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Euro-Krise Merkel schließt Deal über Euro-Bonds kategorisch aus

Merkel und Sarkozy ziehen an einem Strang, aber nicht in die gleiche Richtung: Nach dem Mini-Gipfel kündigt der Franzose Veränderungen des EU-Vertrags an. Die Kanzlerin widerspricht nicht, agitiert aber gegen Euro-Bonds.
Update: 24.11.2011 - 15:39 Uhr 75 Kommentare
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt auch nach ihrem Treffen mit Frankreichs Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und Italiens Regierungschef Mario Monti bei ihrem klaren Nein zu Eurobonds. An ihrer Haltung habe sich nichts geändert, sagte Merkel am Donnerstag in Straßburg. Zuvor war in deutschen Medien spekuliert worden, die schwarz-gelbe Koalition unter Merkels Führung könne sich doch noch mit der Ausgabe von Euro-Bonds anfreunden, wenn zunächst die EU-Verfassung in ihrem Sinne geändert wird.

Genau das kündigte Frankreichs Präsident nach dem Treffen an: Gemeinsame Vorschläge zur Änderung der EU-Verträge sollten noch vor dem EU-Gipfel am 9. Dezember präsentiert werden, sagte der französische Präsident. Im Kampf gegen die Schuldenkrise will vor allem Deutschland Haushaltssünder in der EU stärker zu Rechenschaft ziehen. Nach Ansicht der Bundesregierung ist für härtere Sanktionen eine Änderung der EU-Verträge nötig.

Von Euro-Bonds, die eine Angleichung der Zinssätze zwischen den Mitgliedern der Euro-Zone bringen würden, wollte Merkel dennoch nichts wissen. Sie werde ihre Haltung zu Eurobonds nicht als Gegenleistung für vertraglich geregelte Verschärfungen der Stabilitätskriterien aufgeben. „Es geht nicht um Leistung und Gegenleistung.“ Die Konstruktionsschwäche des Euroraums - dass es keine politische Union gebe - müsse Schritt für Schritt überwunden werden.

Unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit drücke sich in unterschiedlichen Zinssätzen aus. Mit gemeinsamen europäischen Staatsanleihen die Zinssätze anzugleichen, sei ein falsches Zeichen, betonte die Kanzlerin. Vor der Krise seien die Zinssätze im Euro-Raum nahezu gleich gewesen - durch die Märkte bewertet. Dies aber „zwangsweise herbeizuführen wird uns alle schwächen“, sagte Merkel.

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75 Kommentare zu "Euro-Krise: Merkel schließt Deal über Euro-Bonds kategorisch aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wir wissen ja nicht, ob die Überschrift nur vom HB erfunden worden ist? Tatsache ist, daß der endlose Rettungsschirm ESM - das ist der , über den die Mitglieder der FDP immerhin abstimmen dürfen - genauso funktioniert wie Eurobonds bzw. viel schlimmer, da unkontrollierbar. Von einem Crash aller Euroländer wird sich auch D nicht besser erholen als die anderen, weil dieser ESM bedeutet, daß sämtliche nationalen Reserven vorher zusammengelegt werden - d.h. alles ist weg. Im übrigen erfüllen wir die Maastricht-Kriterien genauso wenig wie die anderen, auch wir sind überschuldet und leben über unsere Verhältnisse. Nur ein langsames (wegen Rezessionsgefahren!) stetiges, nachhaltiges Deleveragen würde helfen, wenn gleichzeitig aufgehört wird, die Banken zu strangulieren. Dazu paßt der Haushalt 2012 allerdings wie der Faust aufs Gretchen! Erhöhung der Neuverschuldung!

  • Richtig. Die andern aber auch nicht.

  • Q PeterScholz1

    Stimmt, das weiß sie nicht einmal selbst.

  • @ KeepCool: "Frau Merkel taktiert auf interessante Weise. Allerdings frage ich mich, was sie tun wird, wenn die Zinsen für die Südstaaten weiter steigen."

    Was juckt uns Deutsche, wenn die Zinsen für die Südstaaten steigen? Vielleicht steigen sie gerade in Bangla Desh. Ich glaube nicht, dass KeepCool und ich dafür verantwortlich sind. Jetzt kommt von KeepCool sicher der Einwand, dass wir die gleiche Währung haben. Und da zitiere ich Prof. Fredmund Malik, einen Kommilitonen von Josef Ackermann aus St.Gallen: „Was kann eine Währung wie der Teuro dafür, dass die Südländer weit über ihre Verhältnisse gelebt haben?“

    Allerdings frage ich mich, was Frau Merkel tun wird, wenn jetzt die Zinsen für die Deutschland steigen, weil die Kanzlerinmehrheits-Kanzlerin am Schwarzen EFSF-Donnerstag, den 29.09.2011, die Verschuldung der Deutschen für korrupte Südstaaten auf interessante verantwortungslose Weise hochtaktiert hat.

  • Kompliment an Frau Merkel - für Ihr Durchhaltevermögen
    gegen die EUROBONDS!

    Hoffentlich bleibt sie dabei - nicht noch mehr Zugeständnisse an das über und über verschuldete
    Projekt E U - ein Fass ohne Boden - Verschuldung über
    mehrere Generationen!

  • nett wie uninformiert gegeben: Sie wissen wohl nicht (mehr?) was Faschismus ist außer aus Internetrecherchen bei Google. Informieren Sie sich besser, bevor Sie im Handelsblatt mit Unwissen glänzen möchten.

  • Wenn Frau Merkel öffentlich erklärt, daß sie Eurobonds ausschließt und auch der EZB verbietet, deckungsloses Fiat-Papiergeld zu drucken, dann sollten wir ihr glauben. Wenn sie sich nicht an ihre Versprechungen hält, dann sollten wir sie auf Schadenersatz verklagen. Denn dann verlieren wir unseren Wohlstand.

  • Bleiben Sie hart Frau Merkel. - Egal was passiert, - Deutschland wird am Ende dieses Euro-Desasters besser dastehen auch wenn der Euro insgesammt kaputt geht und verschiedene Staaten doch dieses Währungssystem wieder verlassen.

  • Frau Merkel wird sich (so hätte ich es auch getan) gründlichst in die Thematik eingearbeitet haben. Auch traue ich ihr zu, daß sie Menschen wie Prof. Hankel o. ä. gehört hat (hätte ich aus so gemacht). Sie kann doch momentan gar nicht anders, als auf Zeit zu spielen. Ja, ich glaube immer mehr, daß Frau Merkel genau weiss was sie tut.

  • Es ist markttechnisch unerheblich, ob Euro-Bonds eingeführt werden (für die gesamtschuldnerisch in der Union gehaftet werden sollen) oder nicht. Die Zinsen der Bonds werden in relativ kurzer Zeit das Niveau italienischer Schuldscheine von heute erreichen. Das Kernproblem der Eurozone ist nicht zu lösen, ebenso nicht wie man die Gravitation nicht eliminieren kann. Das wissen alle, die sich mit dem Thema objektiv und unvoreingenommen beschäftigen, auch ohne Divisen-, Finanz- oder Wirtschaftsexperte zu sein.
    Die EZB wird letztlich die Schulden finanzieren, ob das jemand will oder nicht interessiert dabei nicht - es wir nicht anders möglich sein.
    Auch das wird nur kurze Zeit "helfen" im Gegensatz zu denn USA oder Grossbritannien, wo die Notenbanken ebenfalls schon seit Jahren die Schulden finanzieren. Die genannten Länder haben ein homogenes und natürliches Währungsgebiet, eingebettet in einer funktionierenden Förderation mit vergleichbarer Gesetzgebung und Wirtschafts- und Fiskalstruktur.
    Dies ist nicht annährend in der EURO Zone realisiert,
    abgesehen von den diametral entgegengesetzten Mentalitäten in den Nord- und Südstaaten und den heterogenen Sprachgebieten.
    Das Ziel ist der Staatsbankrott der meisten EURO Staaten mit den entsprechenden Folgen.
    Die Probleme der unterschiedlichen (Sozial-) Gesetzgebung, Fiskal- und Wirtschaftsstruktur würde auch bei einem Nord-Euro bestehen, deswegen sollte man schon in der Gründungsphase sofort eine entsprechende Konvergenz beschliessen.

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