Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU-Sanktionen Gibraltar stoppt Öltanker mutmaßlich auf dem Weg nach Syrien

Gibraltar hindert einen Tanker mit iranischem Öl als Ladung an der Weiterfahrt nach Syrien. Der Tanker sei auf Betreiben der USA abgefangen worden.
1 Kommentar
Der Supertanker soll auf dem Weg zur Banjas-Raffinerie in Syrien gewesen sein.
„Grace 1“

Der Supertanker soll auf dem Weg zur Banjas-Raffinerie in Syrien gewesen sein.

Madrid Gibraltar hat wegen Verstoß gegen EU-Sanktionen einen Tanker gestoppt, der mit iranischem Öl beladen vermutlich auf dem Weg nach Syrien war. Ermittler und britische Marinesoldaten seien am Donnerstagmorgen an Bord des Supertankers „Grace 1“ gegangen, teilten die Behörden des britischen Überseegebiets mit.

Anscheinend sei der auf dem Weg zur Banjas-Raffinerie in Syrien gewesen. Diese unterliegt Sanktionen der Europäischen Union gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Aus Spanien hieß es, der Tanker sei auf Betreiben der USA abgefangen worden.

Lesen Sie auch:

Die Strafmaßnahmen der EU und anderer Parteien sind wegen Assads hartem Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung verhängt worden. Davon betroffen sind derzeit 270 Personen und 70 Unternehmen. Darüber hinaus haben die USA nach ihrem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran Sanktionen in Kraft gesetzt, die iranische Ölexporte verhindern sollen.

Die EU sei über die Entwicklungen informiert worden, erklärte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo. Die britische Regierung würdigte „das entschlossene Handeln“ der Behörden des Überseegebiets.

Der spanische Außenminister Josep Borrell sagte Reportern in Madrid derweil, dass seine Regierung ebenfalls etwaigen Konsequenzen der Festsetzung des Tankers nachgehe. „Wir überprüfen, wie sich dieser Einsatz auf unsere Souveränität auswirkt.“ Großbritannien ist der Ansicht, dass Gibraltar Teil des Vereinigten Königreichs ist, Spanien argumentiert dagegen. Der Vorfall könnte nun die Spanier brüskieren.

Die Behörden in Gibraltar bestätigten nicht die Herkunft der Ladung der „Grace 1“. Doch die Fachpublikation „Lloyds List“ berichtete in dieser Woche, dass der in Panama registrierte Tanker mit iranischem Öl beladen sei. Experten hätten das daraus geschlossen, dass der Tanker keine Standortsignale gesendet habe, solange er in iranischen Gewässern gewesen sei. Einer UN-Liste zufolge gehört der Tanker der in Singapur ansässigen Firma Grace Tankers.

Nach Informationen der Datenfirma Refinitiv waren vermutlich mehr als zwei Millionen Barrel iranischen Öls an Bord des Tankers. Tracking-Daten zeigten, dass die „Grace 1“ um Afrika gefahren und dann in das Mittelmeer gefahren sei.

Von Syrien gab es zunächst keine Reaktion zu diesem Fall. Der Iran liefert seit Jahren Öl an Syrien.

Die Festsetzung kommt zu einer relativ kritischen Zeit. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind unter anderem wegen Washingtons Ausstieg aus dem Atomabkommen und verhängter Sanktionen groß. Zuletzt erhöhten die USA ihre Militärpräsenz im Persischen Golf, und der Iran erklärte, ab (kommenden) Sonntag wieder unbegrenzt Uran anzureichern.

Mehr: Die Allianz zwischen Saudi-Arabien und Russland dominiert das Opec-Treffen. Doch der iranische Ölminister zeigt, wie brüchig das Ölkartell ist.

  • ap
Startseite

1 Kommentar zu "EU-Sanktionen: Gibraltar stoppt Öltanker mutmaßlich auf dem Weg nach Syrien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum bestehen Sanktionen der EU gegen Syrien? Der Krieg ist weitgehend vorbei und
    Syrien ist auf dem Weg in eine friedliche Zukunft. Die Amerikaner haben den Buergerkrieg
    angefacht und wollen natuerlich weiterhin einen Regime-Change erreichen. In jedem Fall
    kann Syrien von Russland versorgt werden und auch vom Irak ueber die Landgrenze.

Serviceangebote