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Jaguar-Figur in Liverpool

Der Brexit hat sich in den Bilanzen der Hersteller schon niedergeschlagen.

(Foto: Reuters)

EU-Austritt Britische Autobranche hofft auf Einigung im Brexit-Streit

Die britischen Autokonzerne fürchten die Konsequenzen eines ungeregelten EU-Austritts. Gäbe es einen harten Brexit, würde er sie besonders hart treffen.
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London Die Angst vor einem No-Deal-Brexit Ende Oktober mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft wächst in Großbritannien. Doch Automobilmanager Ralf Speth gibt sich optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir einen Brexit mit Deal bekommen“, sagte der Chef des größten britischen Autoherstellers, Jaguar Land Rover (JLR), dem Handelsblatt. Früher hatte sich der Deutsche wesentlich weniger zurückhaltend geäußert und eindringlich vor den Konsequenzen des EU-Austritts gewarnt, doch das war bei Brexit-Befürwortern in Großbritannien nicht gut angekommen.

JLR wird als „urbritisch“ wahrgenommen: Traditionell fahren in den Autos der Marken Jaguar, Land Rover und Range Rover nicht nur die Premierminister Großbritanniens, sondern auch die königliche Familie. Boris Johnson attackierte Automanager Speth sogar öffentlich: Er sei sich nicht sicher, ob Speth mehr von der Autobranche verstehe als er, ätzte der Favorit für den Posten des britischen Premiers mit dem Verweis auf die starke Abhängigkeit des Unternehmens vom Diesel.

Gäbe es einen harten Brexit, dürfte dieser die britischen Autobranche wegen der hohen Abhängigkeit von Im- und Exporten besonders hart treffen – und damit natürlich auch JLR. Das Unternehmen hat zwar auch auf EU-Boden ein Werk, die meisten Autos werden aber in Großbritannien gefertigt. „Sollte es einen Brexit ohne Deal geben, wären wir gezwungen unsere Produktion erneut einige Wochen ruhen zu lassen“, kündigte Speth nun an.

JLR verarbeite pro Tag über 20 Millionen Bauteile, viele davon werden vom Kontinent importiert. Bereits im April hatte JLR die Arbeit pausieren lassen, weil allgemein angenommen worden war, dass Großbritannien Ende März aus der EU ausscheiden würde und es unmittelbar danach zu Problemen kommen könnte. Als der Brexit dann kurzfristig verschoben wurde, hielt JLR – wie andere Autohersteller auch – an der geplanten Betriebspause fest.

Einige Autokonzerne haben angesichts der politischen Entwicklungen bereits drastische Konsequenzen gezogen: So hat der US-Autohersteller Ford angekündigt, sein Motorenwerk in Wales 2020 zu schließen, Honda macht 2021 sein Werk auf der Insel dicht und in einer britischen Produktionshalle des deutschen Autozulieferers Schaeffler geht Ende des Jahres das Licht aus.

Bereits 2018 hatte sich der Brexit in den Bilanzen niedergeschlagen: Die Unternehmen aus der Autobranche investierten in ihre britischen Fabriken lediglich 589 Millionen Pfund (674 Millionen Euro) – im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um fast die Hälfte.

Mehr: Jaguar Land Rover hat im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust gemacht.

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