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EU-Kommission EU-Staaten stimmen für Aufnahme von Handelsgesprächen mit den USA

Die Staaten sind der Empfehlung der EU-Kommission gefolgt und haben sich für Handelsgespräche mit den USA ausgesprochen. Frankreich stimmte dagegen.
Update: 16.04.2019 - 00:00 Uhr Kommentieren
EU-Staaten stimmen für Aufnahme von Handelsgesprächen mit den USA Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident wirft der EU vor, die Vereinigten Staaten im Handel zu benachteiligen.

(Foto: AP)

Brüssel, Luxemburg, WashingtonDer Weg für Gespräche zur Beilegung des Handelsstreits zwischen der EU und den USA ist endgültig frei. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten der EU beschloss am Montag gegen den Widerstand Frankreichs das noch ausstehende Mandat für Handelskommissarin Cecilia Malmström. Die Schwedin will nun so schnell wie möglich mit der Regierung in Washington Verhandlungen über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen und über eine engere Zusammenarbeit bei der gegenseitigen Anerkennung von Standards beraten.

Eine Einigung soll vor allem auch die Einführung von Sonderzöllen auf europäische Autos verhindern. US-Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, sollte die EU Gespräche über neue Handelsregeln blockieren. Davon wären vor allem deutsche Hersteller betroffen.

Schon am Montag deutete sich allerdings ein Konflikt im Agrarbereich an. Die USA wollen auch über den Abbau von Agrarzöllen reden, was das EU-Mandat nicht erlaubt. Trump kritisierte bei einem Besuch in Burnsville im US-Bundesstaat Minnesota Handelsbarrieren der EU für landwirtschaftliche Produkte aus den Vereinigten Staaten. „Man kann unsere Bauern nicht so behandeln“, sagte er.

Trump sagte mit Blick auf die EU: „Sie nehmen kaum etwas von unseren Agrarprodukten und können trotzdem ihre Mercedes-Benz und alles, was sie wollen, in unserem Land verkaufen, inklusive ihrer Agrarerzeugnisse.“ Der Präsident fügte hinzu: „Ich habe offen gesagt, wenn sich das nicht ändert, werden wir alle Eure Autos und alles andere, was reinkommt, mit Zöllen belegen.“

Malmström verwies am Montag darauf, dass auch in der vergangenen Juli zwischen Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker getroffenen Grundsatzvereinbarung zur Schlichtung des Handelsstreits kein Abbau von Agrarzöllen vorgesehen wurde. Malmström will die mit den USA geplanten Verhandlungen nun möglichst bis Ende Oktober zu einem Erfolg führen.

„Wir können das schnell machen, und von unserer Seite sind wir entschlossen, alles für einen Abschluss unter der derzeitigen Kommission zu tun“, sagte Malmström in Brüssel. Wenn man sich mit den USA nun darauf einige, loszulegen, könne es schnell gehen.

Juncker erklärte am Montag, dass Zollsenkungen für Industrieerzeugnisse Schätzungen zufolge zu einer zusätzlichen Erhöhung der EU- und US-Exporte um 26 Milliarden Euro führen könnten. „Wir möchten eine Win-Win-Situation, die sowohl für die EU als auch für die USA Vorteile bringt“, sagte er. Über die Regulierungszusammenarbeit sollen es Unternehmen nach Angaben der EU-Kommission leichter haben, nachzuweisen, dass ihre Produkte die technischen Anforderungen auf beiden Seiten des Atlantiks erfüllen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte die bei einem Ministertreffen in Luxemburg getroffene Entscheidung einen Durchbruch, um einen noch schlimmeren Handelskonflikt endgültig abzuwenden. „Die Verhandlungen werden nicht leicht, aber wir werden sie entschlossen führen zum Wohle beider Partner“, kommentierte er.

Dass die EU-Staaten sich mit der Mandatsvergabe so schwer taten, lag vor allem am Widerstand Frankreichs, das am Montag überstimmt werden musste, um das Mandat zu beschließen. Staatschef Emmanuel Macron hatte zuvor mehrfach darin erinnert, dass er grundsätzlich gegen die Aufnahme von Handelsgesprächen mit Ländern sei, die das Pariser Klimaschutzabkommen nicht akzeptieren. In EU-Kreisen wurde allerdings davon ausgegangen, dass kurz vor der Europawahl im Mai auch die lauten Stimmen von Freihandelskritikern in Frankreich eine Rolle spielten. So hatte die Regierung in Paris lange versucht, die Abstimmung über das Mandat einfach auf die Zeit nach der Europawahl zu verschieben.

Frankreich war am Montag der einzige EU-Staat, der gegen das Abkommen stimmte. Die belgische Regierung, die ebenfalls mit lauter Freihandelskritik zu kämpfen hat, enthielt sich.

Die Entscheidung, Frankreich zu überstimmen, fiel vor allem aus Angst vor neuen US-Sonderzöllen auf Autoimporte. Länder wie Deutschland befürchten, dass dadurch Tausende Arbeitsplätze in der Autoindustrie verloren gehen könnten. Die USA sind derzeit wichtigster Einzelmarkt für Deutschlands Exporteure.

Sollten die USA Sonderzölle von bis zu 25 Prozent auf Importwagen verhängen, könnten sich deutsche Autoexporte in die USA langfristig fast halbieren, berechneten zuletzt Ökonomen vom ifo Institut.

Der Handelsstreit mit den USA war durch die Einführung von US-Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte entbrannt und hat zur Einführung von EU-Vergeltungszöllen auf US-Produkte geführt. Derzeit drohen wegen eines Streits um Subventionen für Flugzeugbauer weitere Sonderzölle in Milliardenhöhe.

Brexit 2019
  • dpa
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