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Ethische Regeln Brüssel will Ethik-Vorgaben für Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz darf nicht dazu genutzt werden, um zu schaden oder zu diskriminieren. Die EU-Kommission will nun strenge Regeln verabschieden.
Update: 08.04.2019 - 16:19 Uhr Kommentieren
Künstliche Intelligenz soll zur Stärkung der Grundrechte beitragen. Quelle: dpa
Roboterfigur vor dem Brandenburger Tor

Künstliche Intelligenz soll zur Stärkung der Grundrechte beitragen.

(Foto: dpa)

BrüsselIn Abgrenzung zu China und den USA soll Künstliche Intelligenz (KI) in Europa nach dem Willen der EU-Kommission nach strengeren ethischen Regeln entwickelt werden. Entsprechende Empfehlungen legte die Brüsseler Behörde am Montag vor. Bis 2020 sollen Unternehmen, Forschungsinstitute und Behörden die Vorgaben testen und ihre Erfahrungen teilen. Konkrete Gesetzesvorschläge sollen dann gegebenenfalls anschließend folgen.

Im Einzelnen empfiehlt die EU-Kommission, dass Künstliche Intelligenz generell zur Stärkung der Grundrechte beitragen solle und nicht die Unabhängigkeit von Menschen einschränken dürfe. Die Menschen sollten zudem volle Kontrolle über ihre Daten haben. Diese dürften nicht dazu genutzt werden, ihnen zu schaden oder sie zu diskriminieren. Auch für eigenständige Maschinenentscheidungen sollten zudem klare Verantwortlichkeiten und Rechenschaftspflichten geschaffen werden.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov für das Handelsblatt vom Montag ist die eindeutige Mehrheit der Bundesbürger dafür, es nicht bei dem freiwilligen Moralkodex zu belassen, wie ihn die EU in einem ersten Schritt plant. 67 Prozent der 552 Befragten sind vielmehr dafür, Entwicklung und Einsatz Künstlicher Intelligenz gesetzlich zu regulieren. Lediglich 14 Prozent lehnen diesen Schritt ab. 19 Prozent hatten dazu keine Meinung.

Der Vorstoß der EU ist Teil der KI-Strategie der EU-Kommission. Demnach sollen bis Ende 2020 mindestens 20 Milliarden Euro an privaten und öffentlichen Investitionen in dem Bereich zusammenkommen. Die Brüsseler Behörde will zusätzlich 1,5 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern bereitstellen.

Die Definition Künstliche Intelligenz ist noch in der Diskussion. Allgemein gesprochen geht es um maschinelles Lernen und die Fähigkeit von Computern, eigenständig Probleme zu bearbeiten. Die EU-Kommission will die ethische KI-Entwicklung auch auf globaler Ebene vorantreiben und dabei vor allem mit ähnlich gesinnten Partnern wie Japan und Kanada zusammenarbeiten.

„Die ethische Dimension von Künstlicher Intelligenz ist kein Luxus oder Add-on“, sagte der zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip. „Nur mit Vertrauen kann unsere Gesellschaft vollständig von Technologien profitieren. Ethische KI ist ein Win-win-Vorschlag, der zu einem Wettbewerbsvorteil für Europa werden kann.“

Mehr: Die Selbstregulierung der Tech-Konzerne bei der Künstlichen Intelligenz reicht nicht aus. Lesen Sie hier den Kommentar von Sebastian Matthes.

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