Euro-Krise Zypern wird Bankenhilfe beantragen

Spaniens Antrag auf europäische Hilfen ist formell noch gar nicht eingegangen, da kündigt sich bereits das nächste Hilfsgesuch an: Zypern will in der kommenden Woche als fünftes Euro-Land unter den Rettungsschirm gehen.
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Eine Rollerfahrerin im Zentrum von Nikosia. Quelle: AFP

Eine Rollerfahrerin im Zentrum von Nikosia.

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BrüsselZypern wird nach Angaben eines EU-Diplomaten Hilfe für seinen Bankensektor bei der Eurozone beantragen. Der Inselstaat werde dies "wahrscheinlich in der kommenden Woche tun" und überdies bei Russland um einen Kredit von drei bis fünf Milliarden Euro ersuchen, sagte der EU-Diplomat am Mittwoch in Brüssel.

Die Wirtschaft und die Banken Zyperns sind eng mit dem benachbarten Griechenland verflochten, dessen Wirtschaft und Finanzbranche sich in einer beispiellosen Krise befinden.

Europäische Entscheidungsträger hatten seit Tagen darauf gedrungen, dass Zypern ein komplettes Rettungspaket im Volumen von bis zu 10 Mrd. Euro akzeptiert.
Zypern selbst wollte die Hilfe eigentlich auf Unterstützung für das heimische Bankensystem begrenzen. So will Zypern der Aufsicht und den Anforderungen entgehen, die an ein komplettes Hilfspaket gekoppelt wären, erklärte die Kreise. Auch Spanien bemüht sich darum, lediglich Bankenhilfe und kein komplettes Rettungspaket zu erhalten.

“Wir sind auf Finanzierung zur Rekapitalisierung unserer Banken angewiesen”, erklärte Vassos Shiarly, der Finanzminister des Landes, noch am Dienstag in Nicosia. Sollte die Hilfe aus dem Euroraum aber an zu viele Konditionen gebunden sein, habe Zypern auch andere Optionen. Russland hatte Zypern bereits im Dezember einen Kredit über 2,5 Mrd. Euro gewährt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Europäische Kommission wollen Zahlungen an das Land an eine erweiterte Aufsicht koppeln, da die im Raum stehende Summe größer wäre als 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Zyperns.

Das BIP beläuft sich derzeit auf etwa 18 Mrd. Euro. Damit würde die Hilfe für Zypern - in Relation zum BIP gesehen - alle bisherigen Rettungspakete in den Schatten stellen, heißt es in EU-Kreisen. Zypern trat im Jahr 2004 der EU bei und übernahm 2008 den Euro.

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21 Kommentare zu "Euro-Krise: Zypern wird Bankenhilfe beantragen"

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  • Guten Morgen,

    ich kann das zu 100 % bestätigen. Ich habe dort Verwandschaft, die 1956 ausgewandert ist. 5 Mal habe ich dieses Land bereits bereist, mal wollte wirklich nicht mehr nach Hause zurück. Das Land ist wie beschrieben wunderschön, die Menschen untereinander und gegenüber Ausländeren sehr freundlich und hilsbereit. Sollte ich mal arbeitslos werden und dann irgentwann mal h4 drohen, werde ich hier meine Zelte abbrechen, alles liquidieren und in Vancover neu anfangen. Es ist überrings sehr parktisch. wenn ein Teil der Verwandschaft bei einer kanadischen Bank arbeitet.

    Gute Reise

    PS: Machen Sie doch mal Urlaub in Kanada/Vancouver


  • Wer hat denn die deutschen Banken gerettet? Wo waren die solidarischen Franzosen, Italiener und Spanier, als die HypoReal Estate, die Commerzbank und der Schwung an Landesbanken Geld brauchte? Wieso dürfen - ohne Auflagen/Abwicklung - ausländische Banken sich in Dtl. bedienen? Und seit wann ist einen Zyprische Bank "to big zu fail"?

  • Tja...Herr Vassos Shiarly, als zypriotischer Finanzminister haben Sie bzw Ihr Premierminister ab dem 1 Juli die EU Ruder in der Hand, na dann frohes Schaffen.

  • Daß die Begrifflichkeit "Rettungsschirm" eine bewußte Irreführung ist, ist wohl zumindest den meisten Kritkern klar. Oder nicht?
    Weder hat der Inhalt nämlich mit einem Schirm zu tun, wobei der Schirm das kleinere Übel ist, denn er suggeriert ein langsames Absinken vor dem Crash, noch steckt in ihm irgendwas Rettendes.
    Hätte das Sozialhilfeparadies Brüssel eine Begrifflichkeit gewählt, die dem Wesen des Rettungsschirms eher entspricht, müßte die derart verräterisch ausfallen, daß selbst Finanzexperten und deutschen Kaufleuten auffallen könnte, daß sie von Brüssel verhöhnt werden.
    "Europäischer Kreditapparat für insolvente Schuldner" (kurz: EKAfieS) käme in die nähere Wahl, oder "Kreditgetriebener Labilitätsmechanismus" (KGLaM), und wenn der Funke dann überspringt, daß die übermäßigen Kreditorgien ursächlich sind für die Schuldenlawine, und statt eine europäische Schufa einzurichten, nun Kredite für alle da sind. Ist irgendwie irre, oder?

  • Frankreich: Die Regierung hat erstmals offiziell ein Haushaltsloch von €10 Mrd im laufenden Jahr bestätigt

    vor 33 Min (18:58) - Echtzeitnachricht

  • Hört sich gut an!

    Dann können wir in Ruhe Angeln gehen, Lachse fangen und am Fluss abends bei Sonnenuntergang den Fisch und das Bier geniesen und hören nichts mehr von den "Germans".

    Also, ich denke, da muss ich mal dran arbeiten und mich erkundigen. Bin ja, gottseidank, gut qualifiziert.

  • Unter den Rettungsschirm gehen, schlüpfen, huschen - das ist drunter gehupft wie gesprungen eine Tautologie. Besser wäre: unter den Schlüpfer retten. Paßt auch irgendwie besser zu Murksel und ihrem Sozialhilfeverein.



  • Wann beantragen eigentlich unsere Kommunen Gelder aus dem Rettungsschirm?

    Wenn Banken ein Recht haben sollen, dann haben unsere Kommunen ein höherwertiges Recht.

  • Es heisst doch immer
    " unter den Rettungsschirm SCHLÜPFEN"
    Das ist doch als Euphemismus viel besser geeignet.

  • Auch im kleinen Zypern können wenige Banken & wenige Bankangestellte doch mit großen Summen "zocken" und "mitspielen". Nun wird aus Spiel Ernst und der Ausgleich mit Steuerzahler-geschützten-Beträgen groß. ZYPERN ruft nach "billigem Geld", um die das private Engagement durch die Bürger der EU mittels Bürgschaften abzusichern. Schulden müssen schließlich bezahlt werden und wenn es nicht mit eigenem Geld getan werden kann .... dann schön mit EU-Geld. Geht doch.

    ... und der große Knall des EUROs rutscht wieder einwenig näher ...
    ... immer mehr Länder der EU wollen irgendwann mit Ihrem Staats-bankschulden-berg unter den sog. Rettungsschirm schlüpfen.... abgesichert schön brav durch Steuerzahler ... denn Nichts ist so schön, wie das politisch abgesicherte Geschäftsmodell der Banken:
    Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren (Steuerzahler). In einer einzigen Branche klappt das Modell des Abzockens so prima, wie bei den Banken.

    Das ganze Ding dann noch "Rettungsschirm" zu nennen, ist eine Frechheit.

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