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EU Ärger über Deutschland wächst

In der EU macht sich Unmut über Deutschland breit. Angesichts des Powerplays des größten Mitgliedstaates bei der Bewältigung der schweren Euro-Krise, fürchten sich inzwischen einige Europäer vor einer "Germanisierung" der Union.
8 Kommentare
Finanzminister Wolfgang Schäuble:

Finanzminister Wolfgang Schäuble: "Am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen."

(Foto: dpa)

BRÜSSEL. Der Bundesfinanzminister hat es selbst erkannt: "Am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen", sagte Wolfgang Schäuble Anfang der Woche in Brüssel. Hat der deutsche Kassenwart das wirklich ernst gemeint? So mancher europäische Partner hegt gewisse Zweifel. In der EU wächst der Ärger über das Powerplay des größten Mitgliedstaates bei der Bewältigung der schweren Euro-Krise. "Deutschland will die EU germanisieren. Doch das wird nicht klappen", sagt ein EU-Diplomat.

Der Frust über die Deutschen dürfte die nun beginnenden Verhandlungen über die Reform des Stabilitätspaktes nicht gerade erleichtern. Am Freitag trifft Ratspräsident Herman Van Rompuy die EU-Finanzminister und Kommissionschef José Manuel Barroso zu einem ersten Gespräch. Schäuble erwartet dabei kein herzlicher Empfang. Allein in dieser Woche irritierte er seine Amtskollegen schon zweimal. In der Nacht zum Dienstag bestand er in der Euro-Gruppe stundenlang - und am Ende vergeblich - darauf, dass der Bundestag ein Vetorecht erhält, wenn Deutschland für Kredite an klamme Partnerstaaten bürgen soll.

Positionen liegen weit auseinander

Am Mittwoch überraschte er den Rest der EU mit einem nicht abgestimmten Verbot von Leerverkäufen. "Der Zeitpunkt für so einen Alleingang ist nicht gerade günstig. Schließlich reden wir jetzt über die Notwendigkeit einer besseren wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit", sagt ein hoher EU-Beamter.

Die Atmosphäre ist gespannt, und inhaltlich liegen die Positionen weit auseinander. Für seinen Neun-Punkte-Forderungskatalog (Handelsblatt vom 19.5.2010) wird Schäuble keinen Applaus bekommen. Das gilt insbesondere für seine Forderung, notorischen Haushaltssündern das Stimmrecht in der EU zu entziehen. Außerdem will Schäuble Euro-Staaten nicht nur für überhöhte Defizite und Schuldenberge, sondern auch für andere wirtschaftspolitische Fehler bestrafen. Dafür aber müsste der EU-Grundlagenvertrag von Lissabon geändert werden. Das kommt für Frankreich und Großbritannien nicht infrage, und auch die EU-Kommission ist dagegen.

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8 Kommentare zu "EU: Ärger über Deutschland wächst"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @pretaro
    Es geht um bis zu 440 Milliarden Euro. Die Euroländer selbst müssen das Geld dabei nicht auf den Tisch legen, sie treten vielmehr als Garanten für das zu leihende Geld auf. Wir wollen hoffen dass es dazu nicht kommt.

  • Wer soll das alles bezahlen, wer hat soviel Pinke, Pinke? Die deutschen banken sind in Grichenland mit 47Mrd€ dabei, bei Spanien sind es 225Mrd€ und so geht das weiter.... Alleine die Deutsche Hypo kostete den Staat schon über 100Mrd€; Wo soll dieser Wahnsinn enden....Aber die Politiker sind gut in großzügigen Geschenken.... Mach nur weiter Sam.... Deutschland ist dabei schnell Pleite. An die deutschen bürger denkt keiner.... Erst wird die Rente verspielt und dann die Ersparnisse, von unseren Politikern.

  • "Eine Währungszone kann auf Dauer nicht bestehen, wenn die Unterschiede in den Leistungsbilanzen der Volkswirtschaften übergroß werden. Die Wirtschaftspolitik müsse europäisch koordiniert werden". Hat der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker öfter wiederholt. Er hat vor einem Auseinander driften der Euro-Zone gewarnt. Gerade Deutschland hat es immer wieder abgelehnt. Jetzt bekommen wir die Rechnung für das nicht zeitiges handeln. Und zwar für die ganze Jahren rückwirkend.

  • @Robert Einenfalk:
    Der Sado-Maso Vergleich ist absolut zutreffend. Muss ich mir merken :-)

  • Die Sorge ist, dass die Euro"partner" nicht mit uns zufrieden sind weil wir möglicherweise nicht bedingungslos zahlen wollen?

    Die EU mutet an wie ein Sado-Maso-Keller und Deutschland wird bestraft wenn es sich nicht für jeden Peitschenhieb bedankt.

    Vor dem Euro konnte man deutsche Produkte auch ganz gut in Europa und in aller Welt verkaufen. Ohne die EU und den Euro wäre Deutschland besser dran. Die Qualität der Produkte zählt - und nicht ob ein € auf dem Preisschild steht.

  • Neulich sagte ein Experte im Fernsehen, dass auf einen Lobbyisten gegen die banken, 500 Lobbyisten für die banken kommen. Und ausgerechnet die banken haben die meisten Anwälte aller Unternehmen beschäftigen. Das sagt eigentlich schon alles!

    inzwischen sind wir an einem Punkt angekommen, an dem die Lobbyisten die Politik total infiltriert haben und banken und Großkonzerne bestimmen, wohin die Reise gehen soll. Gelenkt von einigen Großmarionetten, die für einen bonus ihre ethischen Grundsätze schnell über bord werfen.

    bei dem Rauf- und Runter an den bören kann der Privatanleger nur noch mit Glück ins Plus kommen. Während die Profi-Zocker an der böre ja schließlich von Wissenschaftler programmierte Software einsetzen, die im Sekundentakt bzw. im Mikrobereich Kohle scheffelt. Und sollte es mal wieder daneben gehen, darf sich der dumme Steuerzahler für die nächsten Jahrzehnte auf rigorose Sparmaßnahmen freuen. Wenn das auf lange Sicht kein Närboden für eine Revolution ist, dann weiß ich es nicht ...

  • Der Euro wird Europa nicht vereinen, sondern spalten

  • Wenn die Sorgen unserer europäischen brüder und Schwestern der Sinnhaftigkeit der Regulierungsmaßnahmen gelte,dann..., sich aber über die Germanisierung zu beklagen, das klingt nach den berühmten Fröschen im Dorfteich, der trocken gelegt werden soll.