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EU-Krise Auch Polen warnt vor Euro-Kollaps

Nach Finnland warnt nun auch Polen vor den Folgen eines Zusammenbruchs der Euro-Zone. Der deutsche Vizekanzler Rösler versprach, alles zu tun, um den Währungsraum zu stabilisieren.
17.08.2012 Update: 17.08.2012 - 13:46 Uhr 13 Kommentare
Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski. Quelle: AFP

Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski.

(Foto: AFP)

Warschau Polen hat an die Euro-Länder appelliert, einen Zusammenbruch der Währungsunion zu verhindern. Die Staatsschuldenkrise sei die größte Krise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Polens Finanzminister Jacek Rostowski nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler am Freitag in Warschau. Sie gefährde nicht nur die Euro-Länder, sondern die gesamte EU. „Ein Zerbrechen der Euro-Zone hätte katastrophale Folgen für alle Länder Europas“, warnte der Minister des Nicht-Euro-Landes Polen. Auch die Weltwirtschaft würde Schaden erleiden. Gefährlich wäre eine solche Situation im Übrigen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch.

„Wir waren uns einig, dass wir alles dafür tun müssen, die Euro-Zone zu stabilisieren“, sagte Rösler. Deutschland sei sich dabei seiner Verantwortung bewusst.

Zuvor hatte Finnlands Außenminister Erkki Tuomioja für einen offenen Umgang mit dem möglichen Zerfall der Euro-Zone plädiert. Finnische Regierungsvertreter hätten bereits Vorbereitungen für ein solches Szenario mit einem "Handlungsplan für jede Eventualität" getroffen, sagte Tuomioja der britischen Zeitung "Daily Telegraph". Der Sozialdemokrat rief die anderen Euro-Staaten dazu auf, ebenfalls rechtzeitig einen Notfallplan für ein Auseinanderbrechen der Währungsgemeinschaft zu entwickeln.

Mit dem Vorstoß stieß der Außenminister allerdings in der eigenen Regierung auf Kritik. Europaminister Alexander Stubb versicherte: "Ich will deutlich machen, dass die Spekulationen des Außenministers nicht die Position der Regierung widerspiegeln." Zugleich betonte Stubb, Finnland stehe zu "100 Prozent" zum Euro. Auch Tuomioja wollte Finnland nicht als treibende Kraft für einen Niedergang der Euro-Zone sehen: "Das ist nicht etwas, das jeder in Finnland befürwortet, geschweige denn die Regierung. Aber wir müssen vorbereitet sein." Ein Auseinanderbrechen würde aber nicht das Ende der Europäischen Union bedeuten. Es könne der EU sogar helfen, besser zu funktionieren.

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    Polen ist trotz der aktuellen Probleme in der Euro-Zone weiter an einer Zugehörigkeit zu dem Währungsraum interessiert. „Wenn es um den Beitritt zur Euro-Zone geht, möchte Polen weiter so schnell wie möglich beitreten, aber erst, wenn die Probleme behoben sind“, sagte Rostowski. Die Euro-Schuldenkrise habe zwar Einfluss auf die polnische Wirtschaft, doch liege das Land weiter auf Wachstumskurs. Für das laufende Jahr rechnet die Regierung nach Rostowskis Worten mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent bei der Wirtschaftsleistung und auch im nächsten Jahr gehe man nicht von einer rezessiven Entwicklung aus, sagte er.

    Rostowski und Rösler waren sich einig, dass nur ein Nebeneinander von Solidarität und Verantwortung in der Krise weiterhelfen kann. „Es kann keine Solidarität ohne Verantwortung geben“, sagte Rostowski. Rösler ergänzte: „Wir nennen das: keine Leistung ohne Gegenleistung“. Beide unterstrichen zudem die Notwendigkeit von Haushaltskonsolidierung und Reformen als Eckpfeiler einer Wachstumspolitik.

    Polen ist das einzige EU-Land, das auch während der Finanzkrise 2008/2009 kontinuierlich Wachstumsraten erwirtschaftete. Mit einer in der Verfassung verankerten Schuldenbremse und einer Staatsschuldenquote von weniger als 60 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung liegt das Land in Sachen Haushaltskonsolidierung relativ günstig im EU-Vergleich.

    • rtr
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    13 Kommentare zu "EU-Krise: Auch Polen warnt vor Euro-Kollaps"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ja, ich hoffe doch, Grechtigkeit kommt früher oder später sowieso auf den Tisch.

    • Jetzt kommt die Angst, dass ein politisches Projekt den ökonomischen Erfordernissen folgt. Die Politik ist seit der Einführung einer Fiatwährung gescheitert, nur will und kann sie es sich nicht eingestehen.
      Warten wir einfach auf den Zusammenbruch und die Politiker werden für die kommunistische Denkweise zur Ausplünderung der Werktätigen und wertschaffenden Bevölkerung, sowie der Vernichtung von Vermögen ihr gerechtes Urteil erhalten.

    • geb das mal bei youtube ein
      Unglaublich - Video vom Flugzeugabsturz bei Smolensk unter die Lupe genommen!

    • Jetzt fehlt definiv Jarosław Kaczyński.

      Dieser Mann hätte es nicht so weit kommen lassen,
      denn er hätte klare Worte gefunden.

      Er war deshalb von allen Seiten - im dem Osten wie auch im Westen nicht beliebt - weil er Charakter-Politik machte.

      Ein ESM wäre mit ihm nicht machbar gewesen;
      denn der ESM und dessen schädigende Wirkung auf Europa liegt ganz im Interesse der Großmächte.

    • Polen hat auch in der Krise Wachstum generieren können. Polen ist auch gut dran, denn die haben keinen Euro und sie werden auch vorerst keinen einführen. Sämtliche EU-Staaten die keinen Euro haben können beruhigt schlafen, da klappt es auch mit der Wirtschaft.

    • „Wenn es um den Beitritt zur Euro-Zone geht, möchte Polen weiter so schnell wie möglich beitreten, aber erst, wenn die Probleme behoben sind“, sagte Rostowski.

      Ja,das würden wir auch gerne so in Anspruch nehmen..
      Decke übern Kopf und warten bis irgendwer anderes in
      die Pflicht genommen wird..
      Ist leider nicht so..alles wartet auf die tumben Deutschen.
      Ich erinnere mal an ein verlorenes Stück Heimat meiner Großeltern und deren Eltern und Großeltern usw.
      Und wie Polen sich die Hände reibt im deutschem Fahrwasser
      zwar mitzusegeln,aber nichts zu tun dafür bereit ist
      ist keine Überrraschung..
      Rostowskis wir warten bis alles vorbei ist,ist ein
      Stückweit verarsche..aber mit den Deutschen möglich..




    • Die Polen sollen doch froh sein, daß sie in der EU sein
      dürfen und weiterhin aus Brüssel fette Subventionen erhalten.

      Die Polen haben "Schiß", weil die Auflösung der Eurozone
      Deutschland vor der finanziellen Vernichtung bewahren
      wird.

      Man kann dann auch nicht mehr Autos "billig importieren"
      weil der Deutsche "PÖBEL" dann vielleicht aggresiv werden
      könnte.

    • Heulst wieder rum, was Du alles zu bezahlen hast ? Die Griechen, und die Iren, die Portugiesen, jetzt auch die Polen. Und die ganzen Hartz IV-Empfänger...und dann noch Betreuungsgeld. Gehts Dir so schlecht mit Deinem Mercedes und Deinem braunen Hugo Boss Anzug ?

    • Gauck ist seit gestern der Schirmherr der Aktion "Ich will Europa"
      Da laufen den ersten Staaten schon die Schauer über den Rücken, und der Bundespräsident will den ESM. Man muss sich vorstellen, dass gestern Prof. Kerber das Haftungsvolumen der BRD mit über 3 Billionen beziffert hat, wenn Italien und Spanien unter den Rettungsschirm müssen. Beide Informationen standen zeitgleich gestern im Netz (Deutsche-Mittelstands-Nachrichten), und heute kommt ein finnischer Realist, der Gauck ad absurdum führt. Soviel zu einem Bundespräsidenten, der den ESM unterschreiben soll. Mehr im web auf Fortunanetz. Die Krönuung des Ganzen ist noch die Tatsache, dass es ein finnischer Sozialdemokrat ist. Hier sieht man den Unterschied zu Gabriel auf den Punkt gebracht. Weder Gabriel, noch Steinbrück, noch Steinmeier wären in Finnland wählbar. Mehr ist dazu nicht mehr zu sagen. Es fehlen einem die Worte. Und Merkel verbündet sich mit der EZB, was immer das auch heißen soll. Ein unsäglicher Regierungsstil. Mehr dazu auf www.fortunanetz.de

    • „„Während deutsche Trendforscher wie der hochbezahlte Matthias Horx uns über trendige Zukunftsfarben oder über die großen Chancen der Krise berichten und beständig vorwiegend politisch willkommenen Optimismus verbreiten, zeichnet Celente ein komplett anderes Bild, das völlig neue Berufe entstehen lässt.

      Nach seiner Auffassung werden in westlichen Staaten die ,Sicherheitskräfte' bald schon die Sicherheit der Bürger nicht mehr garantieren können. Und marodisierende Gangs werden die Macht in vielen Ballungsgebieten übernehmen.

      Die Staaten sind finanziell und im Hinblick auf die Staatsautorität eben am Ende.

      Das Gesetz der Straße, das Recht des Stärkeren, werde wieder für einen Großteil der in ,wohlhabenden' Staaten lebenden Menschen zum traurigen Alltag. Die Politik, die
      darin geübt sei, die Bevölkerung zu betrügen und zu belügen, werde nur noch mit brutalster Unterdrückung reagieren können.

      " Zudem warnt Gerald Celente vor einer Entwicklung, die wir seiner Auffassung nach kaum verhindern können, nämlich die Deportationen zugewanderter Mitbürger zurück in ihre Herkunftsländer, und das, weil Millionen von arbeitslosen Einheimischen auf den Straßen randalieren und fordern werden, dass die Zuwanderer endlich verschwinden

      Sie werden sich fragen, wieso Sie von alldem nichts in der Presse erfah ren? Die Antwort von John Swinton, dem ehemaligen Redaktionschef der New York Times aus dem Jahre 1880 (!) passt damals wie heute: „Es gibt hier und heute in Amerika nichts, was man als unabhängige Presse bezeichnen könnte. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt keinen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie sie schrieben, wüssten Sie im voraus, dass sie niemals gedruckt würde.

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