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EU-Kommission Ökostrom soll nicht länger Vorrang haben

Bislang müssen Netzbetreiber in der EU Ökostrom kaufen, wenn es ein Überangebot gibt. Laut einem Medienbericht soll sich das nun ändern: Demnach will die EU-Kommission den Vorrang der erneuerbaren Energien streichen.
11.11.2016 - 19:49 Uhr
Bisher müssen die Netzbetreiber aller EU-Staaten den Betreibern von Wind-, Solar- und Biogasanlagen ihren Strom bevorzugt abnehmen, wenn am Markt ein Überangebot herrscht. Quelle: dpa
Ökostrom

Bisher müssen die Netzbetreiber aller EU-Staaten den Betreibern von Wind-, Solar- und Biogasanlagen ihren Strom bevorzugt abnehmen, wenn am Markt ein Überangebot herrscht.

(Foto: dpa)

Berlin Die EU-Kommission will einem „Spiegel“-Bericht zufolge den Vorrang von Ökostrom bei einem Überangebot am Markt streichen. Das Nachrichtenmagazin berichtete am Freitag, das gehe aus dem Entwurf für eine neue EU-Richtlinie zur Regulierung des europäischen Energiemarkts hervor.

Bisher müssen die Netzbetreiber aller EU-Staaten den Betreibern von Wind-, Solar- und Biogasanlagen ihren Strom bevorzugt abnehmen, wenn am Markt ein Überangebot herrscht. Der Richtlinie zufolge solle sich das für Ökostromanlagen, die ab 2021 gebaut werden, ändern.

Der „Spiegel“ berichtete, der Einspeisevorrang solle dann nur noch für Anlagen mit einer Leistung von weniger als 500 Kilowatt gelten, ab 2026 sogar nur noch für Anlagen mit einer Leistung von 250 Kilowatt. Größere Solaranlagen und Windparks hätten damit künftig keine Vorfahrt mehr in den Netzen.

So groß sind die Solar-Marktführer
Platz 15: Solarworld (Deutschland)
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Solarworld-Chef Frank Asbeck ist der letzte Überlebende aus der Glanzzeit der deutschen Solarindustrie. Während beinahe alle anderen heimischen Photovoltaikkonzerne in den vergangenen Jahren im Kampf gegen die asiatische Billigkonkurrenz pleitegingen, existiert die Firma des Bonner Ökopioniers immer noch. Dennoch ist die Zukunft von Solarworld ungewiss. Ein 770-Millionen-Dollar schwerer Rechtsstreit mit dem Siliziumhersteller Hemlock Semiconductor bedroht den Fortbestand des Unternehmens. Die drei Fabriken von Solarworld liefen 2015 ungeachtet der Klage aber auf Hochtouren. Nach Berechnungen des Analysehauses IHS produzierte Solarworld Paneele mit einer Kapazität von mehr als tausend Megawatt.

Jahresproduktion: 1.117 Megawatt

(Foto: dpa)
Platz 14: REC Group (Norwegen)
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Neben Solarworld ist REC die größte verbliebene Photovoltaik-Marke in Europa. Richtig europäisch ist REC freilich nicht. Das Unternehmen hat zwar seinen Hauptsitz in Norwegen, aber produziert wird vorrangig in Singapur. Anfang 2015 wurde REC zudem von der Elkem Group übernommen. Elkem ist eine Tochter des chinesischen Konzerns Bluestar und stellt Silizium her – das Ausgangsmaterial für die Erzeugung von Photovoltaikzellen. REC beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 755 Millionen Dollar.

Jahresproduktion: 1.188 Megawatt

(Foto: PR)
Platz 13: Sunpower (USA)
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Amerikas zweitgrößter Photovoltaikkonzern ist 2015 wieder in die roten Zahlen gerutscht. Bei einem Umsatz von rund 1,4 Milliarden Dollar meldet Sunpower Verluste in der Höhe von fast 300 Millionen Dollar. 2016 soll es aber wieder aufwärts gehen. Das kalifornische Unternehmen rechnet mit Erlösen von bis zu drei Milliarden Dollar. Sunpower fertigt nicht nur Module, sondern errichtet und betreibt auch eigene Solarparks. In Deutschland erlangte der Konzern als Haupt- und Trikotsponsor des Fußballvereins Bayer 04 Leverkusen Bekanntheit. Die Partnerschaft endete 2013 aber bereits nach zwei Jahren, weil Sunpower wirtschaftlich in Probleme geriet.
Jahresproduktion: 1.253 Megawatt

(Foto: Imago)
Platz 12: Shanghai Aerospace Automobile (China)
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In keinem anderen Land der Welt werden so viele Solarmodule hergestellt und Photovoltaikanlagen ans Stromnetz angeschlossen wie in China. Das Reich der Mitte hat Deutschland 2015 als größte Solarnation abgelöst. Und kein Land schickt sich derzeit an, China wieder vom Thron zu stoßen. Im Gegenteil. Bis 2020 will die Staatsregierung in Peking die Solarkapazitäten sogar auf 143 Gigawatt ausbauen. Das wäre eine Verdreifachung der bisherigen Kapazitäten. Einer der größten Profiteure der fernöstlichen Ökorevolution ist schon jetzt die chinesische Firma Shanghai Aerospace Automobile.

Jahresproduktion: 1.282 Megawatt

(Foto: Reuters)
Platz 11: Risen Energy (China)
5 von 15

In der ostchinesischen Provinz Zheijang ist Risen Energy beheimatet. Das Unternehmen wurde 1986 gegründet und beschäftigt aktuell etwa 3000 Mitarbeiter. Seine Solarmodule verkauft Risen überwiegend direkt im Reich der Mitte. Einen Grund daran etwas zu ändern, gibt es ohnehin nicht. Schließlich wächst der chinesische Solarmarkt aktuell um gut 48 Prozent pro Jahr.

Jahresproduktion: 1.292 Megawatt

(Foto: Imago)
Platz 10: EGing PV (China)
6 von 15

Allein 2015 war der chinesische Markt für 32 Prozent der weltweit neu installierten Photovoltaikkapazität verantwortlich. Von diesem gigantischen Wachstum profitiert auch die Firma EGing PV überproportional. Das Unternehmen existiert seit 2003 und ist in Schanghai an der Börse notiert. Das Geschäftsmodell der chinesischen Firma umfasst nach eigenen Angaben die Produktion sämtlicher Solarprodukte – von Ingots, Wafern und Zellen bis hin zu Photovoltaikmodulen und der kompletten Errichtung von Solaranlagen.

Jahresproduktion: 1.324 Megawatt

(Foto: Imago)
Platz 9: GCL (China)
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Von den 15 weltgrößten Solarkonzernen kommen gleich zehn Unternehmen aus China. Die Staatsregierung rief vor mehr als einem Jahrzehnt zum Aufbau einer eigenen Photovoltaikindustrie auf. GCL zählt zu den führenden Modulproduzenten in China und könnte künftig noch größer werden. Der Konzern ist zuletzt bei dem angeschlagenen Konkurrenten Chaori Solar eingestiegen.

Jahresproduktion: 1.722 Megawatt

(Foto: Imago)

Wenn Ökostromanlagen in einem Land mehr als 15 Prozent der erzeugten Elektrizität produzierten, solle der Einspeisevorrang laut dem EU-Papier ganz wegfallen, berichtete das Blatt. Das würde unter anderem Deutschland betreffen, wo schon jetzt mehr als ein Viertel des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt.

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    Länder, die Ökostromanlagen ab 2021 trotzdem weiter Einspeisevorrang gewähren wollten, müssten die EU-Kommission um Erlaubnis fragen, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf den Richtlinienentwurf. Eine solche Erlaubnis könne erst nach Rücksprache mit den anderen EU-Mitgliedstaaten erteilt werden. Staaten wie das kohlefreundliche Polen würden also künftig über die deutsche Energiewende mitentscheiden.

    • rtr
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