EU-Finanzkommissar Euro-Rettungsfonds braucht neue Milliarden

Der Euro-Rettungsfonds droht ein Fass ohne Boden zu werden. Nach Kommissionspräsident Barroso deutet auch Kommissar Rehn die Notwendigkeit weiterer Milliardenhilfen an. Eurobonds sind ebenfalls wieder ein Thema.
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EU-Währungskommissar Olli Rehn. Quelle: Reuters

EU-Währungskommissar Olli Rehn.

(Foto: Reuters)

BrüsselEU-Währungskommissar Olli Rehn hat am Freitag eine Aufstockung des Euro-Rettungsfonds EFSF signalisiert. Man müsse gegebenenfalls Anpassungen beim Krisenmanagement vornehmen, um effektiver und glaubhafter zu sein, sagte er in Brüssel. Er äußerte sich nicht, wann und um welche Summe der Fonds aufgestockt werden könnte. Er werde in dieses Zahlenspiel nicht einsteigen, erklärte Rehn. Zudem müsse die Kommunikation besser werden, als es nach dem Euro-Gipfel Mitte Juli der Fall gewesen sei, sagte Rehn. Bislang hat der Rettungsfonds ein Volumen von 440 Mrd. Euro, Deutschland garantiert für 27,1 Prozent.

Diese Kritik gelte auch für ihn und die Kommission. Es sei ihnen nicht gelungen, die Märkte zu beruhigen. Rehn warnte vor einer Ausweitung der Krise. Die derzeitigen Turbulenzen beträfen nicht nur Europa, sondern hätten eine globale Dimension und weltweite Auswirkungen. Daher müsse auch eine globale Lösung gefunden werden.

Angesichts der Sorge der Finanzmärkte vor einer Ausweitung der Schuldenkrise versicherte Rehn, die Umsetzung der Beschlüsse des Euro-Krisengipfels sei eine Frage von "Wochen, nicht Monaten". Experten der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des EFSF arbeiteten "Tag und Nacht" an dem Hilfsplan für die gefährdeten Euro-Länder, sagte Rehn am Freitag in Brüssel.

Er betonte jedoch, Spanien und Italien würden keine Hilfe des Fonds benötigen. Ihre aktuelle Wirtschaftslage rechtfertige derartige Sorgen der Finanzmärkte nicht. Rehn sprach sich auch für eine engere Koordinierung mit der Gruppe der G-8 und G-20 aus.

Rehn war nach Brüssel gereist, nachdem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Vortag eine Neubewertung des EFSF gefordert hatte. Barroso mache Urlaub in Portugal, stehe aber in ständigem Kontakt mit den Staats- und Regierungschefs der Euroländer, erklärte eine Kommissionssprecherin.

"Eurobonds sind süßes Gift"
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59 Kommentare zu "EU-Finanzkommissar: Euro-Rettungsfonds braucht neue Milliarden"

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  • Ich habe auch keine leichte Lösung für die aufgestauten Probleme von Jahrzehnten. ABER: das rote Tuch ist bei mir, wenn die Politnullen anfangen die Probleme weiter zu vertuschen und vor sich her zu schieben und sich dafür die Instrumente zu schaffen (z.B. Eurobonds). Je ignoranter die Verantwortlichen sich gebärden, desto radikaler werde ich als Bürge(r). Das muss denen klar sein.

    Ansonsten teile ich Ihre Hoffnung auf verantwortliche Politik, die die allerdings notwendigen Maßnahmen zielgerichtet, effizient und mit möglichst wenigen Kollateralschäden (die sich in der derzeitigen Situation aber nicht mehr vermeiden lassen) in Angriff nimmt und die Lasten gerecht verteilt. Dies bedeutet zwingend einen KRÄFTIGEN Aderlass bei den asozial-leistungslosen Profiteuren des derzeitigen Finanzbetrugssystems! Alles andere ist mit der grundgesetzlich verankerten sozialen Marktwirtschaft nicht vereinbar und wird zu RICHTIGEM Ärger führen. Ich finde es fair, die Verantwortlichen rechtzeitig daran zu erinnern, bevor sie wie in Ungarn jetzt evtl. im Knast landen.

  • Die Damen und Herren in den roten Roben haben doch schon verkündet, dass sie ein politisches Urteil fäkllen werden und kein ökonomisches.

    Das muss man sich mal überlegen: "ein politisches Urteil"! Wir sind offensichtlich wirklich in der EUdSSR gelandet. Diese Juristen sollten nach Recht und Gesetz urteilen! Die Politik sollte dabei keine Rolle spielen.

    Recht und Gesetz sagen jedoch, dass die Politiker es gebrochen haben! Wenn man das negieren will, dann ist unsere Bananenrepublik keinen Deut besser als der Kongo!

    Wenn man bedenkt, von wem diese Richter in das unverdiente Amt eingesetzt werden, muss man sich allerdings nicht wundern!!!

  • Diese EUrokraten kann man nur an der Wurzel packen. D.h., Geld von den Banken abheben und in werthaltige Assets tauschen. LV kündigen! Falls jemand geriestert hat, nichts wie raus. Das ist auch ein Versprechen für Dummies! Am besten stößt man wohl auch alle Euro-Aktien ab!

  • Der Euro ist gescheitert! Die EU ist tot!
    Lest alle mal hier nach:
    http://www.zerohedge.com/news/explaining-how-just-announced-ecb-market-rescue-pledged-133-german-gdp-cover-all-europes-bad-de

    Das kann sich unsere Regierung beim besten Willen nicht leisten. Hier auch noch was dazu:
    http://der-klare-blick.com/2011/08/euro-rettung-kostet-de-3-billionen/

    Wer glaubt, dass sein Geld auf der Bank sicher ist, der irrt. Wir werden einen Mega-Finanzcrash erleben!

  • @Buerger

    Ich sehe das im Grunde nicht anders als sie. Die Guthaben sind faktisch nichts mehr wert und unhaltbar geworden. Aber WER würde das jetzt verantworten wollen? Also ich nicht! Wer das jetzt aufplatzen lässt, landet in ganz negativer Art und Weise in den Geschichtsbüchern. Also das würde ich meinem Familiennamen nicht antun wollen.

    Irgendwann wird das natürlich nicht mehr gut gehen, aber solange man sich Stabilität kaufen kann, sollte man das tun. Ich denke sie tun sich einfach etwas leicht mit den Folgen, die das hat.

    Z.B. denke ich nicht, dass Kapitalverkehrskontrollen helfen würden. Was bringt es Transfers ins Ausland zu bringen, wenn die Italiener jetzt schon per Auto über die Grenze fahren? Was bringt es, wenn jeder sein Geld von der Bank holen kann und dann der Bankrun kommt? Das reicht ja alles völlig aus!

    Wenn sie sagen, dass wir die Bereinigung verschieben haben sie Recht. Aber klammern sie bitte nicht aus, dass davon wir ganz genauso betroffen sind. In dem Moment wo Italien und Co. kippen und die Wirtschaft in den Grundfesten erschüttert sind, ist auch die dt. Verschuldung nicht mehr zu halten.

    Worauf es mir im Kern ankommt:
    Das alles ist - von der Übergangsphase abgesehen - kein Wirtschaftsproblem. Es ist ein politisches Problem und darüber was politisch in dieser Zeit passiert. Das kann schnell komplett außer Kontrolle geraten.

  • Das Euro-Katastrophenszenario was hier viele Kommentatoren beschreiben kann ich ncht glauben .
    Diese Katastrophe , wenn der Euro u. DE in der Pleite wäre,
    würde doch die ganzen Finanzmärkte weltweit in den Untergang bringen .
    Ich denke ,daß der 3. Weltkrieg ausbrechen wird u. das
    möchte ich nur vermuten !

  • Und im übrigen bitte ich DaDamm und Buerge-r mal um eine Mail an e.lieffertz(ät)t-online.de ! Würde mich freuen, mal nicht nur über solche Kommentarseiten mit gleichgesonnenen Menschen zu "reden"!

  • Richtig, wir sitzen so oder so mit im Boot: Im EU-Boot, im Euro-Boot, im IWF-U-Boot... Das Boot also.
    Und genau das ist es, was mit dem ganzen Geschacher bezweckt wird! Die BRD zahlt für alle und alles. B.z.B.E. Bis zum bitteren Ende. Und wehe, wir steigen vorher aus dem Boot aus. Man denke an 1914 und 1939...

  • Olli Rehn, Barroso und Juncker: Paten der EU-Mafia. Vom ohnmächtigen Steuerzahler gegen seinen Willen alimentierte organisierte Kriminalität. Und die Regierungen machen freudig mit, denn die selbst beschlossenen Regeln und Gesetze gemeinsam zu brechen bringt den echten Kick...

  • Die beiden Euro-Protagonisten haben in der Eile sicher nur vergessen, dass nach demokratischem Verständnis vor irgendwelchen Entscheidungen die ausdrückliche Zustimmung der nationalen Parlamente einzuholen ist.

    Vielleicht stiftet ein Abgeordneter einen alten Hut für Rehn, mit dem er bei den "wahren Finnen" in den Strassen Helsinki's um Hilfsgelder bitten könnte.

    Für Barroso wird eine Sammelbüchse kaum nötig sein, er könnte seinen Freund Spiros Latsis [griechischer Reeder und Bankier] während der nächsten Einladung zur Kreuzfahrt um dessen hilfreichen Hände bitten.

    Den beiden Herren sei als Sommerlektüre Michael Ende's "Zettelkasten - Skizzen und Notizen" empfohlen.

    Dies könnte evtl. zu einem Erkenntnisgewinn führen.

    Zitat aus dem Buch:
    "Auf einem Dampfer, der in die falsche Richtung fährt, kann man nicht sehr weit in die richtige Richtung gehen."

    http://www.fortunanetz.de/index.php

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