Euro-Krise IWF glaubt weiter an Griechenlands Sanierung

Der IWF stützt Griechenland weiter - zumindest verbal. Anders die Europäische Zentralbank: Sie rüffelt Griechenlands Zögerlichkeit mit klaren Worten - der Ton wird rauer.
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Der griechische Premierminister George Papandreou hat Berichte dementiert, wonach sein Land die Sparziele auf ganzer Linie verfehlt haben soll. Quelle: dapd

Der griechische Premierminister George Papandreou hat Berichte dementiert, wonach sein Land die Sparziele auf ganzer Linie verfehlt haben soll.

(Foto: dapd)

New York/Athen/BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat einen „Spiegel“-Bericht zurückgewiesen, wonach Griechenland alle seine Sparziele verfehlt haben soll. „Die jüngsten Medienberichte, die sich auf die Ergebnisse der Prüfdelegation berufen, sind falsch“, erklärte eine Sprecherin des IWF am Sonntag. Die Beratungen mit den griechischen Behörden dauerten an und machten gute Fortschritte. Der IWF rechne damit, dass die Gespräche bald abgeschlossen werden könnten, fügte die Sprecherin hinzu. Zuvor hatte bereits die griechische Regierung den Bericht dementiert.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte berichtet, die Experten von Europäischer Zentralbank (EZB), IWF und der EU-Kommission hätten bei ihrer turnusmäßigen Kontrolle festgestellt, dass das von einer Staatspleite bedrohte Land alle im Zusammenhang mit den Finanzhilfen vereinbarten Haushaltsziele verfehlt habe. Eine Delegation von EU, EZB und IWF überprüft derzeit, ob Griechenland die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen Rettungspaket über insgesamt 110 Milliarden Euro erfüllt.

Erst am Samstag war bekannt geworden, dass die EZB mit den Sparanstrengungen der Griechen bislang nicht zufrieden ist. EZB-Volkswirt Stark forderte von Griechenland, den Sanierungskurs konsequenter umzusetzen. Durch den Verkauf von Immobilien oder Unternehmen könne das Land bis zu 300 Mrd. Euro einnehmen.

„Die griechische Regierung hält Anteile an börsennotierten Unternehmen, sie besitzt Immobilien“, sagte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark der „Welt am Sonntag.“ Experten schätzten das Verkaufspotenzial auf bis zu 300 Milliarden Euro, sagte Stark. „Ein Teil dieser Werte muss mobilisiert werden, um den Schuldenstand zu senken.“ Bisher würden mit dem Privatisierungsprogramm 50 Milliarden Euro bis 2015 angestrebt. „Man sollte hier ehrgeiziger sein“, forderte Stark. 

Zudem bewirkten Privatisierungen mehr Effizienz in der gesamten Volkswirtschaft, betonte der EZB-Banker mit Blick auf Griechenlands Staatsbeteiligungen. Griechenland habe über Jahrzehnte eine falsche Wirtschaftspolitik betrieben und zuletzt über seine Verhältnisse gelebt. „Eine Kehrtwende ist unausweichlich und schmerzhaft.“ 

Stark attestierte der Athener Regierung erste Fortschritte bei der Umsetzung des Sanierungsprogramms, das EU und IWF zur Bedingung für Hilfen gemacht hatten. „Aber es bedarf einer Intensivierung der Anstrengungen.“ Griechenland sei kein Fass ohne Boden. Voraussetzung sei aber, dass die notwendigen Maßnahmen auf griechischer Seite umgesetzt würden.

  • rtr
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9 Kommentare zu "Euro-Krise: IWF glaubt weiter an Griechenlands Sanierung"

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  • Die EU hat Griechenland auf dem Schoß und will das Baby auch bleiben. Nebenbei wird die EU mit Volksaufständen in Griechenland erpresst, sparen ist nicht durchsetzbar.

    Tja EU, schöne Zwickmühle, es wurden Begehrlichkeiten in Griechenland geweckt, die nicht mehr hergegeben werden. Das griechische Volk hat nichts zu verlieren und wird rebellieren bis zum Untergang. Oder wir füttern sie durch bis zum Sant-Nimmerleins-Tag.

  • Die EU hat Griechenland auf dem Schoß und will das Baby auch bleiben. Nebenbei wird die EU mit Volksaufständen in Griechenland erpresst, sparen ist nicht durchsetzbar.

    Tja EU, schöne Zwickmühle, es wurden Begehrlichkeiten in Griechenland geweckt, die nicht mehr hergegeben werden. Das griechische Volk hat nichts zu verlieren und wird rebellieren bis zum Untergang. Oder wir füttern sie durch bis zum Sant-Nimmerleins-Tag.

  • man sieht, welche währungen gewinnen - nur die harten:
    http://9conomy.info/?&show=loser&dr=3y

  • ... aber zu allen Zeiten gegen was vernünftiges eintauschen...

  • Wenn solche manipulierende Berichterstattungen oft genug dirigiert werden, und wenn man die entsprechenden Finanzinstrumente in Anspruch nimmt, kann man als Grossanleger so gut wie niemals viel Geld verlieren, aber doch sehr oft viel Geld verdienen.

  • Wer die Finanzmärkte verfolgt, weiss doch recht genau, wie George Soros und seine Kumpanen, an ihr Geld gekommen sind.

  • Wie immer wenn es Durchhalteparolen aus dem Zentralkommite aus Brüssel oder dem Frankfurter EZB Kreml kommen, werden morgen die Märkte zeigen was sie davon halten.

    Das sich nun nach dem IWF auch die EU zu Drohungen hinreissen lässt,ist sicherlich ein gutes Verkaufsargument für die Anleihen.

    Am Goldpreis kann man das ja auch ablesen.. wie gut es den Währungen Euro, Dollar und Yen geht.
    Ich weis ich weis... Gold kann man nicht essen.

    Aber man kann es auch nicht drucken...

    Schönen Sonntag

  • Kann es sein, dass man heutzutage, alleine durch einen Medienbericht, den Anleihemarkt beeinflussen kann? Auch wenn es sich nur um Spam und "Hören Und Sagen"-Gerüchte handeln sollte. Wer vorher davon weiss und das nötige "Know How" und Kleingeld besitzt, kann einen Profit in Millionenhöhe in ein paar Stunden oder sogar Sekunden einfahren. Selbstverständlich braucht man dafür erst die öffentliche Meinung geschmiedet zu haben, durch vorige Prophezeiungen, damit solche Medienaktionen auch wirksam sind.

  • Folgt man einem alten Ondit, demzufolge sich zwei streiten, damit ein Dritter sich freuen könne, fragt man sich,
    wer nur der "Dritte" dabei sein könnte.

    Verflixt: man komm nicht drauf, wer das sein könnte....

    Viele fragen sich das nicht: das macht die Frage indes nicht uninteressanter.

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