Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU-Gipfel Hoffnung im Kampf gegen die Delta-Variante: Impfkampagne beschleunigt sich weiter

Die Ausbreitung der Delta-Variante kann am ehesten durch eine hohe Impfquote gestoppt werden. Die EU rechnet im dritten Quartal mit einer Auslieferung von 497 Millionen Dosen.
24.06.2021 - 18:13 Uhr Kommentieren
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten diskutierten die weitere Impfkampagne. Quelle: dpa
Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten diskutierten die weitere Impfkampagne.

(Foto: dpa)

Brüssel Der Kampf gegen die Pandemie ist ein Rennen gegen die Zeit – und die Evolution. Die Sorge vor der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus wächst, doch die EU-Kommission sieht Europa in einer guten Lage. Denn die Impfkampagne kommt immer besser in Gang.

Auf dem Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel präsentierte die Kommission aktuelle Zahlen. Demnach wurden bisher 424 Millionen Dosen an die EU ausgeliefert und 346 Millionen an EU-Bürger verimpft. Damit haben inzwischen 220 Millionen Europäer, also 60 Prozent der Bevölkerung, mindestens eine Impfung erhalten. Auch für Nachschub ist gesorgt: Im dritten Quartal rechnet die Brüsseler Behörde mit einer Auslieferung von 497 Millionen Impfdosen.

Der Wirkstoff von Biontech/Pfizer bildet weiterhin das Rückgrat der EU-Impfkampagne. Die EU erwartet 201 Millionen Dosen des Vakzins. Der US-Hersteller Moderna soll 110 Millionen Dosen liefern, der britisch-schwedische Pharmakonzern Astra-Zeneca 100 Millionen und Johnson & Johnson 86 Millionen.

Im Kampf gegen die Delta-Variante zählt vor allem die unmittelbare Verfügbarkeit. Für Juli stellt sich die EU auf 65 Millionen Dosen von Biontech, 18 Millionen Dosen von Moderna und sieben Millionen Dosen von Johnson & Johnson ein. Mit 30 Millionen Dosen von Astra-Zeneca will die EU lieber nicht fest planen. Das Unternehmen hat sich als unzuverlässiger Lieferant erwiesen und wurde daher von der Kommission verklagt.

Im vierten Quartal gehen die Lieferungen dann voraussichtlich etwas zurück. Insgesamt rechnet die EU für den Zeitraum zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember mit 399 Millionen Impfdosen.

Merkel bedauert uneinheitliches Verhalten bei Reisebestimmungen

Die Pandemie steht abermals im Mittelpunkt der Gipfelgespräche in Brüssel. In einem aktuellen Entwurf der Gipfelerklärung ist gleich der erste Gliederungspunkt der Coronakrise gewidmet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte schon vor ihrer Reise nach Brüssel ihren Unmut darüber geäußert, dass es bei der Frage, wer aus Drittländern in die EU einreisen darf, weiterhin kein einheitliches Vorgehen der Mitgliedsländer gibt. „Was ich bedaure, ist, dass es uns noch nicht gelungen ist, ein ganz einheitliches Verhalten der Mitgliedstaaten bezüglich der Reisebestimmungen zu haben“, sagte sie. Das räche sich nun: „Wir haben jetzt eine Situation in Portugal, die hätte man vielleicht vermeiden können.“

Die portugiesische Regierung sah sich vergangene Woche gezwungen, die Hauptstadt Lissabon abzuriegeln, um die Verbreitung des Virus zu stoppen. Zuvor hatte Portugal britische Touristen ins Land gelassen, obwohl die ursprünglich in Indien aufgetretene Delta-Variante in Großbritannien stark grassiert.

Die Delta-Variante des Coronavirus wird mit ziemlicher Sicherheit bald auch in Deutschland die Infektionslage beherrschen. In der Woche bis zum 13. Juni lag ihr Anteil in der sequenzierten Stichprobe bei gut 15 Prozent. Dieser Anteil hatte sich davor von Woche zu Woche jeweils verdoppelt. Verbreitet sich diese Virusmutante im gleichen Tempo weiter, könnte sie schon Anfang Juli die dominierende Variante sein.

Dann ist fraglich, ob die noch gültigen Lockdown-Maßnahmen ausreichen, um die Inzidenz konstant zu halten. Die wichtigste Frage, die sich Virologen nun stellen, lautet allerdings, ob wieder eine große Zahl an Erkrankungen zu erwarten ist. Das wird in Deutschland und vielen anderen Ländern von der Geschwindigkeit der Impfkampagne abhängen. Auch ist noch nicht klar, ob die Erkrankungen mit der Delta-Variante häufiger einen schweren Verlauf haben.

Einzelne Dosis schützt bei Delta-Variante nicht ausreichend

Immerhin jeder Zweite in Deutschland hat mindestens eine Impfdosis erhalten. Allerdings schützt eine einzelne Dosis gerade in Bezug auf die Delta-Variante noch nicht ausreichend. Den vollständigen Impfschutz hat in Deutschland jeder Dritte. In Großbritannien ist es fast jeder Zweite. Dennoch steigt dort seit vier Wochen die Zahl der Krankenhauseinweisungen leicht.

Auf den Intensivstationen oder in den Todeszahlen kann sich die Delta-Variante noch nicht auswirken, dafür ist sie in Europa noch nicht lange genug verbreitet.

Lesen Sie auch zum Thema:

Angesichts der unsicheren Lage kritisieren Politiker, dass die Fußball-Europameisterschaft in vollen Stadien ausgetragen wird. Beim Finale und den Halbfinals in London sollen 60.000 Zuschauer zugelassen sein, für Vertreter von Uefa und Sponsoren gelten weniger strenge Einreisebestimmungen als für andere Reisende. Berichtet wird, dass der europäische Fußball-Verband Uefa damit gedroht hatte, die Spiele nach Budapest zu verlegen, sollte Großbritannien sich nicht auf die Bedingungen einlassen.

Politiker forderten unabhängig davon eine Verlegung in ein Land mit niedrigerer Inzidenz und die Senkung der Zuschauerzahl. „Mir persönlich ist es nicht wohl dabei, Fußballspiele in einem solchen Virusvariantengebiet vor so vielen Zuschauern auszutragen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem Handelsblatt. 

Mehr: Spahn mahnt zur Vorsicht – „So führt der Urlaubssommer nicht zu einem Sorgenherbst“

Startseite
Mehr zu: EU-Gipfel - Hoffnung im Kampf gegen die Delta-Variante: Impfkampagne beschleunigt sich weiter
0 Kommentare zu "EU-Gipfel: Hoffnung im Kampf gegen die Delta-Variante: Impfkampagne beschleunigt sich weiter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%