EU-Kommission EU warnt vor Athens Schuldenkollaps

Die Brüsseler schlagen Alarm: Wenn die Hilfe nicht rasch greift, steigt Athens Verschuldung in unglaubliche Höhen. Der Teufelskreis der Eurokrise wirkt dramatisch auf den ganzen Kontinent. Auch die EZB wird nervös.
Update: 10.11.2011 - 11:37 Uhr 34 Kommentare
EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Quelle: AFP

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn.

(Foto: AFP)

BrüsselDie Krise der Eurozone weitet sich aus - dabei ist der heißeste Brandherd noch immer nicht gelöscht: Die Gesamtverschuldung Griechenlands droht nach Kommissionsberechnungen im nächsten Jahr von 163 auf 198,3 Prozent der Wirtschaftsleistung weiter kräftig zu steigen - wenn das neue Rettungspaket für Athen scheitert. Auch für 2013 prognostiziert die Kommission in ihrem am Donnerstag vorgestellten Herbstgutachten eine Gesamtverschuldung von knapp 200 Prozent. Erlaubt sind in der EU höchstens 60 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Auswirkungen sind längst nicht mehr auf die Sorgenkinder im Süden der EU begrenzt. Die Eurokrise könne ganz Europa in eine Rezession werfen, warnt die Brüssler Behörde. Die Wirtschaft werde „bis weit ins Jahr 2012 hinein stagnieren“, und „es besteht das Risiko einer erneuten Rezession“, warnt die EU-Kommission in ihrem am Donnerstag vorgestellten Herbstgutachten. Wirtschaftsflaute, Schuldenprobleme und der anfällige Finanzsektor „scheinen sich in einem Teufelskreis gegenseitig zu beeinträchtigen“. Ähnlich äußert sich die EZB in ihrem neuen Monatsbericht.

„Das Wachstum in Europa ist zum Stillstand gekommen, und es besteht das Risiko einer erneuten Rezession“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Für die Eurozone erwartet Rehn im kommenden Jahr nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent nach 1,5 Prozent im laufenden Jahr. Für 2013 werden 1,3 Prozent angenommen.

Italien, das derzeit besonders unter dem Druck der Finanzmärkte steht, wird laut Prognose zum Jahresende in die Rezession rutschen. Die Kommission rechnet für das vierte Quartal mit einem Rückgang der italienischen Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent. Zu Jahresanfang 2012 werde die Wirtschaft um 0,1 Prozent schrumpfen.

EU-Kommissar Rehn schickte eine deutliche Botschaft nach Rom, wo derzeit um eine Übergangsregierung gerungen wird: „Die wichtigste Aufgabe Italiens ist es, politische Stabilität wieder herzustellen.“ Es müsse bald entschieden gehandelt werden, um die Budgetziele zu erreichen und das Wachstum anzukurbeln.

Die EU-Kommission mahnte weitere Euro-Länder für ihre Haushaltsführung ab. Belgien, Malta, Polen, Ungarn und Zypern drohte Rehn mit Sanktionsverfahren, weil sie ihre zu hohe Staatsverschuldung nicht zügig genug abbauen. Er gab den Ländern bis Mitte Dezember Zeit, Pläne zum Schuldenabbau vorzulegen. Andererseits werde er die schärferen Regeln des Stabilitätspaktes nutzen. Dazu gehören halbautomatische Sanktionsverfahren.

Von Belgien forderte Rehn in diesem Zusammenhang stärkere Bemühungen um eine Haushaltskonsolidierung. Das Land, für das die Kommission für 2012 eine Neuverschuldung von mehr als 4,5 Prozent des BIP prognostiziert und dessen Staatsverschuldung 2012 den Schätzungen zufolge bei fast 100 Prozent des BIP liegen dürfte, müsse seine Anstrengungen dringend verstärken, um die Haushaltsziele für 2012 zu erreichen.

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34 Kommentare zu "EU-Kommission: Brüssel warnt vor Rezession in Europa"

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  • Richtig, der Euro ist eine Fehlkonstruktion und die Politik ist unfähig dies zu erkennen und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen. Zurück zu den nationalen Währungen so bald wie möglich und hört mit dem Geschwätz auf,dass das nicht geht. Endlich sehe ich,dass eine Mehrheit dies jetzt erkannt hat und nicht länger mit Europa das Zünglein an der Waage zwischen China und USA spielen will.--Nur , je länger das so weiter geht, desto teurer wird es für uns.

  • Es wäre toll, wenn die Politiker endlich mal den Mund halten würden und Grundkurse in VWL besuchen würden.

    Die Finanzinstitute mit griechischen Anleihen sind gefährdet. Aber nicht der Euro. Eine Währung repräsentiert sich die Stärke der Realwirtschaft. Ist das so schwer zu begreifen?

  • Es ist geradzu krinminell, wie diese Eurofanatiker immer noch an diesem Kunstgeld festhalten und ganze Völker in den Abgrund reißen.
    Man weiß nicht, wissen sie es wirklich nicht besser oder wissen sie es und haben nur Angst, die Wahrheit zu sagen, weil sie befürchten, vom Volk gelüncht zu werden?

  • Na Sie machen mir aber Spaß. Das dürfen die doch nicht.
    Es wird doch auch im TV der Euro immer noch schön geredet.
    Vor allem Merkel-Schönredner kann man derzeit auf allen Kanälen sehen. Wie gestern wider Prof. Korte.
    Wenn der in seiner leisen bedächtigen und Merkel-treuen Art redet, gehen mir die Haare hoch.
    Ich glaube, den hätte mein Sohn auseinander genommen, wenn er den an dr Uni gehabt hätte.
    Ja, die polit. Machtübernahme über alle Institutionen funktioniert prächtig.
    Presse, Medien alles schön auf Linie.
    Vielleicht ist ja Honecker wieder auferstanden und wir haben das nur noch nicht gemerkt

  • Es sollte uns jedoch auch einleuchten, dass das genügend Politiker wissen, nur hilft das dem Volk nicht, weil die Politik nur einigen wenigen sog. Eliten verpflichtet sind. Wäre das nicht so, dann säßen sie nicht da wo sie sitzen.
    Folgender Bericht gibt einen vollkommenen Einblick in die Machtstrukturen:
    Machteliten: "Ihre Ursprünge, ihre Etablierung, ihre Strukturen, ihre Verflechtungen, ihre Ziele!"
    Hier mehr:
    http://steuerembargo.co.de/news/item/145-machteliten-ihre-ursr%C3%BCnge,-ihre-etablierung,-ihre-strukturen,-ihre-verflechtungen,-ihre-ziele.html

  • Der Meinung schließe ich mich voll und ganz an.
    Lieber jetzt schnell ein Ende mit Schrecken als ewig ein Schrecken ihne Ende

  • sich in diese Köpfe hinein zu denken, düprfte sehr schwer sien. Besonders in den sozialistischen diktatorischen von Merkel
    Deren krudes Gehirn verstehen wir nur schwre.

  • Was ist jetzt an dieser meldung neu? Wieso ist eine solche idiotische Meldung denn immer wieder nur wiederholt zu werde? Hat denn dieses Regierungs Zentralorgan nichts anderes zu tun las das zu wiederholen, was die Aldi Kassiererin und der Müllmann schon satt hat?

    Sachlicher, kritischer und aktueller Journalismus ist was Anderes!

    Informationen nicht aufdrängen lassen, sondern die richtige Quelle finden, z. B. hier: http://steuerembargo.co.de

  • befürchten.
    das klingt nach angst.
    dann sollte man europa auch nicht ernst meinen wollen.
    sagt das doch gleich, daß ihr "das alles so nicht ernst gemeint hattet".
    isch krieg rheuma bei sowas.
    Rücken ginge ja noch, aber bei Rheuma hört der Spaß auf.

  • 'Rehn sagte, der Schlüssel zu mehr Wachstum liege darin...' - Das Modell infiniten ökonomischen Wachstums ist im post peak oil Zeitalter nicht mehr gültig. Es entgegen besseren Wissens immer wieder anzupreisen grenzt an Wahnsinn. Direkt vor uns liegt die Hubbertklippe und der Zusammenbruch der Net-Energy Ausbeute bei den fossilen Energieträgern. Das Gebot der Stunde ist eine gründliche Vorbereitung auf das Leben nach dem Kollaps.

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