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Eskalation von Gewalt Libyscher General marschiert auf Tripolis vor - UN-Chef besorgt

Eigentlich sollen Wahlen den Ausweg aus der jahrelangen Krise in Libyen bahnen. Doch der einflussreiche General Haftar hat seine eigenen Pläne.
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Ostlibysche LNA-Rebellen rücken Richtung Tripolis vor

Tripolis/BengasiRund eine Woche vor einer geplanten UN-Friedenskonferenz droht im Bürgerkriegsland Libyen eine neue Eskalation der Gewalt. Der einflussreiche General Chalifa Haftar gab seinen Truppen am Donnerstag den Befehl zum Vormarsch auf die Hauptstadt Tripolis, wo die international anerkannte Regierung sitzt.

Eine entsprechende Tonaufnahme wurde im Internet veröffentlicht. Haftar, der das Kommando über die sogenannte Libysche Nationalarmee im Osten des Landes hat, sprach von einem „siegreichen Marsch“ seiner Truppen, um „den Boden unter den Füßen der unrechtmäßigen Menge zu erschüttern“. Er sagte: „Wir kommen, Tripolis, wir kommen.“

Die USA, Frankreich, Italien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Großbritannien warnten in einer gemeinsamen Mitteilung, man werde jeden zur Verantwortung ziehen, der Gewalt schürt.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich bei einem Besuch in dem nordafrikanischen Land besorgt über die Militäroperation und forderte ein Ende der Eskalation. Auf Twitter erklärte er, es gebe für den Konflikt keine militärische Lösung. „Nur ein innerlibyscher Dialog kann die libyschen Probleme lösen“, schrieb Guterres.

Haftar rief seine Soldaten auf, in Tripolis friedlich einzumarschieren und ihre Waffen nur gegen diejenigen zu erheben, „die Ungerechtigkeit suchen und Konfrontation und Kampf bevorzugen“. Er befahl den Soldaten, nicht das Feuer auf Zivilisten zu eröffnen. „Wer auch immer die weiße Flagge hisst, ist sicher“, sagte er. Die 50 Kilometer von Tripolis entfernte Stadt Gharjan haben seine Verbände bereits ohne große Kämpfe eingenommen.

Haftars Truppen waren in den vergangenen Monaten von Osten bis an die Grenze zu Algerien im Westen Libyens vorgerückt. Sie brachten unter anderem Ölquellen unter ihre Kontrolle. Unterstützt wird Haftar von Ägypten, den VAE und Russland.

In der Mitteilung der USA, der VAE und der anderen Staaten hieß es, die Gewalt drohe Libyen „zurück ins Chaos zu treiben“. Man stehe gemeinsam hinter dem UN-Sondervermittler Ghassan Salame. Alle Akteure in Libyen sollten konstruktiv mit Salame zusammenarbeiten.

Generalmobilmachung

In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkriegschaos. Als wichtigste Kontrahenten stehen sich Haftar und die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch gegenüber.

Bereits am Mittwoch hatte Haftars Medienbüro den Vormarsch auf Tripolis angekündigt. Die Operation verfolge das Ziel, den Westen Libyens von verbliebenen „Terrorgruppen zu säubern“, hieß es. Der Sprecher der Haftar-Truppen, Ahmed al-Mismari, sagte, diese seien am Donnerstag in die Stadt Gharian rund 100 Kilometer südlich von Tripolis eingerückt.

Al-Sarradsch hatte am Mittwochabend die Generalmobilmachung der ihm loyalen Truppen erklärt. Der Präsidialrat unter seiner Leitung ordnete an, gegen alle Bedrohungen vorzugehen, die das Ziel hätten, die Stabilität Libyens zu erschüttern.

Für Mitte April ist in der Stadt Ghadames eine dreitägige Nationalkonferenz geplant, die von den UN organisiert wird. UN-Sondervermittler Salame will dort nach Auswegen aus der jahrelangen Krise suchen. Auch der UN-Sicherheitsrat unterstützt das Treffen und erklärte Ende März, die Konferenz biete eine entscheidende Gelegenheit, um Frieden im Land zu erreichen.

Haftar und Sarradsch hatten sich mehrfach zu Wahlen bekannt, zuletzt im Februar bei eine Treffen in Abu Dhabi. Die UN sprachen von einem Termin in diesem Jahr, ein konkretes Datum gibt es aber bisher nicht.

Libyen hat sich zu einem der wichtigsten Transitländer von Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Von der libyschen Mittelmeerküste legen immer wieder Boote mit Flüchtlingen ab. Die EU hatte Ende März erklärt, sie stoppe ihren Marineeinsatz vor Libyens Küste, mit dem Schleuser aufgehalten werden sollen. Die Mitgliedstaaten konnten sich nicht auf ein System zur Verteilung geretteter Migranten einigen.

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  • dpa
  • ap
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1 Kommentar zu "Eskalation von Gewalt: Libyscher General marschiert auf Tripolis vor - UN-Chef besorgt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das war doch eine grandiose Leistung des Westens in Libyen die Demokratie mittels Luftangriffe durch die Vereinigten Staaten, Kanada und mehrere westeuropäische Staaten einzuführen zu wollen, was ja mehr als schief ging. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkriegschaos. Mehr Tote, Elend, Chaos, Not wie es je unter dem Regime Muammar al-Gaddafi gegeben hat.
    Der "demokratische" IS beherrscht weite Teile Libyens. War es das was der Westen wollte. Ob Irak, Libyen, Syrien usw. immer hat der Westen mit seinen Kriegen mehr Elend, Tod und Chaos gebracht wie er vorgab beseitigen zu wollen. Wer dann meint, es war gut gemeint aber halt nicht gut gemacht, liegt falsch. Hier war das Ganze noch nichteinmal gut gemeint, sondern nur eine militärische Machtdemonstration des Westens um seine Ideologie durchzusetzen.