Erster Staatsgast May will nicht vor Trump-Kritik scheuen

Brexit-Unterstützer Donald Trump trifft die britische Regierungschefin: Theresa May wird der erste ausländische Staatsgast, den der US-Präsident empfängt. Die Premierministerin kündigt an, nicht vor Kritik zu scheuen.
Update: 22.01.2017 - 12:11 Uhr Kommentieren
Die britische Premierministerin und Donald Trump treffen sich am Freitag in Washington. Quelle: dpa
Bühne frei für Theresa May

Die britische Premierministerin und Donald Trump treffen sich am Freitag in Washington.

(Foto: dpa)

WashingtonDie britische Premierministerin Theresa May wird als erster ausländischer Regierungschef mit dem frisch vereidigten US-Präsidenten Donald Trump zusammenkommen. Das Treffen werde am Freitag stattfinden, teilte das Weiße Haus am Samstag mit.

May bereitet gerade den Austritt ihres Landes aus der EU vor und hat deutlich gemacht, dass sie einen harten Schnitt ohne Zugang zum gemeinsamen Binnenmarkt will. Sie plant, den Austrittsantrag bis Ende März in Brüssel stellen. Danach bleiben für die Scheidungsverhandlungen zwei Jahre Zeit. Trump hat das Brexit-Votum der Briten gelobt und versprochen, schnell ein bilaterales Handelsabkommen mit dem Königreich abzuschließen.

Sprecher Sean Spicer sagte, Trump habe bereits ein Telefonat mit dem kanadischen Premier Justin Trudeau über Zusammenarbeit und Handel geführt. Zudem habe er mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto über Sicherheit und Einwanderung geredet. Peña Nieto wird am 31. Januar zu einem Besuch bei Trump erwartet.

Die britische Premierministerin will bei dem Treffen nicht vor Kritik am neuen US-Präsidenten zurückschrecken. „Wenn es etwas geben sollte, das ich für inakzeptabel halte, dann werde ich mich nicht scheuen, das Donald Trump auch zu sagen“, kündigte May am Sonntag im britischen Sender BBC an. Sie werde das Treffen in Washington nutzen, um unter anderem die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und den USA zu diskutieren. Weitere Themen seien die Nato und der Kampf gegen den Terrorismus.

Miley Cyrus' bunter Protest und Madonnas schreckliche Gedanken
Mehr als bei der Vereidigung?
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Im Hintergrund das Kapitol in Washington D.C., im Vordergrund die National Mall, auf der immer mehr Demonstranten eintreffen. Es sollen am Samstag (Ortszeit) mit mehr als 500.000 allein in Washington fast so viele Menschen gewesen sein, wie am Vortag die Vereidigung von Donald Trump besuchten.

Nichts geht mehr in Washington
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Hunderttausende Demonstranten legten den Verkehr lahm. Die Bürger nahmen es gelassen. In dieser Stadt hatte kaum jemand für Donald Trump gestimmt.

Michael Moore
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Oscarpreisträger und Regisseur Michael Moore spricht in Washington. Er will die Partei der Demokraten hinter sich im Kampf gegen Trump vereinen.

Madonna im Gespräch mit Michael Moore
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Die Pop-Diva Madonna im Gespräch mit Michael Moore. Für Kritiker, die den Organisatoren vorwarfen, ihre Frauen-Demos würden überhaupt nichts bewirken, hatte sie am Samstag einen kurzen Hinweis parat: „Fuck you“. Später ging die Musikerin auf die Bühne...

Liebe gegen Trump
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Madonna rief eine „Revolution der Liebe“ aus. „Ja, ich habe schrecklich viel darüber nachgedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen“, rief die Sängerin. „Aber ich weiß, dass dies nichts ändern würde. Wir dürfen nicht der Verzweiflung verfallen.“

Schauspieler in Washington
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Auch Scarlett Johansson trat in Washington auf und hielt eine Rede.

Pop-Ikone setzt auf Mobilisierung
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Cher demonstrierte ebenfalls in Washington mit. Sie setzt auf eine große Bewegung gegen Trump – und eine Mobilisierung der Menschen wie bei den Protesten gegen den Vietnamkrieg. Ob die Botschaft des Marschs bei Trump ankommt? „Es ist mir egal, was er hört. Es ist wichtig, was die Leute hören. Er wird es hören, es aber nicht beachten“, sagte Cher.

May sagte, sie habe Trump bereits für seine Äußerungen über Frauen kritisiert. Wenn sie sich mit ihm an einen Tisch setzen werde, dann sei die deutlichste Aussage über die Rolle der Frauen diejenige, dass sie als eine Premierministerin dort sei.

Trumps Amtsantritt war vom Protesten Hunderttausender Frauen begleitet. Allein zur Kundgebung in der Hauptstadt Washington kamen offensichtlich deutlich mehr als die 200.000 Demonstrantinnen und Demonstranten, die erwartet worden waren. Die Organisatoren erklärten, es seien über eine Million gewesen.

  • dpa
  • rtr
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