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EU-Bericht Facebook und Twitter löschen häufiger Hasskommentare

2016 haben sich Netzwerke wie Facebook verpflichtet, hetzerische Inhalte in Europa umgehend zu löschen. Die EU wertet das als Erfolg. Doch nicht jedes Netzwerk ist gleich streng.
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Soziale Netzwerke haben ihr Engagement gegen verletzende und beleidingende Inhalte in Europa seit 2006 deutlich erhöht. Quelle: AFP
Facebook geht gegen Hass vor

Soziale Netzwerke haben ihr Engagement gegen verletzende und beleidingende Inhalte in Europa seit 2006 deutlich erhöht.

(Foto: AFP)

BrüsselDie Selbstverpflichtung gegen Hass im Netz wirkt – das legt zumindest eine Auswertung der EU nah. Justizkommissarin Vera Jourová hat am Montag in Brüssel die Jahresauswertung 2018 über von Betreibern gelöschte Inhalte in sozialen Netzwerken vorgelegt.

Demnach prüfen die Betreiber der sozialen Netzwerke EU-weit mittlerweile 89 Prozent der gemeldeten Inhalte innerhalb von 24 Stunden und entfernen 72 Prozent der Postings, die von Nutzern als illegal angesehen werden.

2016 hatten sich Facebook, Twitter, YouTube und Microsoft mit einem Verhaltenskodex dazu verpflichtet, die Verbreitung illegaler Online-Inhalte in Europa zu bekämpfen. Demnach sind sie dazu verpflichtet, Hassnachrichten innerhalb von 24 Stunden aus dem Internet zu entfernen.

Als der Kodex im Jahr 2016 in Kraft trat, lagen diese Werte noch bei 40 beziehungsweise 28 Prozent. Die Kommissarin, die vor rund zwei Jahren Facebook als „Highway des Hasses“ bezeichnete und ihren Account löschte, wertet dies als Erfolg: „Wir sagen, dass wir den richtigen Ansatz gefunden und europaweit einen Standard für die Lösung dieses ernsten Problems gesetzt haben, ohne Abstriche bei der Meinungsfreiheit zu machen“, sagte sie am Montag in Brüssel.

Kritisch sieht die Kommission, dass die sozialen Netzwerke den Nutzern, die Inhalte melden, nicht ausreichend Rückmeldung geben. Es fehle an Transparenz, wie Entscheidung über die Entfernung der Inhalte zustande komme.

Mittlerweile beteiligen sich auch Google+, Instagram, Snapchat und Dailymotion an dem Kodex. Jeuxvideo.com, eine französische Seite für Videospiele, die zum Medienunternehmen Webedia gehört, hat ebenfalls angekündigt, mitzumachen. Inwiefern sie dies tatsächlich tun, überprüft die EU-Kommission regelmäßig.

Youtube und Facebook löschen viel, Twitter wenig

Gerade Facebook und Google tun sehr viel dafür, um die EU zu besänftigen – und somit zu verhindern, dass Brüssel die Unternehmen zum Löschen von Hasspostings verpflichtet. So ist die Löschquote bei Youtube (85 Prozent) und Facebook (82 Prozent) am höchsten. Bei Twitter liegt die Löschquote dagegen nur bei 44 Twitter. Google+ entfernte 80 Prozent der gemeldeten Inhalte gelöscht, Instagram 71 Prozent.

Unterschiede gibt es ebenfalls bei der Art der Hasspostings: So wurden 86 Prozent der Inhalte gelöscht, die zu Mord oder Gewalt gegen bestimmte Gruppen aufrufen. Bei Diffamierung durch Worte oder Bilder liegt die Löschquote dagegen nur bei 59 Prozent.

Am häufigsten waren im vergangenen Jahr Migranten (17 Prozent), Homosexuelle (16 Prozent) und Muslime (13 Prozent) das Ziel der Hasskommentare. Ebenfalls häufig war die Diffamierung von Sinti und Roma (12 Prozent) sowie Antisemitismus (10 Prozent). 

Auch unterschieden sich Löschquoten innerhalb der EU: Am meisten gelöscht wird in Bulgarien, Zypern und Griechenland – mit jeweils einer Löschquote von 100 Prozent. Am wenigsten werden Hasspostings in Finnland (39 Prozent), Portugal (36 Prozent) und Großbritannien (54 Prozent) entfernt. In Deutschland beträgt die Löschquote 88 Prozent. Grund hierfür sind unter anderem die verschiedenen nationalen Gesetze, inwiefern Inhalte als illegal gelten.

Bevor es den Verhaltenskodex gab, erhielten Nutzer, die Hassinhalte meldeten, selten eine Reaktion der Netzwerkbetreiber. Die Meldungsfunktionen sind auch erst in der Folge der Selbstverpflichtung benutzerfreundlicher geworden.

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