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EU-Austritt Britische Polizisten bereiten sich auf Grenz-Chaos bei hartem Brexit vor

Die Zeichen in Großbritannien stehen auf EU-Austritt ohne Deal mit Brüssel. Rund 1000 Polizisten sollen deshalb für den Ernstfall an Nordirlands Grenze trainiert werden.
Update: 04.01.2019 - 04:40 Uhr Kommentieren
Rund 1000 Polizisten aus Schottland und England sollen ihre nordirischen Kollegen bei einem harten Brexit unterstützen. Quelle: AP
Polizisten in London

Rund 1000 Polizisten aus Schottland und England sollen ihre nordirischen Kollegen bei einem harten Brexit unterstützen.

(Foto: AP)

London/BerlinRund 1000 Polizisten aus Schottland und England sollen angeblich für den Einsatz in Nordirland im Falle eines harten Brexit trainiert werden. Die nordirische Polizei habe um Verstärkung gebeten, um möglichen Problemen an der Grenze mit Irland entgegentreten zu können, berichtete die Zeitung „Guardian“ am Donnerstag. Das Training solle noch im Januar beginnen.

Dem Bericht zufolge werde die Option einer Verstärkung als notwendig erachtet, um die Möglichkeit einer zivilen Unordnung abzudecken. Diese könne aus der Unruhe über die Grenzregelungen nach einem harten Brexit entstehen. Die Ausbildung sei notwendig, da sich die im britischen Nordirland verwendeten Ausrüstungen und Taktiken von denen im übrigen Königreich unterschieden.

Das britische Unterhaus soll in der dritten Januar-Woche über den mit Brüssel ausgehandelten Vertrag über den EU-Austritt abstimmen. Wird der Deal abgelehnt – wonach es bislang aussieht –, droht am 29. März ein ungeregeltes Ausscheiden. Tausende Regeln für den grenzüberschreitenden Handel und Verkehr zwischen Großbritannien und der EU würden abrupt ungültig werden.

Grenzkontrollen müssten wieder eingeführt werden – auch zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem Nachbarn Nordirland, das zu Großbritannien gehört. Besonders dort wird dann mit Problemen gerechnet.

Irland hat von den verbliebenen EU-Staaten am meisten zu verlieren, sollte das britische Parlament den Brexit-Deal nicht ratifizieren. So ist Großbritannien der wichtigste Markt für irische Lebensmittel.

Der Landwirtschaftsminister Irlands, Michael Creed, hatte gesagt, es gehe dabei um Hunderte Millionen Euro, die sein Land im Fall eines chaotischen Brexits ohne Abkommen an zusätzlichen Agrarsubventionen aus Brüssel benötige. Sollte Großbritannien ohne Abkommen aus der EU ausscheiden, könnten für irische Exporte dorthin erhebliche Zölle anfallen.

Großbritanniens Brexit-Minister Stephen Barclay warnte unterdessen vor einer neuen Volksabstimmung. „Ein zweites Referendum würde noch mehr Uneinigkeit auslösen. Das jetzige Maß, in dem Großbritannien zerrissen ist, wäre klein im Vergleich zu den Spannungen, die eine zweite Abstimmung verursachen würde. Es würde unsere Nation weiter spalten“, sagte Barclay der „Welt“ und anderen europäischen Zeitungen.

Ein zweites Referendum sei zeitlich vor den Europa-Wahlen Ende Mai auch nicht umsetzbar. „Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament kann ein Referendum nicht mehr stattfinden. Dann aber müssten in Großbritannien Europawahlen stattfinden. Was einen riesigen demokratischen Schaden bedeutet, weil die Bürger für den Austritt gestimmt haben, nun aber Ende Mai trotzdem noch einmal wählen sollen“, betonte er.

Brexit 2019
  • dpa
  • rtr
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