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Euro-Krise Monti warnt vor Auseinanderbrechen Europas

Der italienische Ministerpräsident fürchtet eine „psychologische Auflösung Europas“ durch die Spannungen in der Eurozone. Seinen Amtskollegen in Europa empfiehlt er mehr Unabhängigkeit von Entscheidungen ihrer Parlamente
05.08.2012 Update: 05.08.2012 - 17:10 Uhr 174 Kommentare
Italiens Ministerpräsident Mario Monti Quelle: dapd

Italiens Ministerpräsident Mario Monti

(Foto: dapd)

Hamburg/Berlin Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hat vor einem Auseinanderbrechen Europas wegen der Eurokrise gewarnt. "Die Spannungen, die in den letzten Jahren die Eurozone begleiten, tragen bereits die Züge einer psychologischen Auflösung Europas", sagte Monti dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut einem Vorabbericht vom Sonntag. Wenn der Euro zu einem Faktor des europäischen Auseinanderdriftens werde, dann seien auch "die Grundlagen des Projekts Europa zerstört".

Monti empfahl den Regierungschefs, sich ihre Handlungsfreiheit gegenüber den eigenen Parlamenten in der Krise zu bewahren: "Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration", sagte er.

Der Ministerpräsident begrüßte zugleich den Kurs des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in der Eurokrise und die von ihm angedeuteten neuen Aufkäufe von Staatsanleihen kriselnder Euroländer. Wie Draghi spreche er schon lange davon, dass der Markt für Staatsanleihen in der Eurozone "schwer gestört" sei, sagte Monti dem "Spiegel". Er forderte die Euroländer daher zum Handeln auf: "Diese Probleme müssen jetzt schnell gelöst werden."

Draghi hatte am Donnerstag gesagt, die Zentralbank werde "in den nächsten Wochen" die Bedingungen von Maßnahmen wie den erneuten Aufkauf staatlicher Schuldscheine diskutieren. Er machte jedoch keine konkreten Hilfszusagen. Die EZB hatte bis Mitte März Anleihen aufgekauft, um den Zinsdruck auf kriselnde Euro-Staaten zu senken. Seitdem liegt das umstrittene Programm auf Eis.

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    Auf die Kritik Montis am Einfluss der nationalen Parlamente bei der Eurorettung reagierte die CSU indes mit Empörung. "Die Gier nach deutschen Steuergeldern treibt bei Herrn Monti undemokratische Blüten", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der Zeitung "Die Welt". Monti hatte in einem "Spiegel"-Interview mehr Verhandlungsspielraum für die nationalen Regierungen in der Eurokrise gefordert, also weniger Mitspracherecht der Parlamente.

    "Herr Monti braucht offenbar die klare Ansage, dass wir Deutsche nicht bereit sein werden, zur Finanzierung der italienischen Schulden unsere Demokratie abzuschaffen", sagte Dobrindt der "Welt". Dass ein gewählter Regierungschef die demokratischen Regeln so abschätzig handhabe, sei ein Alarmzeichen für die politische Kultur in manchen Euroländern. "Wir dürfen nicht zulassen, dass durch die Eurokrise diejenigen die Oberhand gewinnen, die Parlamentsrechte und demokratische Kontrolle als Störfaktoren ansehen."

    • afp
    • dapd
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    174 Kommentare zu "Euro-Krise: Monti warnt vor Auseinanderbrechen Europas"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der GoldmanSachs Fuzi kann doch sofort den Austritt Italiens verkünden. Da wären wir erstmal eins der südlichen Entwicklungsländer los. Und seinen neuen Freund Frankreich kann er gleich mit überreden. Euro ade. Dann haben wir endlich unsere geliebte DM wieder.

    • Es ist doch ganz verständlich, daß Herr Monti warnt.
      Aber ist es nicht so, daß - wenn auch nicht offiziell -
      der EURO sicher nicht mehr lange zu halten ist, in der
      jetzt bestehenden Form, und wenn noch so viel Geld hinein
      gepumpt wird! - Hier gehört ein Riegel vorgeschoben, da-
      mit nicht weitere Schulden - auch bei uns - angehäuft
      werden. Die Länder sind einfach zu ungleich!
      Daher bitte SCHADENSBEGRENZUNG und keine weiteren
      Rettungsschirme!

    • Walter Schmid: Die Umverteilungsmaschinerie läuft bis heute
      auf Volldampf, nur der d. . . .deutsche Michel merkt nichts.
      Kein Cent mehr für die Südlander, bevor dort die Superreichen in Form von Zwangsanleihen zur Kasse gebeten worden sind. #

      DocEx: Darf ich aus aktuellem Anlass vor dem Super-Umverteilungs-Mechanismus ES-Mechanism warnen. Mit dem Supranationalen ESM werden Schulden und Verluste von ganz weit oben nach unten umverteilt, damit die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinanderklafft.

      Bitte protestieren Sie wenigsten bei www.zivilekoalition.de

      Großartig, wie sie Brüderle und Konsorten bloßgestellt haben, dass diese nicht den ESM-Vertrag gelesen und trotzdem zugestimmt haben.

    • Monti-ist-gierig: Alle Abnicker im BT müssen zur Rechenschaft gezogen werden, nicht nur Schäuble, Merkel und die greisen Europhilen.
      Rechtsstaat, Demokratie und Souveränität sollten uns die Kosten des Eurozerfalls wert sein. #


      DocEx: Der Wahnsinn nimmt kein Ende. Jetzt dreht auch noch der Pop-Europhile Gabriel durch:

      "Konsequenz aus Krise: Gabriel will gemeinsame Haftung für Euro-Schulden"

      Die einzigen Vernünftigen in Deutschland scheinen die "Populisten" von der CDU zu sein. I mog Populisten!

      # CSU-Finanzexperte „Draghi missbraucht Unabhängigkeit“ der EZB #

      Bravo CSU und LINKE! Bitte rettet unsere Heimat Deutschland und rettet nicht Monti, Draghi samt dem Euro und dem Euro-Mezzogiorno !

    • heiner: Alle Gelder dort hin, werden von der Maffia konfisziert. Sie befindet sich in höchsten Regierungsämtern und natürlich auch in der Wirtschaft. Die Maffia ist ein Staat im Staate. #

      DocEx: Worauf haben wir uns da mit der Euro-Fessel nur eingelassen ???

    • pitt1998: Niemand ausser uns fühlte sich an den Stabilitätspakt gebunden und nachdem ausgerechnet wir ihn als erste gebrochen hatten erst recht nicht mehr. #

      DocEx: Wir haben den Pakt nicht gebrochen. Schröder/Eichel haben sich in 2003 erfolgreich für Agenda 2010 und unsere globale Wettbewerbsfähigkeit entschieden - und nicht wie seit Mai 2010 für den Bruch von Art.123 und 125 für die die Rettung/Refinanzierung maroder romanischer Banken entschieden.

    • Pequod: Was für ein Pech auch, daß sich in Deutschland eine Front gegen die ''EU''Ausbeutung bildet! '

      DocEx: Der nächste Irre hier im Forum. Seit wann beuten wir Deutsche die EU aus ?

    • Stubi: Also wenn man darueber mal genauer nachdenkt, dann muss man sich wirklich fragen, was sich unsere Politiker bei dem was sie tun eigentlich denken. #


      DocEx: Ich steh' da auch vor einem Rätsel

    • DERRichter: ...-entgegen Ihrem wohlfeilen aber nichtsdestotrotz oberflächlichen Gelaber- eben keine Lösungen für die Probleme der ärmeren Länder finden. Wer bezahlt Ihren Lohn? Die abgewirtschafteten Eurokraten in Brüssel? #

      DocEx: Danke, dass Sie diesem widerlichen Eurokraten das Maul gestopft haben. Für solches Pack bezahlen wir Milliarden nach Brüssel.

    • (...).

      It was in May 2010, by founding the EFSF-Rescue of French Banks, violating Art.123 AEUV 'EZB' and Art.125 AEUV 'No-Bailout' of 1992 Maastricht, when the decline of stability of Euro started. Since then we have a Debt Decline Union instead of a Competitive Power Union.
      +++Beitrag von der Redaktion editiert+++

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