EU-Konjunktur Frankreich erwartet mehr von Deutschland

Am Sonntag soll Kanzlerin Merkel den französischen Präsidenten Hollande treffen. Vorab fordert dessen Wirtschaftsminister mehr Investitionen von Berlin. Auch zum Grexit vertritt er eine klare Haltung.
Update: 06.01.2015 - 23:29 Uhr 7 Kommentare
Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron möchte, dass Deutschland mehr für das europäische Wachstum tut. Quelle: AFP

Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron möchte, dass Deutschland mehr für das europäische Wachstum tut.

(Foto: AFP)

ParisDeutschland muss nach Einschätzung des französischen Wirtschaftsministers Emmanuel Macron mehr für das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union tun. Macron forderte am Dienstag in der Tageszeitung "Les Echos" mehr deutsche Investitionen und ein Konjunkturprogramm.

Innerhalb der Eurozone müsse es "intelligenter" gestaltete Haushaltspläne geben, Deutschland müsse eine "wahrhafte Konjunkturpolitik" betreiben und verstärkt den Willen zu europäischen Investitionen zeigen, sagte Macron am Dienstag der Internetausgabe der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos".

Deutschland müsse "weit mehr investieren", sagte Macron. Ebenso wie Frankreich eine "unabweisbare Verantwortung" für wirtschaftspolitische Reformen habe, habe Deutschland eine "unabweisbare Verantwortung" für Investitionen.

Frankreich leiste seinen Beitrag, fügte Macron hinzu. "Wir wollen unsere deutschen Partner überzeugen, dass Frankreich und Deutschland für den Aufschwung in Europa gemeinsam deutlich weitergehen müssen." Frankreich steht unter dem Druck seiner Partner in der Euro-Zone, die Defizit- und Schuldenregeln einzuhalten.

Macron vertrat die Ansicht, Griechenland habe seinen "Platz in der Eurozone" bei "jeder Art von Regierung" in Athen. Das griechische Volk habe die Möglichkeit, bei der Parlamentswahl am 25. Januar "souverän" über seine Vertreter abzustimmen. Diese hätten dann die Verantwortung, die internationalen Verpflichtungen des Landes einzuhalten, sagte Macron.

Bei der Parlamentswahl in Griechenland könnte die linke Syriza-Partei stärkste Kraft werden. Deren Vorsitzender Alexis Tsipras fordert eine Abkehr vom strikten Sparkurs sowie Verhandlungen über einen Schuldenschnitt mit den internationalen Gläubigern.

Macron äußerte sich wenige Tage vor dem für Sonntag geplanten Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande in Straßburg.

  • afp
  • rtr
Startseite

Mehr zu: EU-Konjunktur - Frankreich erwartet mehr von Deutschland

7 Kommentare zu "EU-Konjunktur: Frankreich erwartet mehr von Deutschland "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bei diesem Artikel fällt einem nur eines ein, die gute alte Weise:

    France plays, Germany pays.

    sie gilt noch immer. Und das ganze mit einem sozialistischen Orientierung. Armes Europa, so muss es leider weiter bergab gehen.

    Deutschland soll ja angeblich mehr Führung in EU-Europa übernehmen, heisst es immer wieder, gemeint ist dabei aber schlicht und einfach, es soll noch mehr Blankoschecks ausstellen.

  • Die "Fransen" sollen doch endlich mal kapieren, dass sie nicht die Grande Nation sind und erst recht nicht wirtschaftlich - also wie sagte es ein französischer Politiker zu "uns" .. "Schnauze halten". Selbst erst einmal den eigenen Stall ausmisten und dann vielleicht mal ganz leise etwas sagen.

  • Ja, daran sollte sich Dtl. tunlichst kein Beispiel nehmen. Aber leider kann ich in Dtl. auch seit Jahren eine immer stärke Tendenz zum Sozialismus, Staatswirtschaft, Vollkaskomentalität, Solidargemeinschaftsausnutzen erkennen.

  • 1) Jedes Land kümmert sich um sich selbst.
    2) Die Griechen dürfen autonom entscheiden, was sie wollen. Aber Geld gibt's nicht vom dt. Steuerzahler. Würde mich mal interessieren, ob der französische Steuerzahler für die griechischen Defizite zahlen möchte.
    3) Wer in allen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlechter dasteht, hat anderen keine Tips zu geben.

    Alle Ideen aus dem Ausland laufen darauf hinaus, Deutschland zu schaden.

  • Frankreich sollte endlich eine Abkehr von der eigenen sozialistischen und wirtschaftsfeindlichen Politik einleiten. Ich bin gerade in Frankreich als Selbständiger, der satt Steuern zahlt. Wäre ich Franzose, wäre ich nicht selbständig und würde erheblich weniger Steuern zahlen oder gar arbeitslos sein. Selbst glückliche Fügungen nutzt Frankreich nicht für ein Konjunkturprogramm. So wurden gerade mal wieder die Steuern auf Sprit erhöht. Anders als DE profitiert die Wirtschaft Frankreichs somit nicht bzw. kaum vom derzeit niedrigen Ölpreis. FR muss endlich seinen vollkommen aufgeblähten Staatsapparat und seine Bürokratie drastisch reduzieren. Außerdem ist ein Mentalitätswandel der Franzosen dringend erforderlich. Solange Unternehmertum verteufelt wird (Die Neidkultur ist in FR noch viel ausgeprägter als in DE), wird es keine neuen kleinen und mittleren Unternehmen mehr geben. FR hat fast nur noch Großkonzerne mit Staatsbeteiligung. Die zahlen aber kaum Steuern und schaffen keine neuen Arbeitsplätze.

  • Deutschland ist nicht für das Schicksal und den desolaten Zustand Frankreichs verantwortlich.

    Das müssen die schon selber "wuppen".

    Fingerpointing ist hier fehl am Platze, sondern büffeln und die verabredeten Hausaufgaben machen.

  • Der französische Wirtschaftsminister erwartet von Deutschland mehr Aktivität beim Wirtschaftswachstum der EU. Dazu fordert er mehr Investitionen durch ein Konjunkturprogramm. Mit anderen Worten, einen zweiten Aufbau Ost. Wie hat denn die EU beim ersten Aufbau Ost durch Wachstum profitiert? Der Wirtschafstminister fordert mehr Investitionen deutscher Unternehmen in Frankreich, Spanien, Italien, Benelux, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Österreich u. a.?
    Oder will er nur mehr staatliche Investitionen, um die Investitionslücke der Unternehmen zu schließen? So viele Ungereimtheiten beim französischen Wirtschaftsminister aus dem Land des Wirtschaftsnobelpreisträgers? Seine Worte sind in den Wind gesprochen und schon verrauscht. Sagte gestern nicht der Vorsitzende des Sachverständigenrates, dass es in Deutschland keine Investitionslücke gibt? Ja das sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%