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Euro-Krise Ratingagentur rechnet mit Griechenland-Pleite

Griechenland wird zahlungsunfähig werden, meint die Ratingagentur Fitch. Denn Athen kämpft verzweifelt um die nächste Rate der Notkredite, schon im Oktober droht das Aus - und vielleicht der Austritt aus der Euro-Zone.
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Druck auf Athener Regierung wächst

London/Athen/BrüsselGriechenland wird nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch aller Voraussicht nach zahlungsunfähig werden, aber dennoch in der Euro-Zone verbleiben. Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone sei völlig übertrieben, erklärte der für staatliche Bonitätseinstufungen zuständige David Riley am Dienstag. Es sei zudem unwahrscheinlich, dass eine Zahlungsunfähigkeit systemisch wichtiger Finanzkonzerne oder Staaten zugelassen werde. Zuletzt war an den Finanzmärkten die Sorge gewachsen, dass auch Italien und Spanien in den Sog der Schuldenkrise geraten könnten. Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands gilt an den Märkten seit langem als ausgemachte Sache.

Dennoch stemmt sich das hoch verschuldete Land weiter mit aller Macht gegen den Finanz-Kollaps und kämpft um die nächste Rate der Notkredite von Europartnern und Internationalem Währungsfonds (IWF). Eine am Montagabend ergebnislos abgebrochene Telefonkonferenz von Finanzminister Evangelos Venizelos mit den Troika-Experten von EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) soll am Dienstagabend fortgesetzt werden. Noch ist es Venizelos noch nicht einmal gelungen, dass die Troika wieder nach Athen reist und vor Ort die griechischen Sparbemühungen überprüft. „Dazu wird es auch erst kommen, wenn genügend Elemente dafür vorliegen“, hieß es dazu am Dienstag aus der EU-Kommission.  

Die Lage bleibt vertrackt. Athen braucht im Oktober acht Milliarden Euro aus dem laufenden Kreditprogramm über 110 Milliarden Euro, sonst droht noch im selben Monat die Pleite. Ohne positiven Bericht der Troika über die Sanierung gibt es kein frisches Geld. Eigentlich sollte das Geld im September fließen.

Doch nach dem Abbruch der Troika-Mission in Athen vor drei Wochen vertagten die Euro-Finanzminister am Freitag ihre Entscheidung auf den kommenden Monat. Die Entscheidung der Regierung, eine klaffende Finanzierungslücke durch eine eilige Eigentumssteuer zu füllen und diese per Stromrechnung einzuziehen, hat noch nicht alle Partner überzeugt. Der IWF-Vertreter in Griechenland, Bab Traa, hatte Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Montag zur Beschleunigung der Strukturreformen gedrängt und auch mehr Tempo bei der Reform des Öffentlichen Dienstes angemahnt. Gegen diesen Plan wollten am Abend in Athen abermals tausende Angestellte auf die Straße gehen.

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11 Kommentare zu "Euro-Krise: Ratingagentur rechnet mit Griechenland-Pleite"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mir war es bislang schleierhaft, wieso Griechenland noch Kredite vom "Markt" erhält. Sie erklären das so:

    "Die Käufer dieser Papiere gehen damit kein Risiko ein, da diese durch den internationalen Rettungsschirm gedeckt sind."

    Zunächst verstehe ich nicht, wieso Griechenland überhaupt Kredite vom Markt benötigt/aufnehmen darf, wenn es doch Geld von der "Troika" erhält.

    Andererseits: wieso sind die Kurzfristkredite durch die Troika gesichert, wenn die Auszahlung der nächsten Tranche doch noch streitig ist?

    Ich (und zweifellos viele andere Leser) verstehe die Hintergründe nicht; insoweit wäre es gut, wenn Sie noch einmal vertieft recherchieren und die o. a. (Schein-?)Widersprüche ausräumen würden!

  • Die Folgen eines schwachen(?) Euro kann man nicht nur über den Ölmarkt beurteilen.
    Der eigentliche Wechselkurs des Euro sollte nach Meinung von neutralen Experten bei 1,20$ liegen.
    Die Vorteile eines realistischen Wechselkurs liegen auf der Hand. Dadurch werden Produkte aus der Eurozone preiswerter was sich positiv auf die Beschäftigung in der Eurozone auswirkt und folglich auch auf die Steuereinnahmen.
    Man bedenke dass in Spanien, Portugal und Italien, alle hochverschuldet, die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist, auch unter hochgebildete Facharbeiter, viele sind schon in die USA, Kanada, Australien und sogar Südamerika ausgewandert. Das ist für Europa doch ein Verlust (für die andere ein Gewinn)
    Die deutsche Industrie, besonders die Autoindustrie, hat außerhalb der Eurozone viele Zulieferer, diese obwohl in der EU werden dadurch teurer, die deutsche Industrie wird mehr Zulieferer im Euroland finden müssen, was ich sehr positiv sehe.

  • Und warum ist Griechenland pleite???
    ----------------------
    Das liegt am System!!!
    - Wenn in Staatsbetrieben 16-18 Jahresgehälter gezahlt werden.
    - Wenn ein Nachtwächter 72.000 Euro im Jahr verdient.
    - Wenn jeder Angestellte auf Firmenkosten fünf Tage im Jahr mit seiner ganzen Familie in einem Luxushotel verbringen darf.
    - Wenn bei der Stadtbahngesellschaft ISAP Triebwagenführer die Hälfte der Achtstundenschicht mit Pausen, ganz offiziell verbringen verbringen dürfen.
    - Wenn bei den Staatsbahnen OSE die freien Tage der Lokführer nicht 24, sondern 28 Stunden haben.

    Nachzulesen hier:
    http://www.tagesspiegel.de/politik/der-gepluenderte-staat-/4162448.html

  • Zitat:
    Griechenland darf weiter auf neue Finanzhilfen der anderen Euro-Staaten hoffen. Die Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalem Währungsfonds (IWF) werden Anfang kommender Woche wieder nach Athen zurückkehren. Dies wurde nach einer Telefonkonferenz der sogenannten „Troika“ mit dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstagabend in Brüssel von der EU-Kommission mitgeteilt.

    Bei den telefonischen Beratungen der Experten seien „gute Fortschritte“ gemacht worden, hieß es in der Mitteilung. Die Missionschefs der drei Institutionen würden über die Einhaltung der griechischen Versprechen für eine Sanierung der Staatsfinanzen und über die dafür notwendigen politischen Entscheidungen sprechen, hieß es. Schon in den kommenden Tagen werde es „technische Diskussionen“ in Athen geben.
    Zitat Ende:

    Da hat sich die „Troika“ wohl von den "Mogelgriechen" wieder mit Ankündigungen einlullen lassen.
    Die Griechen haben noch nie ihre Ankündigungen wahr gemacht.
    Aber das war ja von anfang an klar! Griechenland wird die 8Mrd€ erhalten, und wenn erforderlich, auch noch mehr.

    Alea iacta est.

  • .
    Wer seine Welt auf Kredit aufgebaut hat
    und nun deshalb ständig die Wortblasen dieser Institutionen, noch einmal für alle zum buchstabieren

    K r e d i t r a t i n g g e s e l l s c h a f t,

    Tag und Nacht verfolgen muß,
    dem kann keiner mehr helfen !!!

    Die Kunst hierbei ist, wie sagt solch eine Gesellschaft dem Gläubiger ohne daß er es bemerkt, daß sein Geld weg ist.
    .

  • Sie sind vielleicht optimistisch. Zinseszins-Rechnen können ja noch nicht einmal Abiturienten. Selbst die meisten wirtschaftswissenschaftlich ausgebildeten Betriebs- und Volkswirte können es nicht (mehr). Im Übrigen: Die Fragestellung hat ausnahmsweise wenig mit Mathematik zu tun.

  • Das hätte man schon früher und viel billiger haben können. Mir graust richtig vor der Unfähigkeit unserer Politiker. Der größte Wirtschaftsfaktor in der EU ist paralysiert und handlungsunfähig.

    Eine Schande.

  • Wieder solche Binsenweisheiten. Griechenland ist (!) pleite. Dazu bedarf es keiner prognostischer Fähigkeiten und erst recht keiner Rating-Agentur. Die einzige Frage ist doch nur: Halten die anderen Euro-Staaten, allen voran Deutschland, Griechenland im Spiel oder nicht. Dies ist eine rein politische Frage und hat mit rechentechnischen Überlegungen vergleichweise wenig zu tun. Rating-Agenturen sollten wenigstens in diesem Fall einmal die Klappe halten. Wir wissen es: GRIECHENLAND IST PLEITE. Weitere "Expertise" einer Rating-Agentur ist nicht nötig.

  • €1.625 Mrd mit Risikoabsicherung "Rettungsschirm" also auch Deutschland!
    Wir haben schon wieder Geld fuer Griechenland lockergemacht!!!
    Ein Skandal!

  • Seit Jahren mit normaler, hauptschulüblicher Zins- und Zinseszinsrechnung vorhersehbar...

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