Ermittlungen Russland hat Verdächtige im Fall Skripal angeblich aufgespürt

Russische Behörden haben nach Aussagen von Wladimir Putin die Tatverdächtigen im Fall Skripal aufgespürt. Nach ihnen war international gefahndet worden.
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Großbritannien hat zwei Tatverdächtige im Fall Skripal zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. Quelle: dpa
Verdächtige im Fall Skripal

Großbritannien hat zwei Tatverdächtige im Fall Skripal zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

(Foto: dpa)

WladiwostokIn Russland sind nach den Worten von Präsident Wladimir Putin die beiden Personen gefunden worden, die von Großbritannien als Tatverdächtige im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal genannt wurden. Die beiden Männer seien aufgespürt worden, und ihre wahre Identität sei bekannt, sagte Putin am Mittwoch auf einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Es handele sich um Zivilisten ohne jeglichen kriminellen Hintergrund.

Die britische Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche zwei Russen als Tatverdächtige identifiziert und international zur Fahndung ausgeschrieben. Sie veröffentlichte zudem Fotos der beiden Männer, deren Namen mit Alexander Petrow und Ruslan Boschirow angegeben wurden. Die britischen Behörden werfen ihnen Mordversuch an Skripal und dessen Tochter Julia vor. Premierministerin Theresa May bezeichnete die beiden Männer als Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

Putin sagte, er hoffe, dass die beiden Männer sich selbst an die Medien wendeten und sich äußerten. Das wäre für alle besser. Es seien natürlich Zivilisten, es gebe keinen besonderen oder kriminellen Hintergrund. Später teilte der staatliche russische Fernsehsender Rossija-24 mit, Petrow habe telefonisch angekündigt, dass er sich möglicherweise kommende Woche äußern werde.

Ein Sprecher Mays sagte, Russland habe in dem Fall mit Verschleierungen und Lügen reagiert. An diesem Verhalten habe sich nichts geändert. Großbritannien hält nach seinen Worten an der von seinen Bündnispartnern geteilten Einschätzung fest, dass es sich um Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes GRU handele.

Die russische Regierung hat eine Verwicklung in den Giftanschlag stets bestritten und von einer inszenierten Kampagne gesprochen, um weitere Sanktionen gegen das Land zu rechtfertigen. Wegen des Anschlags haben zahlreiche Staaten in einer abgestimmten Aktion Diplomaten aus Russland abgezogen.

Skripal, der als Doppelagent Dutzende russische Agenten an den britischen Geheimdienst MI6 verraten hatte, und seine Tochter wurden nach britischen Angaben mit einem in der Sowjetunion entwickelten chemischen Kampfstoff namens Nowitschok vergiftet. Woher das für den Anschlag verwendete Gift stammt, ließ sich nicht eindeutig ermitteln.

  • rtr
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