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EU-Beamtengehälter Leben wie Gott in Brüssel

Wer für die EU arbeitet, kann sich über hohe Gehälter und viele Privilegien freuen. Das passt mit dem Sparkurs in Europa nicht zusammen. Die Reform des EU-Beamtenstatus sollte das ändern – doch vielen greift sie zu kurz.
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Das Bild "Les Romains de la décadence" von Thomas Couture (1844) zeigt den Luxus und die Dekadenz Roms. Heute sorgen die Privilegien der EU-Beamten in Brüssel für Diskussionsstoff.

DüsseldorfSchon für deutsche Verhältnisse sind die Gehälter der Europaabgeordneten hoch. Mindestens 7956 Euro im Monat streicht ein Parlamentarier brutto ein. Besonders üppig fällt die Bezahlung jedoch aus, wenn man sie ins Verhältnis zu den Einkommen in den ärmeren EU-Ländern setzt. Ein Durchschnittsverdiener in Bulgarien muss im Schnitt mindestens 23 Monate arbeiten, um auf den monatlichen Bruttolohn seines Europaabgeordneten zu kommen. Selbst der bulgarische Präsident verdient nur halb so viel wie ein Europaabgeordneter seines Landes.

Nun liegen die Lebenshaltungskosten in Straßburg und Brüssel weit über denen in Bulgarien. Doch um die Preisunterschiede auszugleichen, bekommen die Europaabgeordneten verschiedene Zulagen: Sie reichen von Reisekostenpauschalen und allgemeinen Kostenvergütungen bis hin zu einem Tagesgeld, das Unterkunft, Mahlzeiten und alle weiteren Ausgaben an offiziellen Arbeitstagen abdecken soll. Nimmt ein Parlamentarier alle Pauschalen in Anspruch, kann er bis zu 17.888 Euro im Monat bekommen. Damit gehören die Abgeordneten nicht mal zu den Top-Verdienern in Europa: Ihre Gehälter sind auf 38,5 Prozent der Bezüge eines Richters am europäischen Gerichtshof begrenzt.

Die Privilegien der EU-Beamten sind zum Teil deutlich größer als die der Abgeordneten. Durch die Schuldenkrise und den harten Sparkurs in einzelnen EU-Ländern sind diese jedoch unter Druck geraten. Bei den Verhandlungen über den Finanzplan für den EU-Haushalt bis 2020 beharrte vor allem der britische Premierminister David Cameron auf Kürzungen bei den Einkommen der EU-Beamten. Anfang Juli hat das Europaparlament schließlich eine Reform des EU-Personalstatus verabschiedet. Sie sieht vor, dass EU-Beamte zum Beispiel in diesem und im nächsten Jahr auf Gehaltserhöhungen verzichten. Neu eingestellte Beamte müssen künftig nicht mehr bis zum 63. sondern bis zum 66. Lebensjahr arbeiten – bereits aktive Beamte bis zum 65. Lebensjahr. Ihre Wochenarbeitszeit steigt von 37 auf 40 Stunden. Vielen reicht das jedoch nicht aus.

„Der Beamtendienst der EU bleibt auch nach der Überarbeitung des Beamtenstatuts der bestbezahlte in Europa“, sagt der Chef des Bundes der Steuerzahler, Rainer Holznagel. Unzählige Privilegien, wie üppige und steuerfreie Zulagen, blieben erhalten. Sie seien nun sogar für die nächsten zehn Jahre zementiert worden. Viele Beamte in Deutschland müssten zum Beispiel 42 Stunden pro Woche arbeiten und dürften erst mit 67 in Pension gehen. „Die EU-Beamten bleiben aus Sicht des Bundes der Steuerzahler weiterhin unsach- und unzeitgemäß privilegiert.“

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86 Kommentare zu "EU-Beamtengehälter: Leben wie Gott in Brüssel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie lange sich jemand in einem Büro aufhält, sagt noch nichts über die Qualität seiner Arbeit aus. Schauen sie sich einfach die Ergebnisse dieser undemokratischen Verwaltungsdiktatur an. Für den Bürger hat sich mit der EU nichts nachhaltig und wirklich wichtiges zum positiven verändert. Reglementierungswahn und Bankenrettung auf Kosten der Bürger stehen unbedeutenden Geldwechsel in den Ferien und "Reisefreiheit" gegenüber. Ein denkbar schlechtes Geschäft für den Bürger....

  • Sie verdienen mit einem kleinen Laden mehr als ein EU Beamter? Hinterziehen sie Steuern,oder verkaufen sie falsche Bio Produkte?? Es geht nicht um Neid, denn auch ein Bankräuber "verdient" wahrscheinlich mehr Geld als der Durchschnitt. Die Frage ist eben nur ob man kriminell werden will, oder nicht. Mit dem richtigen Parteibuch konnte man vor 70 Jahren auch einen gut bezahlten Job mit vielen Privilegien haben.

  • Bei den ungenügenden Leistungen wäre ich dafür die Hälfte der Beamten und Parlamentarier zu entlassen und die Bezüge um 50% zu kürzen. Das sinnvollste wäre allerdings den Selbstbedienungsladen der Lobbyisten vollständig aufzulösen.

  • Kritisch diskutieren? Na, dann fangen sie mal an.

  • Der Unterschied zu Firmen ist, dass die Versager der EU aus Steuergeldern gezahlt sind, sich aber nicht um die Belange der Steuerzahler kümmern. Wenn sich eine Firma ein paar Nichtsnutze und Lobbyisten leisten kann, ist es ihre Sache.

  • Dann bleiben sie doch bei der Bildzeitung, wenn sie keine Zusammenhänge verstehen.

  • Solange es die EU mit ihren Größenwahnsinnigen Despoten gibt, muss man sie bekämpfen. Freiheit und Gerechtigkeit sind das höchste Gut und das wird von der EU mit Füssen getreten. Völker werden belogen und ausgeblutet, dass ist der Fakt.

  • Freidenker: Ich denke sie sind frei von jedem logischen Gedanken. Welche Mittelschicht meinen sie die sich bereichert und wie bitte soll sie das machen, bei den Steuern und Niedriglöhnen? Wahrscheinlich streben sie ein Kommunistisches System an, in dem jeder gleich ist und jeder gleich wenig hat. Ausser natürlich die Regierenden und Höflinge der Parteien. Das hatten wir schon einmal und es hat nicht funktioniert. Nur mal in ein Geschichtsbuch schauen und schon haben sie alle Fakten dazu, dass so ein System nicht funktionieren kann. Sie können weiterhin ihre feuchten Träume einer Kommunistischen Diktatur träumen, aber seien sie gewiss, dass auch die Feigheit der Deutschen irgendwann die Wut schluckt.

  • Ihre sogenannten Vorteile sind einfach lächerlich. Stellt man diese mit den massiven Nachteilen gegenüber, ist es eines der schlechtesten Tauschhandel der Geschichte. Auch auf ihren Hinweis der "gewählten" Parlamentarier kann man nur lachen. Es werden Parteien gewählt und diese schicken ihre Brut die niemand kennt auf die Menschheit los. Inkompetenz, moralischer Verfall und Dekadenz sind die treffenden Worte zu so einer Diktatur.

  • Davon unterschreibe ich jedes Wort. In Brüssel hat sich eine Beamtendiktatur eingerichtet, die von den den Steuerzahlern gemästet werden muss. Um das abzuschaffen bedarf es jedoch eines 14.Juli 1789. Freiwillig geht dort keiner. Auch die Regierungen der EU Staaten werden einen Teufel tun, diese Sub-Kultur zu beenden. Wohin bitte schön sollte man denn seine abgewählten Parteifreunde gewinnbringend auslagern????

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