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Euro-Land Slowenien Wirtschaft auf Erholungskurs

Vor eineinhalb Jahren sah Slowenien noch wie der nächste Fall für den Euro-Rettungsschirm aus. Das ist längst Geschichte: Erstmals ist auch den slowenische Bankensektor wieder profitabel. Doch ist die Erholung von Dauer?
03.06.2015 - 14:25 Uhr Kommentieren
47 Staatsbetriebe sollen vollständig in private Hände gehen – in 24 Unternehmen will Ljubljana eine Sperrminorität behalten, in 24 weiteren sogar die Mehrheit. Quelle: dpa
Staatsbesitz privatisieren

47 Staatsbetriebe sollen vollständig in private Hände gehen – in 24 Unternehmen will Ljubljana eine Sperrminorität behalten, in 24 weiteren sogar die Mehrheit.

(Foto: dpa)

Ljubljana Die Regierung und die Nationalbank sagen es. Die wichtigste Zeitung „Delo“ sowie das Forschungsinstitut IMAD ebenfalls. Und sogar die EU-Kommission: Der einstige Musterknabe Slowenien, der Ende 2013 trotzdem nur knapp dem Euro-Rettungsschirm entkam, ist wieder auf klarem Erholungskurs.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im letzten Jahr um 2,6 Prozent und soll im laufenden und im kommenden Jahr weiterhin deutlich über zwei Prozent liegen. „Zuversicht auf dem Höchststand seit Ausbruch der Krise“, ist auch das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage bei deutschen Unternehmen in dem Alpen-Adria-Land.

Die Schieflage des fast ausschließlich staatlichen Bankensektors hatte die gesamte slowenische Wirtschaft an den Abgrund gebracht. Drei Banken wurden abgewickelt, andere fusioniert, der Staat schoss 4,8 Milliarden Euro zu, eine „Bad Bank“ wurde eingerichtet, beschreibt die stellvertretende Nationalbank-Gouverneurin Stanislava Zadravec Caprirolo die Rezepte gegen die Krise. Heute seien die faulen Kredite mit 4,2 Milliarden Euro rückläufig. Der Bankensektor werde in laufenden Jahr erstmals wieder profitabel sein.

Die durch die Bankensanierung sprunghaft auf 81 Prozent des BIP gestiegene Staatsverschuldung sei beherrschbar, ist sich der Ökonomieprofessor und Finanzminister Dusan Mramor sicher. „Heute sind die von uns verlangten Zinsen auf den internationalen Kapitalmärkten niedriger als in Spanien und Portugal“, führt er als Beleg an.

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    „Wir stehen allerdings erst am Anfang des Genesungsprozesses“, warnt Bostjan Vasle, Direktor des Instituts für makroökonomische Analysen (IMAD). Daher könnte die exportorientierte Wirtschaft Sloweniens durch eine Eintrübung der internationalen Wirtschaft nach einem eventuellen Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) arg gebeutelt werden.

    „Wir waren ein Niemand und sind jetzt Marktführer“
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