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EU-Justizkommissarin Weg mit dem Kartell der Ratingagenturen

Die EU-Justizkomissarin Vivane Reding schwingt den Hammer. Die drei Ratingagenturen Standard & Poors (S&P), Moody's und Fitch bilden ein Kartell, das zerschlagen werden sollte.
11.07.2011 - 02:05 Uhr 18 Kommentare
EU-Justizkommissarin Viviane Reding. Quelle: ap

EU-Justizkommissarin Viviane Reding.

(Foto: ap)

Berlin EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat eine Zerschlagung der Ratingagenturen ins Spiel gebracht. „Europa darf sich den Euro nicht von drei US-Privatunternehmen kaputt machen lassen“, sagte Reding der Zeitung „Die Welt“ mit Blick auf die drei großen Agenturen Standard & Poors (S&P), Moody's und Fitch. Es seien mehr Transparenz und Wettbewerb bei der Bewertung von Unternehmen und Staaten nötig.

„Ich sehe zwei mögliche Lösungen: Entweder beschließen die G20-Staaten gemeinsam, das Kartell der drei US-Ratingagenturen zu zerschlagen. Die USA könnten beispielsweise aufgefordert werden, aus den drei Agenturen sechs zu machen. Oder es werden unabhängige europäische und asiatische Ratingagenturen geschaffen.“

Es dürfe nicht sein, dass ein Kartell dreier US-Unternehmen über das Schicksal ganzer Volkswirtschaften und ihrer Bürger entscheide. Wie das Blatt unter Berufung auf EU-Kreise weiter berichtet, wird mittlerweile in der Europäischen Union ein Schuldenschnitt für Griechenland „als extreme Option“ nicht mehr ausgeschlossen.

Ein Forderungsverzicht der Gläubiger sei im Umfeld der Euro-Finanzminister in den vergangenen Wochen intern bereits mehrfach beraten worden, schreibt die Zeitung weiter. Ein ranghoher EU-Diplomat sagte dem Blatt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es spätestens bis Dezember zu einer Umschuldung kommt, ist sehr hoch.“

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    18 Kommentare zu "EU-Justizkommissarin: Weg mit dem Kartell der Ratingagenturen "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Bernd, kuac

      Es stimmt schon, daß die Einschätzungen der Ratingagenturen bei der Entwicklung der Immobilien- und Finanzblase falsch waren. Wie übrigens fast alle anderen Meinungen - bis auf ganz wenige Einzelstimmen - auch daneben lagen.

      Allerdings wären von den Bankern selbst ohne Ratings auch keine richtigen Ergebnisse zu erwarten gewesen. Deren 'Habgier' und Traum von endlosem Kreditwachstum hätten noch nicht einmal warnende Ratings ausgebremst.

      In der aktuellen Situation sind jedenfalls die drei großen Agenturen wichtige Gegenpositionen zu den Europolitikern. Sie beginnen übrigens auch schon mit Kritik an der amerikanischen Finanzpolitik.

    • Schön langsam beginne ich mir wirklich ernsthafte Sorgen um die Verfassung der EU-Führung zu machen. Solche billigen Ablenkungsmanöver zeigen die zunehmende Verzweiflung..

      LG,
      http://zuwi.at

    • Die Zwangsheirat "Eurozone", die die Deutschen nie wollten ist das Problem und nicht die Ratingagenturen.

    • Die Politiker können abgewählt werden. Können Sie S&P abwählen?

    • Volle Zustimmung. Es kann nicht sein, das das Schicksal der
      Menschheit von 3 nicht demokratisch gewählten Privatfirmen
      abhängt. Welche Verantwortung haben sie denn übernommen nach ihrem Fehlurteil im Fall Lehman? Wer kontrolliert denn die Agenturen? Oder, das ist ein Instanz wie "Gott"?

    • Verantwortung abzugeben und sich abzusichern ist ein menschliches Grundverhaltensmuster.

      Systeme müssen das konstruktiv verhindern. Manager müssen verpflichtet sein, Herdentrieb durch eigenen Verstand zu ersetzen.

      Rating läd ein, Verantwortung abzugeben. Rating ist das Outsourcen der verantwortlichen eigenen Risikoanalyse. Um den Mechanismus abzustellen reichen keine Appelle.

    • Natürlich legen die Rating Agenturen nur den Finger auf die Wunde; dadurch heilt diese Wunde allerdings nicht schneller. Es ist doch klar, dass die Rating Agenturen in New York sitzen und von der US-Politik dominiert werden. Letztendlich geht es um den Krieg der Währungen, tatsächlich steht es um die US Economy ja auch nicht zum Besten mit einer realen Arbeitslosigkeit über 20% und einer Verschuldung über 100% (http://www.shadowstats.com/). Und da sollte die EU-Politik entschiedener reagieren und Ross und Reiter nennen! Rettet den EUR oder der deutsche Steuerzahler wird es büssen müssen.

    • Und wann fordert Hr. Wulff endlich: Die Politiker müssen für Ihre Entscheidung haften und persönlich für Ihre Fehler aufkommen???

    • Da bei mehreren Ratingagenturen eine Beeinflussung der Kurse durch eine Agentur unwahrscheinlicher wäre, könnte man dieses Ziel viel einfacher indirekt erreichen. Es würde genügen, die Kursmanipulation generell unter Strafe zu stellen. Das wäre das Ende für kursbeeinflussende Maßnahmen des amerikanischen Dreierkartells !

    • Die Lage in Griechenland oder Portugal wäre auch ohne Ratingagentur jedem intelligenten Anleger klar. Diese bestätigen nur das Offensichtliche. Das erinnert an die Übergewichtigen, die ihre Waage zertrümmern, weil sie zuviel kg anzeigt...

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