EU-Sorgenkind Irland verteidigt niedrige Unternehmenssteuern

Irland bleibt weiter seinen niedrigen Unternehmenssteuern treu. In einem Interview wies Irlands Außenminister Eamon Gilmore den Vorwurf des Steuerdumpings von sich und verteidigte den Steuersatz.
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Der irische Außenminister Eamon Gilmore. Quelle: dapd

Der irische Außenminister Eamon Gilmore.

(Foto: dapd)

BerlinIrland trotzt dem Vorwurf des Steuerdumpings und beharrt auf seinem niedrigen Körperschaftssteuersatz von 12,5 Prozent. Zum Jahresende will der neue EU-Ratspräsident den EU-Rettungsschirm einklappen. „Wir erwarten, dass wir den Rettungsschirm, unter dem wir Ende 2010 Zuflucht suchten, fristgerecht verlassen werden“, sagte Außen- und Handelsminister Eamon Gilmore der „Wirtschaftswoche“.

Über die Körperschaftsteuer lasse er nicht mit sich reden. „Irland hat seinen Beitrag schon geleistet“, sagte er. „Der irische Steuerzahler ist schließlich in die Bresche gesprungen, indem er eine Garantie für das gesamte Bankensystem unseres Landes übernahm.“

Irland war wegen der Immobilien- und Finanzkrise 2010 als erstes EU-Land unter den Rettungsschirm von Union und Internationalem Währungsfonds geschlüpft und hatte Garantien von 67,5 Milliarden Euro erhalten. Derzeit spricht das Land mit der Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank über den Ausstieg aus dem Programm.

Irland setzt dabei laut dem Bericht darauf, dass der europäische Rettungsfonds ESM dann die irischen Banken rückwirkend unterstützt. Gilmore erwarte auch eine Zustimmung Deutschlands. „Europa braucht einen Erfolg und Irland ist der führende Kandidat dafür“, sagte er.

Die Grünen im Europaparlament hatten Irland aufgerufen, seine EU-Präsidentschaft „nicht weiter zur Werbung für unfaire Niedrigsteuersätze“ zu missbrauchen. Das Land solle lieber auf eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für Unternehmenssteuern hinarbeiten, hatte der deutsche Grünen-Abgeordnete Sven Giegold gesagt.

 
  • dpa
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8 Kommentare zu "EU-Sorgenkind: Irland verteidigt niedrige Unternehmenssteuern"

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  • Interessant ist auch die Haltung der irischen Banker, die mit der irischen Presse die Empfehlung abgeben den Deutschen jetzt erstmal eins kräftig auf die Fresse zu hauen da angeblich Gewalt die einzige Sprache ist die die Deutschen verstehen.

    Emporkömmling Conor Killeen sollte da mal nicht das Echo aus dem Land der Barbaren unterschätzen. Die Römer haben hier auch schon mal auf Granit gebissen.

  • Gilmore hat bei seinem Verbal-Durchfall wohl schon vergessen dass es die Iren waren die ihr Geld und ihren Kredit hemmungslos verzockt haben. Ohne Rettungspakete könnten die Iren ihre Witschaft jetzt mit dem Mikroskop von der Wiese kratzen. Es ist unerhört dass sich die Beamten in Ireland im letzten Jahr immer noch Gehaltserhöhungen von mehr als einer Milliarde Euro gegönnt haben während man von Deutschland verzicht auf Rückzahlung von Krediten fordert. Dümmer als unter Merkel kann es in Deutschalnd eh nicht laufen und die Wahlalternative 2013 sollte man sich nun wirklich etwas genauer ansehen.

  • Wieso denn Schäuble zahlt doch den Iren was sie wollen. Sie sind doch die Musterschüler. Leider hapert es immer noch mit den Lehrern.

    Kein Wunder das sich unsere deutschen Landesbanken so dermaßen in Dublin verspekuliert haben. Die Direktoren zahlen sich ja in Deutschland auch unglaubliche Gehälter, und fühlen sich wohl immer noch unschlagbar unsere "Masters of the Universe".

  • „Der irische Steuerzahler ist schließlich in die Bresche gesprungen, indem er eine Garantie für das gesamte Bankensystem unseres Landes übernahm.“ …..“Irland setzt dabei laut dem Bericht darauf, dass der europäische Rettungsfonds ESM dann die irischen Banken rückwirkend unterstützt. Gilmore erwarte auch eine Zustimmung Deutschlands.“

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    Super-Ideen hat der neue EU-Ratspräsident Eamon Gilmore. Er nutzt sein neues Amt um die Interessen Irlands zu stärken, weiterhin Irland Wettbewerbsvorteile durch niedrige Unternehmenssteuern zu verschaffen, und die Garantien für Irlands Bankensystem weg von den irischen Steuerzahlern zu nehmen. Die Garantien des irischen Bankensystems sollen „europäisiert“ werden, rückwirkend selbstverständlich.

    Die Zustimmung der derzeitigen deutschen Regierung samt Opposition ist ihm gewiss.

    Meine Zustimmung dafür hat er nicht. Es bleibt für die deutschen Steuerzahler nur zu hoffen, dass sich die politische Landschaft nach der Wahl 2013 gravierend verändert. www.Wa2013.de

    Ich sehe in der EU, vor allem in der Eurozone, dass fast alle Länder, außer Deutschland, für ihre Interessen eintreten. Deutschland soll ohne Murren zahlen, mehr nicht. Ob dafür in Deutschland weitere Generationen verschuldet werden, interessiert nicht, nicht einmal die deutsche Politik. Vielleicht spekuliert ein Großteil derer auf einen hochdotierten Posten im Machtzentrum Brüssel.

    Und die Deutschen bejubeln ihre Kanzlerin, weil sie sich ein paar Wochen ziert das Scheckbuch zu zücken, am Ende aber doch zahlungswillig ist. Dass Fr. Merkel durch das Brechen der No-bailout-Vereinbarung die Schuldenlawine ins Rollen gebracht hat, was soll‘s. Ist schon wieder vergeben und vergessen.

    Aufwachen Deutschland bevor das Licht ausgeht!

    http://www.tarifometer24.com/wp-content/uploads/2012/08/cdu-euro-werbung.jpg?e116a5

  • Solange noch ein Callcenter in Irland sitzt, hat dieses Land kein Anrecht auf deutsches Steuergeld!

  • Irland kann auf alle steuern verzichten. Die EU, besonders Deutschland zahlt mit Freuden alles. die blöden Deutschen sollen gefälligst nur noch arbeiten und zahlen. Rechtlos natürlich auf Anweisung unserer Politiker!

  • Solange die Steuern und Gebühren in einem Land tiefer sind als der Duchschnitt in der EU sollte jede Zahlung aus Brüssel, egal ob Struktur oder Rettungsschirm, eingestellt werden.
    Es kann nicht sein, dass einige wenige die gesetzlich zementierten Steuerausfälle von anderen zahlen.

  • Warum soll Deutschland den gesamten entfesselten irischen Bankensektor stützen? Mit der DePfa haben wir doch schon ein irisches Bankhaus mit ca. 130 Mrd. Euro "gerettet".
    Irland soll für höhere Einnahmen sorgen und seine Banken gefälligst selbst retten. Und wenn das irische Volk es akzeptiert, dass Unternehmen nach wie vor fast keine Steuern zahlen, dann müssen eben die irischen Arbeitnehmer ran.

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