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EU-Austritt Reisen, Arbeit, Wohnsitz: Das ändert sich mit dem Brexit ab dem 1. Januar

Am 1. Januar treten die Brexit-Regeln in Kraft. Briten und EU-Bürger dürfen damit nicht mehr ohne Visum im jeweils anderen Gebiet arbeiten.
29.12.2020 - 16:14 Uhr Kommentieren
Ab 2021 müssen sich britische Bürger an die Einwanderungsregeln der EU halten. Quelle: dpa
Brexit

Ab 2021 müssen sich britische Bürger an die Einwanderungsregeln der EU halten.

(Foto: dpa)

London Die Konsequenzen des Brexits hat die Mehrheit der britischen und der EU-Bürger bislang noch nicht zu spüren bekommen. Zwar hat Großbritannien die EU am 31. Januar verlassen, doch hält es sich noch wenige Tage an die Regeln der Europäischen Union. Am 1. Januar ändert sich das.

Dann beginnt Großbritannien ein neues, distanzierteres Verhältnis zur EU. Die Veränderungen für die britische Wirtschaft und die Briten sind die dramatischsten seit dem Zweiten Weltkrieg.

„Es ist ein weit größerer Schock für unser Wirtschaftssystem und es wird sofort passieren“, sagte der Direktor der Denkfabrik The U.K. in a Changing Europe, Anand Menon. „Plötzlich wachst du Anfang Januar in einer neuen Welt auf.“

Was ändert sich für britische Bürger?

Das Ende der Bewegungsfreiheit für Briten ab dem 1. Januar wird die bislang deutlichste Brexit-Konsequenz sein. Gemäß einem Abkommen zwischen London und Brüssel werden die rund eine Million Briten, die einen EU-Wohnsitz haben, zwar mehr oder weniger die gleichen Rechte wie bislang haben. Gleiches gilt für die mehr als drei Millionen EU-Bürger, die in Großbritannien leben.

Britische Bürger haben künftig aber nicht mehr automatisch das Recht, in der EU zu wohnen und zu arbeiten. So gilt es auch für EU-Bürger mit Blick auf Großbritannien. Menschen, die über die Grenze kommen wollen, um sich dort niederzulassen, müssen Einwanderungsregeln befolgen. Sie müssen auch dafür sorgen, dass ihre Qualifikationen anerkannt werden. Eine Ausnahme gibt es für jene, die sich zwischen Großbritannien und Irland bewegen.

Die Freizügigkeit innerhalb der EU gehörte bisher auch zu den Grundfreiheiten der Briten. Quelle: dpa
Reisepässe

Die Freizügigkeit innerhalb der EU gehörte bisher auch zu den Grundfreiheiten der Briten.

(Foto: dpa)

Für viele in der EU ist die Möglichkeit, sich überall in der Gemeinschaft mit 27 Mitgliedsländern frei zu bewegen, zu studieren und zu leben, eine der besten Aspekte der europäischen Integration.

Einige in Großbritannien und anderen Teilen von Westeuropa waren nach dem Beitritt mehrerer früherer kommunistischer Nationen in Osteuropa zur EU 2004 aber skeptischer gegenüber der Bewegungsfreiheit geworden. Viele Bürger der osteuropäischen Länder zogen für Arbeit nach Großbritannien und in andere wohlhabendere Länder. Einwanderung spielte eine große Rolle bei dem Brexit-Referendum 2016.

Wie sehen die neuen Reiseregeln aus?

Reisen über Feiertage werden weiterhin ohne Visum möglich sein. Britische Staatsbürger dürfen aber nur noch 90 von je 180 Tagen in der EU verbringen. Europäische Bürger dürfen in Großbritannien für bis zu sechs aufeinanderfolgende Monate bleiben.

Für pensionierte Briten, die bislang mehr als drei Monate an ihrem Zweitwohnsitz an der spanischen Costa del Sol verbringen konnten, könnte die Änderung ein Schock sein. Britische Reisende in Europa müssen auch dafür sorgen, dass ihre Pässe noch mindestens sechs Monate gültig sind und sie brauchen eine eigene Reiseversicherung. Die Briten erhalten keine europäische Krankenversicherungskarte mehr, die ihnen Zugang zu medizinischer Behandlung in der EU garantierte. Großbritannien will dafür ein Ersatzsystem einrichten.

Wie sieht es mit der Arbeit aus?

Das Ende der Bewegungsfreiheit wird sich stark auf den Arbeitsmarkt auswirken. So kann sich ein britischer Bürger, der gerade seinen Abschluss gemacht hat und auf einer griechischen Insel Urlaub macht, nicht mehr in einer Strandbar um einen zeitlich befristeten Job bewerben, ohne ein Visum zu haben. Gleiches gilt für europäische Bürger, die nach Großbritannien kommen. Ohne Nachweise dürfen sie beispielsweise nicht mehr in einem Sandwichladen arbeiten.

Größere Unternehmen werden es deutlich schwerer haben und es wird für sie teurer sein, Menschen von der jeweils anderen Seite der Grenze anzuheuern. Das Abkommen hat Klauseln, um es Auftragnehmern und Geschäftsreisenden zu ermöglichen, ohne Visum kurze Arbeitsreisen zu unternehmen.

Wird Autofahren komplizierter?

Unter dem Abkommen brauchen britische Autofahrer keinen internationalen Führerschein, wenn sie den Ärmelkanal überquert haben. Britische Autofahrer können innerhalb der EU mit ihren britischen Führerscheinen und britischer Versicherung fahren. Sie müssen aber ihre Versicherung in der Form einer „Greencard“ nachweisen können.

Was ist mit Haustieren?

Britische Bürger, die innerhalb der EU mit ihrem Hund oder ihrer Katze im Sommer verreist sind, haben es künftig schwerer. Großbritannien wird nicht mehr Teil des EU-Haustierpasssystems sein.

Britische Halter müssen dafür sorgen, dass ihr Tier einen Mikrochip hat und mindestens 21 Tage vor der Reise gegen Tollwut geimpft ist. Sie brauchen ein tierärztliche Bescheinigung über die Gesundheit ihres Haustiers, die maximal zehn Tage vor der Abreise erstellt worden sein muss.

Mehr: Skepsis nach dem Brexit-Deal: Diese drei wichtigen Fragen bleiben offen

  • ap
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