Euro-Krise Deutsche Bank erwartet Umschuldung in Griechenland

Die EZB will von einer Umschuldung in Griechenland nichts wissen, doch Deutsche-Bank-Vorstand Fitschen erwartet sie sogar noch vor 2013. Auch Peer Steinbrück glaubt nicht, dass die Griechen ihre Schulden begleichen.
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Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen glaubt an einen baldigen Schuldenkollaps der Griechen: "Das hält nicht bis 2013." Quelle: dpa

Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen glaubt an einen baldigen Schuldenkollaps der Griechen: "Das hält nicht bis 2013."

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Das deutsch-spanische Forum ist eine Veranstaltung für die Elite aus Politik und Wirtschaft der beiden Länder, bei dem der ruhige Meinungsaustausch gepflegt wird. Gegenseitige Freundschaftsbekundungen gibt es viele, raue Töne wenig, und ein Mittagessen mit dem spanischen König ist der Höhepunkt des Treffens.

Ganz anders war es diesmal: Defilée und Mittagessen mit "Rey Juan Carlos I." und Bundespräsident Christian Wulff auf Schloss Bellevue am Donnerstag waren zwar der protokollarische Höhepunkt, doch das wirkliche Highlight gab es am Freitag. Bei einem Panel über "Solidargemeinschaft - Die Zukunft der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion" lösten Steinbrück und Fitschen eine handfeste Kontoverse mit der EZB aus.

Steinbrück griff die Zentralbank frontal an: Sie argumentiere nur deshalb gegen eine Umschuldung für Griechenland - die er befürwortet - weil sie mittlerweile "zu einer Art Bad Bank für Staatsanleihen" geworden sei. Sie halte mehr als 70 Milliarden Euro an Staatsanleihen der notleidenden Euro-Länder, vor allem Griechenland. Unter einem Schuldenschnitt würde sie deshalb selber leiden.

Die beiden anwesenden EZB-Direktoriumsmitglieder ließen diese erste Salve über sich ergehen. Gonzalez Paramo antwortete im gewohnten EZB-Sprech: "Auch die unkonventionellen Maßnahmen der EZB dienten nur dazu, alle Kanäle offenzuhalten, über die die Geldpolitik wirkt."

Doch Deutsche Bank-Vorstand Fitschen legte nach: "Ich hätte mir gewünscht, im April letzten Jahres sofort die Gläubiger zur Verantwortung zu ziehen". Er räumte ein, dass es ein Dilemma gebe: die Furcht, das dann das "Bankensystem auf einen Schlag nicht mehr funktionsfähig gewesen wäre". Mittlerweile sei diese Sorge aber übertrieben: "Viele gute Banken haben Abschreibungen gemacht. Es gibt genügend Erfahrungen mit Umschuldungen, jetzt muss man die Phantasie spielen lassen."

Dem Handelsblatt gegenüber ging Fitschen sogar noch weiter: "Das hält nicht bis 2013", sagte er nach der Diskussion. Bundeskanzlerin Angela Merkel verweise auf den vereinbarten Mechanismus für die Einbeziehung privater Gläubiger, der ab 2013 gelten soll. Die Frage sei aber, wie man mit der bereits aufgelaufenen Schuld umgehe. Das, so Fitschens Ansicht, lässt sich nicht bis 2013 aufschieben.

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23 Kommentare zu "Euro-Krise: Deutsche Bank erwartet Umschuldung in Griechenland"

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  • Zitat:"Bitte erläutern, warum es dem Steuerzahler seit dem Euro besser gehen soll als vor dem Euro."

    Soll das ein Witz sein? Wer wollte in Deutschland denn den Euro? Niemand! Den Euro wollten nur die Schmarotzer PIGS&FROGS!

  • Wie bitte? Es ist doch hinlänglich bekannt, dass der Schuldenstand GR’s während der langen, langen Pasok-Zeit entstand. Nicht zuletzt Ministerpräsident Simitis hat dafür gesorgt, dass es heute unbezahlbare Schuldenberge gibt. Er hatte – unbemerkt von Brüssel und der Öffentlichkeit – Milliarden von Dollars geliehen, die Zinsen gleich bezahlt, das Geld in den Staatshaushalt getan und damit die Bilanz aufgebessert. Dadurch wurde erst der Beitritt zur Währungsunion möglich. Weil er mit Goldman und Sachs ausmachte, dass die Rechnung erst etwa 8 Jahre später auftaucht, erfuhr Brüssel nichts davon. Erst mal.
    Dass dann später auch die Nea Demokratia sich noch an den EU-Geldern bediente, ist ein offenes Geheimnis.
    Die Misere aber damit zu begründen, dass die eine Partei den Schaden verursacht habe, während man die andere Partei heilig spricht, nützt gar nichts. So war es nicht und so ist es nicht. Alle Griechen haben schön mitgemacht beim Ausgeben vom fremden Geld, der eine mehr, der andere weniger. Und alle haben ihren Mund gehalten, denn sie waren ja Profiteure. Und wenn sie es nicht selbst waren, dann waren es ihre Kinder oder ihre Eltern oder ihre Kumbaras (Paten) und Cousins. Solange etwas für sie selbst dabei abfiel, haben sie den Betrug nicht sehen wollen. Jetzt ist das Entsetzen groß und niemand will es gewusst haben. Dabei zückt auch heute jeder automatisch seine Geldbörse, wenn er einen Arzttermin möchte. Bestechen gehört zum Alltag. Erzählen Sie mir bloß nichts vom Pferd.
    Leo Rose, GR

  • STEUERZAHLER und WIR
    Zitat aus dem Artikel: den Steuerzahlern klar machen, wie sehr wir davon profitieren.

    Das ist wieder einer dieser Belege, wie abgehoben unsere Politiker und Banker mittlerweile sind, wie wenig sie wissen, was das Volk, die Wähler, bewegt. Also, wer STEUERZAHLER sind, weiß ich. Das bin ich. Ich zahle. Aber wer ist WIR? Das sind doch bisher nur die großen Unternehmen. Von den tollen europäischen Vorteilen bekommen doch die deutschen Bürger kaum etwas ab. Oder sind Sie nur mit den geöffneten Grenzen zufrieden? Ich nicht. Ich hätte auch gern etwas von den finanziellen Vorteilen der Exportunternehmen gesehen, für die ich dauernd zur Kasse gebeten werde. In Deutschland arbeiten sehr viele Menschen für ein Einkommen unterhalb des Existenzminimums. Erwarten Sie allen Ernstes da noch Begeisterung für ein geeintes Europa mit einer Währung, die so schlecht konzipiert ist, dass sie ständig irgendwie mit dem Geld der Steuerbürger - eben NICHT mit dem Geld der Euro-Profiteure - gerettet werden muß?
    Solche Leute wie mich als "zurückgebliebene Gesellschaft" zu bezeichnen, ist unverfroren.

    Leo Rose

  • Die Schuldenlast Griechenlands wird jegliche Wirtschaftsentwicklung ausbremsen. Wieso sollen ausgerechnet wir, die wir weder früher, noch heute, noch in Zukunft Einfluß auf die griechische Politik und staatliche Seriosität hatten, haben oder haben werden, für deren "Ergbisse" maßgeblich mit haften? Wenn diese Kreditbetrüger Milliarden erwirtschaftet hätten, glauben Sie, daß die uns dann auch nur einen Cent z. B. in der Folge der Lasten für die deutsche Einheit abgeben würden?????? Die würden alles tun, um genau so pleite auszusehen, wie sie heute dastehen, Griechen habe sicher gute Ideen, wenn es um ein 24stes Monatsgehalt gehen würde, die würden sogar eine Eisbrecherflotte fürs Mittelmeer aufbauen!

  • Nicht einmal Saisonarbeiter wollten in den letzten Jahren in Deutschland Gurken pflücken oder Spargel stechen, weil die in Aussicht gestellten Hungerlöhne gerade einmal gereicht hätten, um den Aufenthalt und die Reisekosten zu finanzieren, mit dem Rest kommen Polen, Ungarn und Rumänen nicht über den Winter! Dank HartzIV-Zwangsarbeitsdienst mit steuerlichen Ausgleichszahlungen der Allgemeinheit sind Niedriglohnsektor und allgemeine Armut gewachsen. Vielen Dank für alle Propagandalügen zu den angeblichen "Vorteilen" für uns Deutsche durch den Euro!

  • Eine teure D-Mark gegenüber einem billigen Euro bedeutet auch: Weniger Ausgaben für Einfuhrprodukte, vor allem Engerierohstoffe, Metalle, hochqualitaitve Lebensmittel, Import-Markenmedikamente, elektronische Bauelemente, Halbferigwaren, Konsumer-Elektronik, preiswerterer Urlaub, Freizeitprodukte. Das ist nur ein Aspekt, der sich positv auf die Kaufkraft der Konsumenten auswirken würde! Die Realinfltion wäre ebenfalls viel niedriger, die sich in geringeren Gehaltsforderungen, vor allem im öffentlichen Dienst auswirken würden. Läßt man nun noch die Steuerbelastungen für den teuren Leerlauf in Brüssel und Co. für Unternehmen und alle übrigen Steuerzahler weg, so ergibt sich ein bessers Nettoergebnis! Vermutlich hätten wir schon vor zehn Jahren Vollbeschäftigung gehabt und uns den Schröderschen HartzIV-Terror sparen können, weil unsere deutschen Produkte und z. B. Handwerksdienstleistungen zwischen 3 und 10% billiger wären, als heute! Wir brauchten kein "Bundesamt für Steuern", das sich um den EU-Umsatzsteuermist kümmern würde, mir ist es egal, ob ich einem ausländischen Kunden Waren umsatzsteuerfrei verkaufe oder den Umsatzsteuerbetrag vereinnahmen und buchen muß, das macht inzwischen der Computer alleine, aber die erhöhten Kosten für den Steuerberater für den EU-Warenverkehr stören mich! Spätestens dann, wenn die euro-bedingten Stuererhöhung zur Defizitgegenfinanzierung die breite Masse treffen werden, wird der Letzte begreifen, daß Euro-Land nur TEURO-Land sein konnte!

  • Hallo "Grieche", ich kann Dir agnz genau sagen, wei es uns gehen würde: Wie den Schweizern und den Norwegern und besser, als den Dänen und Holländern! Deutschland war und ist ein innovatives Land, das leider schon immer von den anderen versucht wurde abzumurxen, nach Adenauer auch vom eigenen Staat mit steigender Intensität. Und wenn es Deuschland nicht geben würde, dann würde demnächst wahrscheinlich auch die Sonne für Griechenland abgestellt, weil es nicht einmal in Zukunft dafür reichen würde!

  • Eigentlich wäre alles ganz einfach:
    Unternehmungen jeglicher Art sind so in Aktiva und Passiva zu strukturieren, daß sie im Konkursfall abwickelbar sind
    Was dann noch an Aktiva vorhanden ist, erhalten die Gläubiger, die Gesellschafter verlieren ihr Vermögen.
    Das Gleiche gilt für Staaten und betrügerische Vorstände
    wie bei der Bayrischen LB
    Bilanzbetrug wird im schweren Fall mit Lebenslänglich bestraft, dann lohnt es sich nicht mehr, alles bei der Frau in Sicherheit zu bringen.

  • Die Mehrheit unseres Exportes geht ins europ. Ausland.
    Der Export lag zu DM-Zeiten bei ca. 44%, seit Einführung des Euro ist der Export abgesunken auf ca. 41%. Hinzu kommt, das die Exportüberschüsse zu DM-Zeiten in unserem Land blieben, jetzt befinden sie sich im europ. Ausland und dadurch ist unser Binnenmarkt zusammen gebrochen.
    Also das Loblied auf den Euro ist völlig verkehrt.
    Hinzu kommt, dass der Euro für den Bürger eine 100%ige Preiserhöhung war. Wir haben nur noch das halbe Geld, die Preise sind aber geblieben.
    Haben Sie für einen Kaffe früher 6 DM gezahlt? Doch wohl sicher nciht. Heute kostet aber eine große Tasse Kaffee 3 €
    Butter zu DM-Zeiten zwischen 0,90 und 1,25DM heute 0,95 bis 1,24 Euro. Also dss Doppelte
    Und so kann ich Ihenn das mit fast jedem Produkt aufführen.
    Ich kaufe seit Jahren eine bestimmte Marke Schuhe. Zu DM-Zeiten zahlte ich dafür je nach dem, auch mal Angbot usw. zwischen 60 und 80 DM heute mindestens 75 €

  • Widerspruch.
    Die einstige EU wurde mal gegründet von den großen Staatsmännern de Gaulle und Adenauer, und zwar als europäische Wirtschaftsgemeinschaft -EWG- für freien Handel ohne Zölle und ohne Beschränkungen und auch für das friedliche Miteinander in Westeuropa nach dem schrecklichen Krieg.
    Das hat Jahrzehnte sehr gut funktioniert.
    Dann kam Kohl, "Ein Verhängnis für die CDU" so Prof. Wilhelm Hennis. Kohl war EU-hörig, hatte keinerlei Ahnung von Wirtschaft, machte jeden Unsinn mit der mittlerweile vom aufgeblähten Brüssel kam.
    Dann kam Schröder und nahm völlig verfrüht alle Länder des ehemaligen Ostblocks in die EU auf. Diese Läönder sind bis heute nicht ganz demokratisch, die sozialiststische/kommunistische Denke ist immer noch vorhanden und damit begann der völlige Untergang.
    Diese Länder waren Planwirtschaft gewohnt, den starken Staat der alles richtet. Also von freier Marktwirtschaft weit entfernt
    Man sieht es an den vielen Verboten, dem Gängeln der Bürger, sammeln von Daten usw.
    Diese jetzige EU bezeichne ich nur noch als ganz kriminellen Dreckhaufen in Brüssel und dieser Dreckhauen gehört aufgelöst, denn diese EU schadet mehr und mehr

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