Euro-Rettung Lagarde und Schäuble balgen sich ums Geld

Stresstest fūr eine wunderbare Freundschaft: Auf der IWF-Tagung in Tokio wird Christine Lagarde zur Gegenspielerin für Wolfgang Schäuble. Beide feilschen um die Kosten der Euro-Rettung. Eine Reporterin war vor Ort.
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Unterschiedliche Positionen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und IWF-Direktorin Christine Lagarde. Quelle: Reuters

Unterschiedliche Positionen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und IWF-Direktorin Christine Lagarde.

(Foto: Reuters)

Nein, das Wort Freundschaft fällt nicht, als IWF-Chefin Christine Lagarde und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag aufeinandertreffen. Der britische Fernsehsender hat sie am Rande der IWF-Tagung zur Podiumsdiskussion gebeten. "Herr Schäuble steht für Sparpolitik, Madame Lagarde hat ihre Unterstützung dafür gerade gestoppt", kündigt der Moderator sie gleich als Gegenspieler an.

Beide widersprechen ihm nicht.

Bislang galten Christine und Wolfgang seit der Zeit, als Lagarde französische Finanzministerin war, als Traumpaar der Euro-Rettungspolitik. Kein Treffen verging, ohne dass beide von ihrer tiefen gegenseitigen Freundschaft sprachen. Erst vor zwei Wochen reiste Lagarde zur Feier von Schäubles 70stem Geburtstag und pries "Wolfgang, meinen Freund" in den höchsten Tönen.

Jetzt in Tokio ist davon nichts zu spüren. Auf dem Podium schauen sie sich kaum an, sie beziehen sich in ihren Antworten auf die Fragen des Moderators und des Publikums - und fast nie aufeinander.

Der Riss zwischen ihnen wurde am Tag zuvor offenbar. Lagarde hatte offensiv zwei Jahre mehr Zeit für Griechenland gefordert, um die mit den Euro-Regierungen verabredeten Sparziele zu erreichen - während Schäuble darauf beharrte, dass die Griechen alle Verabredungen zu erfüllen hätten. Die Rezession sei tiefer als erwartet: Auch wenn die Griechen alle Strukturreformen sofort in Gang setzten, könnten sie die neue Haushaltslücke nicht schließen, argumentiert Lagarde auf dem Podium. Schäuble macht nur ein kleines Zugeständnis: "Man kann über den Zeitplan sprechen, aber man kann einen Marathon nicht gewinnen, indem man in die entgegengesetzte Richtung läuft", sagt er.

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10 Kommentare zu "Euro-Rettung: Lagarde und Schäuble balgen sich ums Geld"

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  • @Wechsel
    Tun Sie etwas.
    Machen Sie die "unendliche Geschichte um den Euro und Griechenland" zum Thema in Ihrem Freundeskreis und überzeugen Sie sich selbst und möglichst viele Freunde davon, bei der nächsten BT-Wahl die Freien Wähler zu wählen. Hinter den Freien Wählern steht auch die Wahlalternative 2013 mit einer praktikablen Handlungsalternative. Es handelt sich hier um Fachleute aus der Wirtschaft und Wissenschaft, nicht um Dachdecker, Grundschullehrer oder Taxifahrer.
    Denn es gibt DOCH eine Alternative!
    www.Wahlalternative2013.de

  • "Bislang galten Christine und Wolfgang seit der Zeit, als Lagarde französische Finanzministerin war, als Traumpaar der Euro-Rettungspolitik. Kein Treffen verging, ohne dass beide von ihrer tiefen gegenseitigen Freundschaft sprachen. Erst vor zwei Wochen reiste Lagarde zur Feier von Schäubles 70stem Geburtstag und pries "Wolfgang, meinen Freund" in den höchsten Tönen."

    Beim Geld hört eben die Freunschaft auf, vor allem, wenn es um das Geld der Anderen geht.

    "Den Euro-Finanzministern gehe es darum, dass Griechenland endlich den öffentlichen Dienst radikal zusammenstreiche und Gehälter und Pensionen kürze. Das würde die Haushaltssanierung beschleunigen."

    Und sie sollten endlich einmal Steuern einnemen. Reeder sind immer noch von der Steuer befreit und Selbstständige können sich "legal" armrechnen.
    Steuerhinterziehung ist in Griechenland eine "olympische Disziplin".

  • "Den Euro-Finanzministern gehe es darum, dass Griechenland endlich den öffentlichen Dienst radikal zusammenstreiche und Gehälter und Pensionen kürze. Das würde die Haushaltssanierung beschleunigen."

    Das würde jedem Staat und vor allem der EU sehr gut zu Gesicht stehen.

  • Was viele nicht verstehen ist doch folgendes:

    Es klappt nicht, wenn man einerseits eine private Altersvorsorge (Rücklagen fürs Alter bilden) bewirbt, andererseits aber die Neuverschuldung stoppen will.

    Weil aber die Verschuldung durch die Endlichkeit der Bonität ebenfalls endlich hat, müsste man zugeben, dass der Ansatz der privaten Altersvorsorge (Riester&Co) Blödsinn ist.

    Interessant, dass diese Problematik noch kein "Wirtschaftsjournalist" aufgegriffen hat...

  • "balgen sich ums Geld" Um welches Geld geht es denn? Doch nur um das deutsche! Und bei der Schäubleschen Grundseinstellung weiß man wer der Gewinner und wer der Verlierer ist.
    Auch die Presse hat einen Auftrag: zumindest korrekte Berichterstattung - die sehe ich vielfach ignoriert.

  • Richtig wäre:
    Lagarde und Schäuble balgen sich um anderer Leute Geld

  • Unerträglich
    Jeden Tag wird in der unendlichen Geschichte um den Euro und Griechenland eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Eins aber bleibt: Das Volk wird belogen,betrogen und am Ende ist der deutsche Michl, wie immer, der Depp in der EU. Man kann sich die Finger blutig schreiben, es ändert sich nichts. Und das nennt sich Demokratie! Es ist zum totlachen: Da mokieren sich unsere Feudalherren über die Ukraine, Weissrussland und sonstwo auf der ganzen Welt über undemokratische Verhältnisse und hierzulande wird am meisten die Volkesmeinung missachtet. Liebe Politiker in Deutschland: kehrt mal gefälligst vor der eigenen Tür und hört mal auf die Menschen, die es satt haben, ständig von den Griechen und den anderen Südstaaten wie ein Stier am Nasenring vorgeführt zu werden.

  • Das ist die Show für die dummen Deutschen. Er knickt vollends ein, verlassen Sie sich darauf!

  • Spätestens Ende November werden Merkel und Schäuble alle deutschen Positionen räumen und Griechenland alternativlos "retten". Bis dahin ist das alles nur Schauspiel für die Zuschauer daheim in Deutschland.

  • Bravo Schäuble!

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