Euro-Krise Ackermann warnt vor Transaktionssteuer

Eine Finanztransaktionssteuer würde den Banken in der Euro-Zone schaden und zu Abwanderungen führen meint Josef Ackermann. Die meisten deutsch-französischen Vorschläge begrüßt der Deutsche-Bank-Chef.
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Josef Ackermann fürchtet die negativen Effekte einer Transaktionssteuer. Quelle: dapd

Josef Ackermann fürchtet die negativen Effekte einer Transaktionssteuer.

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New YorkDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat vor der Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der Euro-Zone gewarnt. „Das Wiederaufleben der Idee ist problematisch, ich dachte eigentlich, sie sei für immer tot“, sagte der Manager im US-Fernsehsender CNBC am Mittwochabend. Für Banken werde es schwieriger, in der Euro-Zone profitabel zu sein. „Den Preis dafür werden Frankfurt und Paris zahlen.“ Viele Aktivitäten dürften an andere Handelsplätze etwa in die USA, Großbritannien oder die Schwellenländer abwandern.

Insgesamt sei er aber mit den deutsch-französischen Vorschlägen zur Stabilisierung der Euro-Zone zufrieden, sagte Ackermann. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Er lobte die geplante Wirtschaftsregierung und die Schuldenbremse, auf die sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag in Paris verständigt hatten. „Das zeigt das Bekenntnis der europäischen Spitzen, den Euro und die EU zu verteidigen.“

Ackermann sprach sich gegen einen möglichen Rettungsfonds oder gemeinsame europäische Anleihen aus, die von den Finanzmärkten gefordert werden. „Gemeinsame Schulden können nur funktionieren, wenn es eine Form einer politischen Einheit gibt.“

  • dpa
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4 Kommentare zu "Euro-Krise: Ackermann warnt vor Transaktionssteuer"

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  • Es erscheint logisch, dass die Banken, deren erhebliche Mitschuld an der Finanzkrise wohl kaum bezweifelt werden kann, und die selbst auf Kosten der Steuerzahler vor dem Schlimmsten bewahrt wurden, gegen jegliche Beeinträchtigung ihrer Interessen protestieren.

    Falls die Transaktionssteuer ein geeignetes Mittel ist, den Spekulanten, die mit ihren automatisierten rein-und-raus Computerspielen die Zahl der täglichen Transaktionen unendlich aufblähen - und die Börsenkrise dadurch verschärfen - diesen Wahnsinn durch eine steuerliche Maßnahme weniger attraktiv zu machen, sollte die Transaktionssteuer im Interesse des Gemeinwohls eingeführt werden.

    Der Aktionär, der sich nicht auf kurzfristige Spekulationen konzentriert, wird wegen einer Zusatzsteuer von 0,1 bzw 0,05 % bestimmt nicht dem Wertpapiergeschäft den Rücken kehren. Hier dazu ein konkretes Beispiel:

    Kauf von 620 Freenet-Aktien am 16. August 2011

    Kurswert € 4.941,00
    Bankprovision 24,71
    Börsenplatzentgelt 2,00
    Xetra-Kosten 0,60
    € 4.968,31

    Angen. Transaktionssteuer 0,07 % € 3,46

    Total € 4.971,77


    Bei einer angenommenen Jahresperformance von 7 % wäre mit einem Jahresgewinn von (ohne Zinseszins) € 345,87 zu rechnen, was bei einer Haltedauer von nur 3 Jahren
    € 1.037,61 bringen würde (in Anbetracht der aktuellen Dividendenrendite real wahrscheinlich wesentlich mehr). Die pro rata jährlich entfallende Belastung durch die anfänglich gezahlte Transaktionssteuer würde lediglich ein Drittel von € 3,46 bzw. 0,033 % vom Gesamtgewinn ausmachen, was wohl kaum einen normalen Anleger abschrecken dürfte.

    Sollte ich mich da irgendwo verrechnet haben, wäre ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar.

    faridalban

  • Hauptsache die Deutsche Bank verdient Geld auf Kosten der Steuerzahler!

  • Na da muß Angie aber noch einmal nachdenekn, damit Herr Ackermann zufrieden sit mit ihr

  • Da hat Mutti sich wohl nicht an seine Vorgaben gehalten.

    Konsequenterweise sollte Achkermann seine Investmentsparte aus England wieder nach Frankfurt holen.
    Die Börsenumsatzsteuer in England ist höher als die angedachte Fianztransaktionssteuer im Resteuropa.

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