banken werden mitmachen. Und siehe da, GB ist auch nur ein Land und die EU der größte Wirtschaftsraum der Welt. Wenn Sie einen Russen fragen, in welcher Währungszone er sich beteiligen möchte, dann sicher nicht beim Pfund. Denkt endlich mal darüber nach. und nicht immer WAG the DOG.

  • -ich sehe es anders, die Briten lassen sich nicht über den Tisch ziehen, ohne die Briten würden uns die Südstaaten incl. Frankreich vollkommen erpressen, Die wollen ihren Freihandel ohne Restriktionen, nur wir mit unserem Schäuble ( der so tut als wenn es sein Geld wäre, dabei ist es das Unsere )lassen uns das Geld aus der Tasche ziehen und bedanken müssen wir uns auch noch---Mahlzeit

  • So wird man von Bankenseite auch Mittel und Wege finden
    die unangenehme Finanztransaktionssteuer zu umgehen,
    von der die Schöpfer meinen die sich auftuenden Löcher
    im ESM mit den Transferleistungen der EZB stopfen zu
    können.
    Alt wird am Ende nur der Deutsche Steuerzahler aussehen,
    weil dieses System bestimmt nicht funktionieren wird,
    denn sonst wären die Banken keine Banken!

  • *vergasen*? - Herr Brasil, erst denken und dann schreiben.

    "The Continent cut off" - so sagen die Engländer, wenn aufgrund schlechten Wetters keine Fähren verkehren können.

    Der Kontinent ist vom Inselreich abgeschnitten. Wenn eine Metapher etwas über die Mentalität eines Volkes aussagt, dann ja wohl diese.

    Werft England aus der EU - uns wird es besser gehen.

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