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Euro-Krise Hollande sucht die Konfrontation mit Merkel

Beim EU-Gipfel präsentierte sich Frankreichs neuer Präsident, Francois Hollande, als Anwalt südeuropäischer Interessen. Dabei gab es nicht nur beim Thema Euro-Bonds erhebliche Meinungsunterschiede mit Kanzlerin Merkel.
Update: 24.05.2012 - 10:08 Uhr 118 Kommentare

Merkel: Euro-Bonds kurbeln Wachstum nicht an

Brüssel Es war sein erster Auftritt bei einem EU-Gipfel und natürlich wollte Francois Hollande alles anders machen als sein Vorgänger. Und tatsächlich: Alles sah anders aus. Der neue Herr des Elysée-Palastes wackelte nicht mit dem Kopf und wippte auch nicht unruhig auf den Füßen hin und her wie Nicolas Sarkozy. Nein, Francois Hollande stand kerzengerade und bewegungslos hinter seinem Mikrofon. Er stellte auch nicht ständig die Gemeinsamkeiten mit "Angela Merkel" heraus, wie Nicolas Sarkozy es zu tun pflegte.

Francois Hollande tat gerade das Gegenteil: Er betont die Unterschiede zu "Madame Merkel" - und das gleich mehrfach in dieser Pressekonferenz um zwei Uhr Donnerstag früh. "Madame Merkel sieht in Euro-Bonds eine langfristige Perspektive europäischer Integration", sagte der Sozialist und fügte gleich hinzu: "Ich habe ein anderes Konzept". Für Madame Merkel seien europäische Staatsanleihen ein "Schlusspunkt", für ihn hingegen ein "Ausgangspunkt".

Die Altschulden der Euro-Staaten könne man natürlich nicht vergemeinschaften, das sei inakzeptabel. Doch "neue Staatsanleihen", so signalisiert der neue französische Staatschef, könne man vielleicht schon kurzfristig als Eurobonds begeben. Denn: Das entlaste Länder, die an den Märkten hohe Risikoaufschläge zahlen müssen.

Die Spanier werden das gerne hören. Noch unmittelbar vor dem Gipfel hatte sich Spaniens Regierungschef Rajoy darüber beschwert, dass sein Land Zinsen von sechs Prozent und mehr für langlaufende Staatsanleihen bald nicht mehr zahlen könne. Rajoy war erst vorgestern in Paris, Hollande fuhr mit ihm zusammen im TGV nach Brüssel zum Gipfel.

Direkt nach dem Gipfel forderte Rajoy die Europäische Zentralbank zu Maßnahmen gegen die steigenden Refinanzierungskosten für Euro-Peripheriestaaten am Anleihemarkt auf. Wenn die öffentliche Verschuldung nicht tragfähig wird, “dann haben wir ein Problem”, sagte Rajoy am frühen Donnerstag in Brüssel.

Dort scheint es nun, als ob sich Hollande zum Anwalt südeuropäischer Interessen machen möchte in der Schuldenkrise. Denn er kommt Spanien noch in einem anderen Punkt entgegen: Der Euro-Rettungsschirm müsse die Banken rekapitalisieren und zwar "in Verbindung mit der EZB", verkündete Hollande.

Der Regierung in Madrid spricht er damit sicher aus dem Herzen, sie leidet schwer an den Folgen der geplatzten Immobilienblase in den Banken-Bilanzen.

Die deutsche Kanzlerin dürfte über Hollandes Worte dagegen weniger erfreut sein. Sie lehnt es strikt ab, dem Euro-Rettungsschirm eine Banklizenz zu geben und so Zugang zur EZB-Liquidität zu verschaffen.

Hollande denkt wie seine Amtsvorgänger
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118 Kommentare zu "Euro-Krise: Hollande sucht die Konfrontation mit Merkel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Oldi, was Sie schreiben ist richtig. Die Wirtschaftspolitik ist in ganz Europa miserabel und wir können glücklich sein, daß sie außerhalb Europas nicht grundsätzlich besser ist.
    Wer hat schon von den Bedürfnissen der Menschen eine Ahnung und gleichzeitig davon, wie das technisch ausgestaltet werden kann? Mach dir ein Fotovoltaik-Paneel aufs Dach und der Tag ist dein? Hahaha! Das ist nicht mehr als ein Schräubchen in meinem Ersatzteillager!

    Innovationen? Was nützen sie,wenn sie in den Tresoren verschwinden oder deren Entwicklung einfach ignoriert wird. In Dresden und Padaborn wird Verkehrstechnik von Morgen entwickelt; ein Markt für Billionen Euro wartet auf das gestreckte Jahrhundertereigbnis. Für einen Transrapid wurden Milliarden an Steuergeldern verpulvert, doch die Vorstellung,daß diese Technik auch für einen PKW anwendbar ist, gibt es in Politikerköpfen nicht.
    http://www.evico.de/fileadmin/media/bilder/supratrans/SupraTrans_II_Fahrzeug_RU.jpg

    Den flüssigen Stickstoff, ein Billigartikel, würde ich allerdings nicht ins Fahrzeug bringen. Es geht anders.

    Das Innenstadt-Autobahnkleeblatt:
    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/188/2/

    Es zeigt, wie ohne Tunnelbauten der Verkehr unter Grünanlagen verschwindet und Tempo 500 auch in der Stadt möglich ist.
    Sicher, die Zeit ist knapp. Aber man kann vor den Wahlen in GR den GR noch eine Perspektive vermitteln. Bei einem mit hohem Preisgeld ausgestatteten Innovationswettbewerb unter Beteiligung von Tunerwerkstätten steht nach einem halben Jahr das Verkehrsmittel der Zukunft.

  • Realist,

    jetzt musste ich mich doch tatsächlich durch 10 Bildschirmseiten mit immer dem selben unterbelichteten Stuss, diesem never ending Murmeltiertag kämpfen, bis einer endlich mal was sagt, was halbwegs nach Verstand klingt.

    >> Am 17. Juni sind Parlamentswahlen,
    >> und bis dahin muss der neue grosse
    >> Präsident ordentlich auf den Putz hauen.

    Stimmt genau.

    Und, naja, so ist das halt, oder? Immer und überall.

    Obwohl, das mit der Gehaltskürzung fand ich zb. gar nicht mal so schlecht, das mit dem schnellen Rückzug aus Afghanistan ebenso und daß er sich zuerst mal ausgiebig mit dem griechischen und dem spanischen MP unterhält auch.

    Haben Sie schon mal einen Krimi gesehen?

    Good cop, bad cop?

    Eben ...

  • PeterScholz1,

    ist das so bei Euch?

    Dann solltet Ihr die Viecher vielleicht besser im Stall festnageln.

  • Eurobons ohne Deutschland ! Superidee !!!

  • Einige NEWS:

    >>>>> Das Bundesverfassungsgericht entscheidet am 19. Juni über die Informationsrechte des Bundestags bei Maßnahmen in der Euro-Krise. <<<<<<<<


    Der Bankenverband schlägt eine "koordinierte Währungsreform" und "eine Art Marshall-Plan" für Griechenland vor. Ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone sei "nur noch schwer erreichbar", sagte Verbandspräsident Andreas Schmitz laut Dow Jones Newswires.
    12:25 - Echtzeitnachricht

    Fitch: Italienische und spanische Versicherer wären von einem Euro-Austritt Griechenlands am stärksten betroffen

    Finnischer Finanzminister: Sicherheitszahlung Griechenlands auf €560 Mio gestiegen +++ Wollen, dass Griechenland im Euro bleibt +++ Notfallpläne für verschiedene Szenarien in der Schuldenkrise ausgearbeitet.

    Bank of England / Bailey: Notfallpläne der britischen Banken für einen Euro-Austritt Griechenlands werden detaillierter

    The National: Nouriel Roubini spricht sich für einen geordneten Euro-Austritt Griechenlands aus, um den Euro zu retten.

    ENI meldet signifikante neue Ölfunde in der ägyptischen Wüste.

  • genau deshalb schreibe ich auch Demokratie ;)
    Bin aber auch ein schludriger Schreiber, der sich oft über seine Rechtschreibfehler nachher schämt!!
    Der Grundtenor ist aber in der Diskussion richtig, frage mich nur was das alles bringen soll, wenn sich nur eine Handvoll Bürger mit dem Thema auseinandersetzt, während die Mehrheit sich für Deutschlandsuchtdensuperdeppen reinzieht und keine Ahnung vom ESM hat.
    Machen Sie mal die Probe und fragen in Ihren Umfeld nach dem ESM...

    Sie werden es nicht glauben, vom Fussballverein, bis zur Streichwurst ist alles dabei.

  • 1a resümiert. Aber bitte auch nicht die tendenzielen Unterschiede vergessen. Ich habe mal mit einen Italiener in einer WG zusammengewohnt, da lernt man ganz schnell das Wessen der Südländer kennen. Wenns hart auf hart kommt packt der Deutsche an, der Italiener läuft heulend zur Mama.

    Etwas überzogen ich weiss, aber so habe ich es immer erlebt.

  • Rechtschreibschwäche hin und her. In unserer Demokratrie ist das höchste Gut die Meinungsfreiheit. Wenn ich mir so manchen Kommentar ansehe, dann frage ich mich, ob das Niveau mancher Verfasser vielleicht gesteigert werden könnte. Zum Beispiel, wenn dessen Anonymität aufgehoben würde.... Also als "Spielwiese" sollte diese Einrichtung nicht mißbraucht werden; meine ich.

  • Sehr geehrter Herr "Ihr"
    Was nützen mir die Exporte, wenn sie meine Arbeitskraft verbilligen? Was habe ich davon, wenn ich die gleiche Arbeit für weniger Geld leiste? Warum soll der Deutsche den Konsum der anderen subventionieren? Denn genau das passiert: Wenn die EU-Länder ihre Schulden nicht in den Griff kriegen, steigt die Inflation rasant weiter und entwertet mein Gehalt...Warum soll ich auf einen Teil meines Gelates verzichten? Damit die anderen weiter auf Pump leben dürfen? Ist das die europäische Solidarität???...Und selbst dann fährt das Ganze gegen die Wand, nur halt mit Deutschland an Bord...Nein, nein so habe ich es mir nicht vorgestellt! Im Zweifel suchen wir uns andere Märkte, die sich unsere Produkte auch leisten können.

  • Sie haben die geplante MWSt auf Finanztransaktionen vergessen, die jeder Kunde wird zahlen müssen, der nicht aufs Ausland ausweichen kann/will, und von der sich alle EU-Länder wahre Steuereinnahmen-Tsunamis versprechen. Daß diese MWSt die Rendite der Altersvorsorge um mindestens 10% insgesamt senkt, interessiert keinen Politiker mit seinem kurzen Zeithorizont...

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