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EU-Finanzministertreffen Geithner liest Europa die Leviten

US-Finanzminister Geithner hat seinen europäischen Amtskollegen zum Auftakt ihres Treffens eindringlich ins Gewissen geredet. Er forderte einen effektiveren Rettungsschirm mit größeren Einsatzmöglichkeiten.
41 Kommentare
US-Finanzminister Timothy Geithner Quelle: AFP

US-Finanzminister Timothy Geithner

(Foto: AFP)

BreslauVor dem EU-Finanzministertreffen am heutigen Freitag in Breslau hat US-Finanzminister Geithner seine europäischen Amtskollegen zum Handeln aufgefordert. Geithner habe beim informellen Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag in Breslau dafür geworben, den EFSF schnell einsatzbereit zu machen und dabei eine Hebelwirkung zu nutzen, sagte eine mit der Diskussion vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. In EU-Kreisen hatte es zuvor schon geheißen, Geithner wolle empfehlen, den EFSF so einzusetzen wie das Wertpapierkaufprogramm TALF der US-Notenbank. Dabei hatte die US-Notenbank Wertpapiere aufgekauft und das US-Finanzministerium nur deren Ausfallrisiken abgedeckt. Mit den Milliarden des EFSF könnte somit ein Vielfaches an Anleihevolumen aufgekauft werden.

Geithner nimmt in Breslau erstmals an einem EU-Finanzministertreffen teil. Zuvor hatte US-Präsident Obama in einem Interview mit spanischen Journalisten seine Besorgnis über die Lage in Europa geäußert. Die
europäische Schuldenkrise sei eine Gefahr für die Weltwirtschaft, betonte er. Letztlich werde die Krise überwunden, wenn die Märkte darauf vertrauten, dass die solide wirtschaftenden Staaten in der Eurozone zur Unterstützung ihrer klammen Partner bereit seien, sagte Obama.

Geithner werde darauf drängen, den Rettungsfonds EFSF rasch zu reformieren und das Kreditvolumen noch über 440 Milliarden Euro aufzustocken, sagte ein mit der Vorgeschichte des Besuchs vertrauter EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters in Brüssel. „Er wird vielleicht auch gerade Deutschland sagen, es soll seinen Widerstand gegen eine Aufstockung des EFSF aufgeben“, ergänzte er. Geithner dränge die Europäer schon länger erfolglos zu einem Bankenrettungsprogramm nach US-Vorbild, sagte eine weitere mit den Diskussionen vertraute Person.

Demnach ist auch damit zu rechnen, dass sich der US-Finanzminister kurz nach seinen Gesprächen mit den großen Euro-Staaten beim G7-Treffen am vergangenen Wochenende in Marseille die kleineren Mitgliedstaaten vorknöpfen wird, allen voran Griechenland. Die Regierung in Athen hatte zuletzt in ihren Anstrengungen stark nachgelassen, die Sparauflagen des Euro-Hilfskreditprogramms noch zu erfüllen. „Er wird wohl Länder wie Finnland, die Niederlande und die Slowakei darauf hinweisen, dass sie ihren nationalpolitischen Klinsch zu Hause lassen und an den Rest der Welt denken sollen“, sagte der EU-Vertreter.

Zudem werde der Streit zwischen den USA und den Europäern über den richtigen Weg aus der Schuldenkrise weitergehen. Schon in Marseille habe Geithner Druck auf die Europäer gemacht, ihren fiskalpolitischen Spielraum zu nutzen. Die Forderung laute jedoch nicht, so wie die USA ein neues Konjunkturprogramm aufzulegen, sondern langsamer die Schulden abzubauen. Ein zweiter EU-Vertreter erklärte: „Wir erwarten eine Diskussion darüber, wie man die Haushaltsdefizite unter Kontrolle bringt und gleichzeitig das Wachstum stärkt.“

Treffen in Breslau

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  • rtr
  • dapd
  • dpa
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41 Kommentare zu "EU-Finanzministertreffen: Geithner liest Europa die Leviten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man muß nur den letzten Film von Michael Moore gesehen haben, wo die Machenschaften um die Lehmann Pleite bis Bankerettung ausführlich recherchiert und dargelegt sind, und man weiß, in deren Fänge und Gaunereien darf man sich nie und nimmer begeben.

    Mit der gleichen Vehemenz, wie Geithner uns nun in etwas hineintreiben will, hat man damals den US Bürgern die unsäglichen Hypothekenkredite aufgeschwätzt und untergejubelt. Die Folgen daraus weltweit sind bekannt.

  • Geithner sollte erstmal seine eigene Finanzmafia an die Zügel legen, die gegen den EURO wettet.

    even-goldman-sachs-secretly-believes-that-an-economic-collapse-is-coming

    Handelsempfehlung von Goldman Sach für Institutionelle:

    >Buy a six-month put option on the Euro

    >Buy a five-year credit default swap on an index of European corporate
    debt the iTraxx 9. This is a bet that some of these companies will default, and
    your insurance policy, the CDS, will pay off<


    Es ist unglaublich, aber wahr.
    Vielleicht sollte das der ESFS auch machen, das versteht Geithner wohl unter "Absucherung"

  • Leviten lesen? Vorknöpfen?
    Ich glaube, ich hör' (les') nicht richtig!
    Nur mal zur Erinnerung: Die USA haben über 14 Billionen Dollar Schulden mit steil ansteigender Tendenz. 46 Millionen US-Bürger sind auf Lebensmittelkarten angewiesen. Der Mittelstand bricht zusehends weg. Die ungeschönte Arbeitslosenquote liegt bei deutlich über 10%. Millionen von Bürgern sind obdachlos - teils erst unlängst durch die Immobilienkrise geworden. Die Verarnmung weiter Bevölkerungsteile schreitet rasch voran. Soziale Ungleichheit hat dramatische Ausmaße erreicht - 2/3 der Einkommenszuwächse der letzten Jahre wurde von 1% der Bevölkerung realisiert. Die Hälfte aller Bundesstaaten ist faktisch Pleite. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und da kommt so ein windiger Bankster daher und will hier den Oberlehrer mit Tatzenstock spielen?
    Gestern hat mich sein Geschwätz noch amüsiert, heute denke ich der Kerl gehört 'rausgeschmissen, aber hochkantig.

  • Lieber US-Finanzminister.

    Erst kehren wir einmal vor unserer eigenen Türe, bevor wir anderen in den Topf gucken/spucken, okay?

    Ich ahne allerdings Böses, wenn ich mir diverse ausländische Medien und alternative News-Seiten in Bezug auf die BRD-GmbH anschaue.
    Ist die BRD vielleicht doch nicht so souverän, wie sie immer vorgibt???
    Mir kommt es jedenfalls so vor...

    Warum setzen sich Regierungsmitglieder so stark für die ominösen "Vereinigten Staaten von Europa" ein?

    Es stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono?

  • Es wird allerhöchste Zeit die GELDWECHSLER wieder aus dem Tempel zu schmeißen und dieses Mal für immer!

  • @W.Fischer: Ihr Kommentar ist eine wunderbar treffende Zusammenfassung zu Herrn Geithners Verhalten. Danke!

  • Jawoll Herr Oberlehrer ohne Lizenz!
    Wir haben ja noch ein paar Tage Zeit, bis wir sehen, wie Sie das in USA machen und mit welchem Ergebnis. Jedenfalls hat die Ankündigung eurer 470 Milliardenspritze überall nur ein Lächeln hervorgerufen.
    Außer Euch in den USA sind ja alle so abscheulich dumm, dass wir natürlich erst sehen müssen wie das geht. So zeigt es uns und wir machen's nach, ok?
    Wenn ihr nicht warten könnt, bis Eure Banken auch noch die europäische Bevölkerung in den Ruin getrieben haben, so macht das was ihr immer in solchen Fällen macht. Eure Kriegsmaschinerie funktioniert ja noch und hat dies in den letzten 60 Jahren in mehr als 200 Groß- und Kleinkriegen eindrucksvoll bewiesen. Wenn ihr da noch ein paar hunderttausend Frauen, Kinder und Rentner schlachtet wird das Eure Statistik nicht sichtbar verschlechter!
    Wieso nicht jetzt, habt doch alles was ihr braucht vor Ort, inclusive Atomsprengköfe, braucht es nur zu befehlen und das könnt ihr doch oder? Wenn nicht, wird die Busch Familie sicher helfend zur Seite stehen, da kennen die Republikaner keine Scheu vor den Demokraten!

  • Es herrschen die Verbrecher der Nationen. Mach schulden und bezahle nie, denn die Kleinen werdens schon richten.
    Ein Sprichwort der Reichen sagt:
    "Wer zuviel Arbeitet, hat keine Zeit Geld zu verdienen!"

  • Was sich diese Pletegeier unter Geithner herausnehmen, ist wie bekannt die arrogante AMI-SHOW first Amerika.
    Die Amis schwemmen den Markt mit ihren Scheissdollars, und verlangen dasselbe von der EU ?
    Unseriös und äusserst fraglich.

    Die USA sollen endlich mal aufhören ihr veraltetes Model verkaufen zu wollen, das im Endeffekt nur den Reichen dient.

  • Lieber Fantor, schön dass Sie auch für die Abschaffung unsere Rechte plädieren, denn nichts anderes machen unsere Politiker. Eine Krise kann nur von anständigen Menschen (100%) bewältigt werden. Mit Asozialen und Schmarotzern ist dies unmöglich. Wir werden für die Dummheit unserer Politker viel Geld bezahlen müssen. Das fehlt dann eben für Bildung und H4. Arme Bedürftige. Wie weit unsere Gesellschaft schon durch dekadentes Verhalten verkommen ist erkennt man daran, dass alle Vernuft niedergebrüllt wird. Bitte noch etwas Geduld, bald sind wir durch. Es tut ja nicht weh.

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