Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Euro-Rettungsschirm CDU fordert Goldreserven als Sicherheit

Arbeitsministerin von der Leyen fordert, dass Gelder aus dem Rettungsfonds in Zukunft nur gegen Sicherheiten wie Goldreserven vergeben werden sollen. Das sei eine Art Schuldenbremse.
13 Kommentare
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Quelle: Reuters

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

(Foto: Reuters)

BerlinZur Absicherung von Notkrediten des Euro-Rettungsfonds EFSF sind von der CDU die nationalen Goldreserven von Schuldensündern ins Gespräch gebracht worden. Auch Anteile an Staatsunternehmen könnten dafür herangezogen werden, bestätigten Parteikreise am Dienstag in Berlin. Diese Absicherungen könnten dreistellige Milliardenbeträge erreichen.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte, dass Gelder aus dem Rettungsfonds künftig nur noch gegen Sicherheiten vergeben werden sollen. Viele Länder verfügten über Goldreserven und Industriebeteiligungen, sagte von der Leyen nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios. Diese könnten als Sicherheiten für Kredite eingesetzt werden.

Der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ sagte von der Leyen, die Sicherheiten sorgten dafür, dass die Vereinbarungen nicht wie die Maastricht-Verträge wieder gebrochen werden. „Faktisch haben wir so eine wirksame europäische Schuldenbremse.“ Im Finanzministerium war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Von der Leyen gehört der neuen CDU-Kommission an, die als Reaktion auf die innerparteiliche Auseinandersetzung über die Euro-Krise eingesetzt wurde. Das Gremium soll bis zum 24. Oktober einen Leitantrag für den Parteitag im November erarbeiten. Ihm gehört auch Finanzminister Wolfgang Schäuble an.

Schon vor gut zwei Wochen hatten Politiker der schwarz-gelben Koalition - wegen wachsender Vorbehalte gegen weitere Milliardenhilfen - ein Auge auf die Goldreserven geworfen. Dabei ging es auch darum, dass hoch verschuldete Euro-Staaten angesichts des Höhenflugs beim Goldpreis ihre Goldreserven auf den Markt werfen und so ihre Haushalte sanieren. Auch könnten Goldreserven als Sicherheit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt werden, hieß es.

So besitzt beispielsweise das hoch verschuldete Italien nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) weltweit die viertgrößten Goldreserven. Nach Angaben des „Word Gold Council“ hat das Land 2451,8 Tonnen Gold gebunkert. Dies entspricht aktuell einem theoretischen Wert von umgerechnet 102,5 Milliarden Euro.

Der Goldpreis ist nach einem Rekordhoch von mehr als 1900 US-Dollar pro Feinunze zuletzt wieder etwas gesunken. Das Edelmetall kostete am Dienstag 1880,60 Dollar je Unze. Deutschland besitzt Goldreserven von 3401 Tonnen. Der Marktwert beläuft sich zurzeit auf etwa 142 Milliarden Euro.

Brexit 2019
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Euro-Rettungsschirm - CDU fordert Goldreserven als Sicherheit

13 Kommentare zu "Euro-Rettungsschirm: CDU fordert Goldreserven als Sicherheit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Andre

    Vielen Dank für die Hintergrundinformationen! :-)

  • So besitzt beispielsweise das hoch verschuldete Italien nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) weltweit die viertgrößten Goldreserven. Nach Angaben des „Word Gold Council“ hat das Land 2451,8 Tonnen Gold gebunkert. Dies entspricht aktuell einem theoretischen Wert von umgerechnet 102,5 Milliarden Euro.


    Noch Fragen??

    Aber ein Teil zur Geldbeschaffung mal abzugeben, das kommt den Schlauhälsen nicht in den Sinn, Deutschland u.a machen das ja schon ganz selbstlos....

  • Irrtum

    Griechenland kauf auch weiterhin Gold und stockt damit seine Reseven auf.

    ---------------
    Deutschland kauft Schulden - Griechenland kauft Gold
    [Bild: Deutschland kauft Schulden - Griechenland kauft Gold]
    Finanzstratege Erwin Grandinge geht in einer Kolumne der Welt-Online hart ins Gericht mit Regierung und Bundesverfassungsgericht. Die Brüsseler Rettungsschirmbehörde mutiere ohne Legitimation durch das deutsche Parlament und an allen EU-Verträgen vorbei zu einer marktverzerrenden Zweckbehörde.

    Es wachse verdeckt und am Bundestag vorbei eine EU-Behörde, der am Ende das Recht zustehe, direkt auf Leistungsbilanzüberschüsse der Bundesbürger zuzugreifen. Mit dieser Taktik leite Schäuble systematisch Eurobonds ein, dem deutschen Mittelstand drohe dadurch ein Fiasko durch stark steigende Zinsen.

    Trotz etlicher Klagen und folgenschwerer Multimilliardengarantien habe sich Karlsruhe ein Jahr für eine mündliche Verhandlung Zeit gelassen. Derweil flüchten verunsicherte Bundesbürger zunehmend ins Gold, sogar Athen misstraue den "Taschenspielertricks". Obwohl pleite, kaufte Griechenland jüngst große Mengen Gold.
    ------------------------------

    Wie Greenspan, so sind auch die Griechen nicht besonders ehrlich, aber sie sind beide schlau und geschickte Trickser.

    Zu schlau für den fleißigen und trägen Michel.

  • Irrtum in mehrfacher Hinsicht. Wenn Gläubiger akzeptieren, dass IWF, Weltbank etc. vorrangig bedient werden, ist es ein Problem der Gläubiger, die sich dagegen rechtlich wehren könnten. Nach US-Recht ist pp durch die dortige Rechtsprechung eindeutig: Kein Vorrang von IWF und Weltbank.
    Nach EU-Prospektrecht müssen vorrangige Gläubiger im Prospekt genannt werden. Mir ist keine Emission bekannt, wo Multilaterale als Vorranggläubiger definiert werden. Es ist rechtlich gar nicht möglich, dem Rettungsschirm II nachträglich Vorrang vor den Anleihengläubigern einzuräumen.
    Der Vergleich mit Argentinien passt hier nicht, da Argentinien bereits im Default ist. Würden Kredite anderer Staaten an Griechenland mit Gold besichert, würden Hedgefonds die Gunst der Stunde nutzen und ihre Griechenbonds kündigen. Da Griechenland dann nicht zahlen könnte, wäre der worst case eingetreten: Griechenland wäre im Default. Die Rechtslage ist diesbezüglich eindeutig. S&P wies heute übrigens in einer Kunden-Rundmail schon darauf hin, dass eine Goldbesicherung zwangsläufig den Default nach sich zieht. Insoweit ist verständlich, dass die Kanzlerin am Nachmittag von der Leyen zurückgepfiffen hat. Einfach nur peinlich, wenn eine Ministerin solchen Unsinn verbreitet.I
    Ihre Aussage, pp sei in der Anwendung streitig, ist auch falsch. Als Banker kann ich über einen solchen Unsinn nur lachen. Täglich werden neue Anleihen mit pp emittiert. Die konsortialführenden Banken würden sich schadensersatzpflichtig machen, wenn sie vorsätzlich unklare Anleihenverträge unterlegen. Fakt ist, dass die Regierungen vor den pp-Klauseln panische Angst haben, weil die Gläubiger damit eine mächtige Waffe in der Hand halten.

  • @ Andre

    Na ja, die pari-passu-Klausel ist bei Staatsanleihen umstritten. In der Regel werden Kredite von supranationalen Organisationen wie z.B. dem IWF oder der Weltbank vorrangig bedient, diese genießen also Senior-Status. Die Anleihen, die bereits im Umlauf sind, werden dementsprechend nachrangig bedient. So geschehen bei Argentinien 2001. Diese Vorgehensweise dürfte auch bei einer Insolvenz GR erwartet werden. Der EFSF wäre so eine supranationale Institution, die vorrangig bedient werden müßte. Die bilateralen Kredite aus dem ersten GR-Paket haben aber bereits Junior-Status, was seinerzeit im Mai 2010 eigentlich ein Skandal war, aber nicht anders zu regeln. Der EFSF könnte jedoch, ähnlich wie der IWF und die Weltbank eine vorrangige Besicherung fordern. Das hätten die restlichen Anleihen-Gläubiger zu akzeptieren. Da wird keiner aufmucken.

  • Ah! Frau von der Leyen will Gold-Reserven aus Griechenland!
    Kann sie sich doch frei bedienen! Die wurden doch vor 60 Jahren aus der griechischen Staatsbank gestohlen... Die müssten bei der Bundesbank doch irgendwo noch lagern...
    Ach so! Entschuldigung...
    Das ist ja so lange her...
    Ich bitte um Verzeihung...

  • Arbeitsministerin von der Leyen fordert, dass Gelder aus dem Rettungsfonds in Zukunft nur gegen Sicherheiten wie Goldreserven vergeben werden sollen. Das sei eine Art Schuldenbremse .(Zitat)

    Eine wirklich goldene Idee der Arbeitsministerin - Aber da werden die Italiener und Griechen sich nicht richtig mehr freuen können, wenn das ganze schöne Gold überwiegend nach Deutschland "geschleppt" werden soll, dann wird es schnell heißen : Rettungsschirm? - nein Danke. Eine Schuldenbremse wird es dann nicht mehr bedürfen - denn keiner will mehr "unter dem Rettungsschirm". stehen. Das Problem löst sich also von ganz allein. Ideen also braucht das Land - und gute Ministerinnen. Rating dafür : AAA

  • Leider ist die Frau nur peinlich. Die auf dem Markt befindlichen griechischen Staatsanleihen sind mit sog. pari passu-Klauseln und Negativerklärungen ausgestattet. Demnach ist es Griechenland vertraglich untersagt, neue Verbindlichkeiten einzugehen, die gegenüber den Anleihen höher besichert sind, es sei denn, für die Anleihen werden gleiche Sicherheiten bestellt. Würde Griechenland die Rettungsschirmkredite durch Goldreserveb besichern, würde für Griechenland der Default eintreten: Anleihengläubiger hätten das Recht, die Anleihen sofort zur Zahlung fällig zu stellen.
    Es ist immer wieder erstaunlich, wie lächerlich sich Politiker machen, die einerseits den Bildungsnotstand bemängeln, denen andererseits aber selbst elementares Grundlagenwissen für ihr Mandat fehlt. Da sieht man, von was für Idioten wir regiert werden.
    Die Frau sollte besser zu Hause bleiben und sich um ihre 5 Kinder kümmern.

  • Es kommen doch noch vernüftige Kommentare aus der Politik, die nicht vorher von der Wirtschaft oder den Schuldnern gedacht wurden.

  • Die Goldreserven einzelner Länder kann man bei zwei- oder dreistelligen Milliardenkreditbeträgen vergessen! Was die Industriebetriebe im Staatsbesitz betrifft, hat man ja schon vor langem ein "Unternehmen" wie die deutsche Treuhandgesellschaft vorgeschlagen. Die Gesellschaft übernimmt geeignete Staatsanteile/-betriebe un verkauft die auf eigene Rechnung. Die Garantie-/Kreditgewährenden EU-Länder beteiligen sich an der Gesellschaft im Verhältnis zu ihrem Anteil an den Krediten.

Alle Kommentare lesen