Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU-Kommission Ursula von der Leyen arbeitet an ihrem neuen Team

Die neue EU-Kommissionspräsidentin stellt hinter den Kulissen ihr Team zusammen. Eine Aufgabe, die einem diplomatischen Balanceakt gleicht.
Kommentieren
Schon vor Amtsantritt muss die neue EU-Kommissionschefin Fingerspitzengefühl beweisen. Quelle: imago images / Insidefoto
Ursula von der Leyen

Schon vor Amtsantritt muss die neue EU-Kommissionschefin Fingerspitzengefühl beweisen.

(Foto: imago images / Insidefoto)

Brüssel Ursula von der Leyen macht sich rar. Die angehende Präsidentin der EU-Kommission absolviert derzeit kaum öffentliche Auftritte, lediglich ein Besuch beim Kernforschungszentrum Cern und die Verabschiedung beim Großen Zapfenstreich in Berlin standen in den vergangenen 14 Tagen in ihrem Kalender.

Die ehemalige Verteidigungsministerin, sonst alles andere als kamerascheu, wirkt derzeit lieber hinter den Kulissen. Sie und ihr rund zehnköpfiges Übergangsteam nutzen die Sommerpause, um von ihrem Trakt im dritten Stock eines Nebengebäudes der Kommission möglichst geräuschlos die neue Kommission zusammenzustellen. Pünktlich am 1. November will die 60-Jährige die Geschäfte von Amtsinhaber Jean-Claude Juncker übernehmen. Rampenlicht schadet da nur.

Bis auf Italien haben inzwischen alle Mitgliedstaaten Bewerber für das Kollegium vorgeschlagen, seit Dienstag führt von der Leyen nun die formellen Auswahlgespräche. Mit wem sie wann und über welches Aufgabengebiet spricht, darüber aber hüllt sie sich in Schweigen. Die angehende Präsidentin wolle damit „den Wunsch nach Vertraulichkeit und Flexibilität bei den Kandidaten respektieren“, sagt eine Kommissionssprecherin. Erst wenn alle Namen feststehen und die Ressorts verteilt sind, will von der Leyen an die Öffentlichkeit gehen.

Die Auswahl der 26 Kommissare ist ein politisch sensibler Prozess – von der Leyen muss Fingerspitzengefühl im Umgang mit den nationalen Regierungen beweisen und zugleich Durchsetzungsvermögen. Nicht alle der Vorgeschlagenen stoßen bei der neuen Kommissionschefin auf Gegenliebe: Teils fehle ihnen das Format, heißt es in Brüssel, teils passten ihre Qualifikationen nicht zum vorgesehenen Aufgabengebiet. Auch haben die EU-Staaten noch nicht genug Frauen vorgeschlagen, um das von ihr ausgegebene Ziel der Geschlechterparität zu erreichen.

Ihre Bedenken überbringt von der Leyen den jeweiligen Regierungschefs in vertraulichen Gesprächen – und überlässt es diesen, gesichtswahrend den Rückzug eines Kandidaten zu kommunizieren. So verkündete Warschaus Bewerber Krzysztof Szczerski seinen Verzicht, weil ihm die Erfahrung im für Polen vorgesehenen Agrarressort fehle. Die Regierung dürfte an seiner Stelle nun Janusz Wojciechowski nominieren, der lange im Agrarausschuss des Europaparlaments saß.

Gedränge um Großthemen

Auch bei der Verteilung der Ressorts muss von der Leyen die Balance finden zwischen den Wünschen der Mitgliedstaaten und der Arbeitsfähigkeit ihrer neuen Kommission. So haben mit Rumänien, der Slowakei und Litauen gleich mehrere Länder Interesse am Energieportfolio angemeldet.

Ebenfalls begehrt ist auch der Posten des Handelskommissars, der politischen Einfluss in einer der Kernkompetenzen der Kommission verspricht. Der bisherige Agrarkommissar Phil Hogan aus Irland würde den Bereich gerne übernehmen, seine tschechische Kollegin Vera Jourova, derzeit für Justiz zuständig, hat ebenfalls Ansprüche angemeldet.

Gedrängel gibt es auch um das Großthema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, das von der Leyen zu einer ihrer Prioritäten erklärt hat. Auch hieran hat Jourova Interesse bekundet, die 55-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren bereits als Datenschützerin einen Namen gemacht. Dem Vernehmen nach würde aber auch Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager den Bereich gerne übernehmen, zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben.

Die Dänin ist als Vizepräsidentin der Kommission bereits gesetzt, sie war Teil des Personalpakets der EU-Staats- und -Regierungschefs, die von der Leyen als Kommissionspräsidentin nominierten. Das Gleiche gilt für den Niederländer Frans Timmermans, der erster Stellvertreter wird und das Thema Klimaschutz übernehmen könnte.

Von der Leyen muss aber nicht nur die Regierungen und die Egos ihrer Kommissare zufriedenstellen. Die 26 Bewerber müssen sich noch einzeln in Anhörungen vor den Fachausschüssen im Europaparlament bewähren. Und die Abgeordneten haben bereits angedroht, nicht alle durchkommen zu lassen.

Mehr: Die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt die Ressorts auf – und ihre Mannschaft zusammen. Es stehen einige bekannte Namen auf der Liste.

Startseite

Mehr zu: EU-Kommission - Ursula von der Leyen arbeitet an ihrem neuen Team

0 Kommentare zu "EU-Kommission: Ursula von der Leyen arbeitet an ihrem neuen Team"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote