Euro-Krise Barnier will marode Banken leise beerdigen

EU-Kommissar Barnier will den europäischen Bankensektor sehr viel stärker integrieren - um marode Banken leichter abwickeln zu können. Kritiker sehen das bereits als Vorläufer für eine europäische Bankenunion.
8 Kommentare
EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellt seine Pläne in Brüssel vor. Quelle: dapd

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellt seine Pläne in Brüssel vor.

(Foto: dapd)

Für Michel Barnier ist es das "Herzstück" seiner fünfjährigen Amtszeit als EU-Binnenmarktkommissar: "Der EU-Rechtsrahmen für die Sanierung und Abwicklung von Banken". Seit rund zwei Jahren arbeiten Barniers Beamte an dem komplexen Regelwerk. Der Kommissar zögerte lange mit seiner Veröffentlichung und zog immer wieder die Geldbranche zurate. Heute endlich wagte der Franzose den Sprung und stellte den 154 Seiten starken Richtlinienentwurf vor.

Er soll den Aufsichtsbehörden stärkere vorbeugende Eingriffe ermöglichen. Mit einem neuen Krisenfonds schafft es ein Instrument, um Banken zu sanieren oder zu schließen. Die Kosten einer Rettung sollen künftig die Banken selbst und ihre Gläubiger stemmen.Er soll den Aufsichtsbehörden stärkere vorbeugende Eingriffe ermöglichen. Mit einem neuen Krisenfonds schafft es ein Instrument, um Banken zu sanieren oder zu schließen. Die Kosten einer Rettung sollen künftig die Banken selbst und ihre Gläubiger stemmen. Nach dem Plan der Kommission müssten sich die nationalen Krisenfonds in der EU gegenseitig unterstützen. Dies sei ein Schritt in Richtung einer Bankenunion, über die derzeit als Lehre aus der Euro-Schuldenkrise diskutiert werde, erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Nach dem Plan der Kommission müssten sich die nationalen Krisenfonds in der EU gegenseitig unterstützen. Dies sei ein Schritt in Richtung einer Bankenunion, über die derzeit als Lehre aus der Euro-Schuldenkrise diskutiert werde, erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

Er und EZB-Chef Draghi hatten bereits zuvor die Schaffung einer europäischen Bankenunion gefordert mit drei wesentlichen Bestandteilen: 1. Eine gemeinsame europäischen Bankenaufsicht, die die Großbanken nach einheitlichen Standards kontrolliert 2. Einen gemeinsamen europäischen Fonds zur Abwicklung maroder Banken 3. Eine europaweite Einlagensicherung

Besonders umstritten ist der letzte Punkt. Er hätte zur Folge, dass der deutsche Einlagensicherungsfonds, in dem Milliardenbeiträge für den Fall nationaler Bankenpleiten gesammelt werden, auch zur Sicherung der Einlagen bei in Not geratenen ausländischen Banken eingesetzt würde.

Spanien: Entspannung ist nicht in Sicht

Möglicher Vorläufer für eine Bankenunion
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Euro-Krise - Barnier will marode Banken leise beerdigen

8 Kommentare zu "Euro-Krise: Barnier will marode Banken leise beerdigen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Für Michel Barnier ist es das "Herzstück" seiner fünfjährigen Amtszeit als EU-Binnenmarktkommissar

    Toller Binnenmarkt kann man da nur feststellen.....also auf den Mann sollte man unbedingt hören.

  • @netshadow

    Hinsichtlich Bad Banks - wir haben die. Aber die "europaweite Einlagensicherung" geht ja noch einen grossen Schritt weiter. Wir bezahlen fuer jede Bank und deren Kundeneinlagen wo auch immer. Die Transferunion auf die Spitze gebracht. Im Grunde bezahlen wir durch den Euro bald fuer JEDES Fehlverhalten im Euro-Raum.

  • Och, WIR haben allein 240 Millarden (waren es doch) in Bad Banks ausgelagert. Mit diesen Maßnahmen würde sich Deutschland erstmal selbst bedienen müssen.

  • "Eine europaweite Einlagensicherung"

    Klar - WIR zahlen fuer die Bankeinlagen der Griechen, der Spanier, etc., wenn deren Banken am Ende sind. Und die sind am Ende und die werden auch kuenftig Probleme haben. Wir geben alles.






  • "Seit 2008 mussten die EU-Staaten mit 4,5 Billionen Euro oder 37 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung taumelnden Banken zur Seite stehen"

    Heisst das jetzt im Umkehrschluß, diese 4,5 Billionen wurden von der EU-Wirtschaft erarbeitet, um diese dann in dieses Selbstbedienungssystem zu werfen?
    Oder noch besser, 37% Schuldenerhöhung durch schlechte Arbeit?
    Über was redet man da eigentlich noch? Sofort abwickeln und den ordentlich arbeitenden Bankern die Zinsen geben.
    Eine Bank ist eine Bank, eine Bank, eine Bank - nicht die Lehnsherren der Moderne.

  • Die harten Schritte erfolgen während der Fussball-EM... Das Volk muss mit Spielen beschäftigt werden.

  • Natürlich, das ist die französische Schule: Alles organisieren und bis ins letzte administrieren. Diese Mentalität hat uns Brüssel (die EU-Bürokratie) beschert. Zentralismus bis in die letzte Ecke. Und das ist das sichere bittere Ende der Europaidee.

  • Hört mir bloss auf... man kann nur noch jedem raten sein Geld von diesen maroden Unheilsbringern zu holen und in echte Werte zu investieren oder in Alk der immer gesoffen wird. Das ganze Konstrukt rasselt runter, das ist mehr als sicher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%