Euro-Krise Athen schlägt Lösung im Schuldenstreit vor

Der neue griechische Finanzminister Varoufakis hat einen Plan zur Umschuldung vorgelegt. Er vermeidet den Begriff "Schuldenschnitt." Doch das Ergebnis wäre ähnlich.
Update: 02.02.2015 - 23:25 Uhr 18 Kommentare
Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis in London. Einer Zeitung verriet er Pläne zur Lösung des Schuldenstreits. Quelle: Reuters
Yanis Varoufakis

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis in London. Einer Zeitung verriet er Pläne zur Lösung des Schuldenstreits.

(Foto: Reuters)

LondonGriechenland hat seine Pläne zur Lösung des Schuldenstreits konkretisiert. Finanzminister Yanis Varoufakis sagte in einem am Montagabend veröffentlichten Interview der "Financial Times" (FT), seine Regierung werde nicht mehr den Erlass der 315 Milliarden Euro Auslandsschulden fordern. Stattdessen solle die Belastung über verschiedene Umschuldungsarten tragbar gemacht werden. Dazu gehörten ans Wirtschaftswachstum gekoppelte Anleihen sowie Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit. Damit vermeide man den Begriff des "Schuldenschnitts", der in Ländern wie Deutschland politisch inakzeptabel sei, sagte Varoufakis. Griechenland werde seinerseits einen Primärüberschuss (ohne Zinslast) von 1,0 bis 1,5 Prozent erwirtschaften, selbst wenn dies bedeute, dass die linke Syriza-Partei nicht alle Wahlversprechen halten könne. Auch sei geplant, gegen die Steuervermeidung von Wohlhabenden anzugehen.

Eine mit dem Plan vertraute Person sagte dazu, Anleihen im Privatbesitz sollten von der Umschuldung ausgenommen werden. Deren Gesamtsumme sei bislang auch nicht festgelegt, an diesem Punkt werde noch gearbeitet. Der Plan sei noch nicht mit der EZB oder deutschen Vertretern besprochen worden, erklärte der Insider weiter.

Bis Ende des Monats werde man die genauen Vorschläge den EU-Partnern vorlegen, kündigte Varoufakis in dem Zeitungsinterview an. "Ich werde unseren Partnern sagen, dass wir eine Kombination aus Primärüberschuss und Reformagenda zusammenstellen", sagte er. "Ich werde ihnen sagen: 'Helft uns bei der Reform unseres Landes und gebt uns dazu etwas finanziellen Spielraum, sonst werden wir weiter ersticken und ein deformiertes statt ein reformiertes Griechenland werden.'" Varoufakis und Ministerpräsident Alexis Tsipras besuchen derzeit mehrere europäische Hauptstädte, um für die Politik der neu gewählten Regierung in Athen zu werben.


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18 Kommentare zu "Euro-Krise: Athen schlägt Lösung im Schuldenstreit vor"

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  • Hauptsache die Namen der Täter stehen nicht drinn.
    Heroika ist schon nett.

  • Anderer Vorschlag:

    Wenn sich die Griechen an der Troika stören, so könnten wie diese doch einfach umbenennen. Wie wäre es mit "Heroika"? Persönlich würde mir "SoKo Atlantis" besser gefallen.

  • Anderer Vorschlag:

  • Islam-Murksel hat als Marionette der Banken die Pleite
    Griechenlands zu Lasten der europäischen Steuerzahler umgeleitet.
    Die Griechenland-Pleite wäre längst ohne diese Frau abgewickelt,
    nur zu Lasten der Banken und genau das hat Sie verhindert.

  • Na klar Herr Shar Wes, sie werden alle kommen, die Süd-Pleitiers! Der Grieche ist ein harmloser kleiner Irrer im Vergleich zu den wirklich großen Volkswirtschaften des ClubMed. Schon der bankrotte Italiener reicht aus, um die Union der Pleitegeier in seine Einzelteile zu zerlegen.

  • Trotz der ausweglosen Lage Athens und der höchstfefährlichen Brisanz des Konflikts in der Ukraine hat der Dax gerade neue Höchststände erklommen. Mir scheint die Dekadenz kapitalistischen Verhaltens strebt ebenfalls einem Zenit zu...

  • Zum Teufel mit solchen "Vorschlägen"! Endlich mal Schluss für die Misswirtschaft der Griechen zu zahlen!
    Wer kommt dann um die Ecke ... Portugal, Spanien, Zypern, Irland, dann Spanien, Italien & Frankreich? Ist doch Wahnsinn!

  • Unsere Erika wird fortfahren, die wirtschaftliche Zukunft ihrer Bürger zu ruinieren. Natürlich wird sie sich mit den griechischen Kreditbetrügern einigen. Da hat der Ralph aus dem Westend recht. Da der Grieche auch weiterhin alimentiert wird, ist der Zeitpunkt of no Return längst überschritten,und das jetzige Ausfallrisiko der Deutschen in Bezug auf Griechenland wird bald die 100 Milliarden-Grenze überschreiten.Wenn dem deutschen Wahlidioten klar ist, dass er eine Regierung gewählt hat, die seinen wirtschaftlichen Untergang in der Pleite- und Transfer-Union billigend in Kauf nimmt und die ersten Riesensummen tatsächlich bezahlt werden müssen, wird er sich vielleicht fragen, ob er richtig gewählt hat.

  • @Westend, das Beispiel ist gar nicht so schlecht: Wenn sich die Muse einmal freigeschwommen hat und auf eigenen Beinen stehen wird, vollzieht sie eine Kehrtwendung und zieht von dannen...! Genauso wird es Griechenland machen. Sollte dieses Land jemals wieder auf die Beine kommen, woran ich niemals glaube, wird es von den bis 2057 gestundeten 320 Mrd Euro Schulden nichts mehr wissen wollen, zumal die Schulden sich bis dahin mindestens verdreifacht haben werden! Hätte man 2010 die Reißleine gezogen, wäre die Rettung des restlichen Europas deutlich billiger ausgefallen. So aber wird ein Dominoeffekt erzielt, der über Italien und Spanien auch Frankreich erfassen wird. Tschüs Euro!

  • @Herr Ralph Westend
    Genau wegen Typen wie Ihnen wäre mir ein Zusammenbruch des kompletten Euro-Systems sehr willkommen. Mal sehen, ob Ihre "Muse" dann noch immer Ihre Muse ist, wenn mal nichts "Sexstelliges" mehr rüberkommt. Was für ein widerlicher Kommentar.

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