Ermittlungen gegen Anwalt Trump verärgert über FBI-Razzia – „Angriff auf unser Land“

FBI-Agenten haben das Büro von Trumps Anwalt Michael Cohen gestürmt. Der US-Präsident ist empört und kritisiert abermals Muellers Russland-Ermittlungen.
Update: 10.04.2018 - 04:49 Uhr 8 Kommentare

Nach Porno-Affäre: FBI stürmt Büro des Trump-Anwalts

New YorkFBI-Agenten haben am Montag das Büro des langjährigen persönlichen Anwalts von US-Präsident Donald Trump, Michael D. Cohen, im Rockefeller Center in New York gestürmt. Bei der Durchsuchung wurden Geschäftsunterlagen, E-Mails und Steuerpapiere von den Ermittlern beschlagnahmt, berichtet die „New York Times“. Zudem durchsuchten Ermittler auch Cohens Wohnung und ein Hotelzimmer in Manhattan.

Unter den Geschäftsunterlagen sollen sich auch auch Beweismittel zu Zahlungen an die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels befunden haben. Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte angeblich 2006 eine Affäre mit Trump und soll kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 130.000 US-Dollar von Cohen erhalten haben. Der 51-jährige gebürtige New Yorker hatte angegeben, die Summe aus eigener Tasche gezahlt zu haben.

Die FBI-Untersuchung fand statt, nachdem die Staatsanwaltschaft in Manhattan mehrere Durchsuchungsbefehle erlassen hatte, die auf einen Hinweis des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller basierten.

Bei einem Treffen mit hochrangigen Militärberatern am Montagabend kritisierte Trump die FBI-Aktion gegen seinen Anwalt - den er als „guten Mann“ bezeichnet - scharf. Die Durchsuchung bezeichnete er als eine „Schande“. Zudem seien die Russland-Ermittlungen eine andauernde „Hexenjagd“ und ein „Angriff auf unser Land“. Der Republikaner meinte, die Ermittler rund um Mueller seien die „widersprüchlichste Truppe von Menschen, die ich je gesehen habe.“

Die Durchsuchung ist besonders brisant, da Konversationen zwischen Anwälten und ihren Klienten nach US-Recht geschützt sind. Stephen Ryan, Cohens Anwalt, sagte in einer Mitteilung, dass die Verwendung von Durchsuchungsbefehlen „völlig unangemessen und unnötig“ war, weil es zur Beschlagnahmung von Material geführt hat, welches durch das Anwaltsgeheimnis geschützt sei.

„Diese Taktik ist auch falsch, weil Herr Cohen vollständig mit allen Regierungsbehörden zusammengearbeitet hat, einschließlich der Bereitstellung von Tausenden von nicht-privilegierten Dokumenten für den Kongress und für eidesstattliche Aussagen“, so Ryan in einer Mitteilung.

Gegen Cohen wird angeblich wegen Bankbetrug und Wahlkampffinanzierungsvergehen ermittelt, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf Insider. Am späten Montagabend wurde zudem bekannt, dass Mueller auch wegen einer Zahlung von 150.000 Dollar aus der Ukraine ermittelt, die Trumps Team 2015 für einen Auftritt von Trump in einer nach Kiew übertragenen Videoschalte bekommen haben soll.

Mueller untersucht seit letztem Jahr eine mögliche russische Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen 2016, ob das Trump-Team geheime Absprachen mit Moskau getroffen hat und ob Trump versucht hat, die US-Justiz zu behindern. Cohen bestreitet jegliche Absprachen mit Russland. Er wurde im vergangenen Jahr von Ermittlern des US-Kongresses wegen seiner Verbindung zu Russland und Plänen, einen Trump Tower in Moskau zu bauen, befragt.

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8 Kommentare zu "Ermittlungen gegen Anwalt: Trump verärgert über FBI-Razzia – „Angriff auf unser Land“"

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  • „Angriff auf unser Land“

    Wenn man sich die Grundannahme bzw. Maxime, die offenbar Grundlage von Trumps Politik ist („l’état c’est moi“; lässt sich mit „Der Staat bin ich“ übersetzen, wird zumeist Ludwig XIV. zugeschrieben und ist ein wesentliches Schlagwort des Absolutismus) vor Augen hält, erscheint diese Reaktion nur logisch.

  • Herr Peter Spiegel, die einzige Pest auf dieser Welt ist Trump selber....falls Sie das immer noch nicht gemerkt haben. Alle von Ihnen Aufgezählten sind Christkindchen.

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  • Ja klar ist Trump verärgert, wer wäre das nicht. Jetzt steht er halt wieder einmal mit dem Rücken zur Wand und dann zeigt dieser Rüppel halt sein wahres Gesicht. So sind Despoten, wenn man sie bloss stellt, das Gesetz gilt nur für die anderen.

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