Eurokrise Berlusconi sucht Finanzhilfe in China

Italien hofft auf Rückendeckung aus China: Rom bat das kommunistische Regime, italienische Anleihen im großen Stil aufzukaufen und Italien gegen eine Infektion mit dem Griechenland-Virus zu wappnen. Die Märkte reagieren.
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Italiens Premier Silvio Berlusconi bei einem Parteitreffen in Rom. Quelle: Reuters

Italiens Premier Silvio Berlusconi bei einem Parteitreffen in Rom.

(Foto: Reuters)

RomItalien hat nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ China um den Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil gebeten. Wie das Blatt am Montag auf seiner Internetseite unter Berufung auf italienische Regierungskreise berichtete, traf sich eine vom Chef der China Investment Corp. angeführte Delegation in der vergangenen Woche unter anderen mit Finanzminister Giulio Tremonti in Rom.

Das italienische Finanzministerium bestätigte das Treffen, machte zum Inhalt der Gespräche aber keine Angaben. Kreisen zufolge gehörten zur chinesischen Delegation der Chef der China Investment Corp. sowie für Investitionen und Rentenmärkte zuständige Regierungsvertreter. Das chinesische Außenministerium erklärte am Dienstag, die Regierung in Peking vertraue Europa bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Die Volksrepublik hoffe, dass Europa die chinesischen Investitionen in der Region bewahren kann.

Die Meldung sorgte an der Wall Street kurz vor Handelsschluss für Gewinne bei den wichtigsten Indizes . Auch die japanische Börse gewann. Der Euro legte deutlich zu. Italien ist hoch verschuldet und steht unter internationalem Druck, Reformen auf den Weg zu bringen.

China hatte im April signalisiert, verstärkt Schulden der unter Druck geratenen Euro-Länder aufkaufen zu wollen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Volksrepublik hatte aber angegeben, Milliarden in Euro-Staatsanleihen investiert zu haben. Weil schätzungsweise ein Viertel der chinesischen Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert sind, haben chinesische Politiker wiederholt ihre Unterstützung für die von der Schuldenkrise gebeutelte Währungsregion bekundet.

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17 Kommentare zu "Eurokrise: Berlusconi sucht Finanzhilfe in China"

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  • Italien ist zweierlei. Einmal gibt es da im Süden das alte dekadente Rom, andererseits den von den Langobarden entwickelten Norden.

  • Ich würde auch Fiat für Fiat-Money kaufen.

  • "Es wird besser in Europa wenn Deutschland reif für den europäischen Gedanke"

    Für das, was sie unter "europäischem Gedanken" verstehen -Gelddrucken, Schulden machen und die Rechnung anderen überhelfen- wird Deutschland hoffentlich nie reif sein. Viel Spaß mit ihren netten chinesischen Diktatoren-"Freunden". Warten Sie mal ab, was paasiert wenn sie sich denen gegenüber, wie gegenüber Deutschland verhalten. Dann werden sie schnell auf den Boden der Tatsachen geholt.

  • --@ Italiano

    genießen Sie ihre Rente, sie kommt eh aus UNSEREN Steuern.

    Italien hatte seine Hochkultur vor gut 1500 Jahren.
    Aber was war, das war.

  • Die Rente sei oihnen vergönnt, Sie haben dafür ja auch gearbeitet. Aber damit sie die Rente auch genießen können, trägt nicht unwesentlich der Stabilitätswille der deutschen bei, sonst wäre sie nichts wert.

    Die verschiedenen Mentalitäten zum Thema Währungsstabilität lassen sich nunmal nicht zusammenführen, nicht so schnell. Bevor der Euro hättekommen dürfen, hätte eine tatsächliche Angleichung aller Staaten erfolgen müssen (Steuersätze, Rentenalter, Gesundheitsversorgung etc.). Und nur die Länder, die hier eine fast identische Mentalität entwickeln, hätten eine Währung zusammen schaffen dürfen. Dann wäre der Weg eben über 100 Jahre und 4 unterschiedlichen Währungen gegangen, aber dann hätte es vielleicht funktioniert.
    Was China von Italien will, wird sich noch zeigen.
    Man bedenke die Länder Afrikas, deren Bevölkerung verhungert, während chinesiche Farmen in diesen Ländern Nahrungsmittel für den Export erzeugen. Vielleicht auch bald in Italien.
    China tut nichts aus Eigennutz. Das wird von Ihnen begrüßt. Wenn Deutschland für seine Unterstützung nur garantierte Stabilität fordert, darüberhinaus Italien souverän bleibt, das verurteilen sie.

  • @ Kronecker,
    als Italiener halte ich die Chinese für nicht so gefährlich wie die Deutsche.
    Bis jetzt haben wir mit China keine schlechte Erfahrungen gemacht, dafür um so mehr mit Deutschland.
    Aber keine Sorge, wir streben nur ein Gegengewicht gegen die übermächtige deutsche-französische Achse und deren Diktat (der uns auch in diese missliche Lage geführt hat). Weiter nicht.
    Nun die Chinesen werden auch irgendwelche Gegenleistungen von uns erwarten und wir werden sie diese kaum verwehren können.
    Ich glaube nicht dass die Chinesen die Weltherrschaft anstreben.
    Es wird besser in Europa wenn Deutschland reif für den europäischen Gedanke ist, z.Z. aber strebt Deutschland nach einer Art deutsche Wirtschaftsinteressenzone, mit Deutschland als hochqualifizierte und hochbezahlte führende Nation.
    Das schmeckt uns aber verständlicherweise nicht.
    Sonst nicht gegen die Deutsche, meine Frau stammt auch aus Brandenburg.
    Gruß aus dem sonnigen Süden wo ich meine in D. Erworbene Rente genieße.

  • die Chinesen sind klug, aber wieso sollten sie Ramsch-Anleihen kaufen? Dies zögert eine Sanierung des Landes nur hinaus und hilft am Ende niemanden, da auch die Italiener über keine HH-Disziplin verfügen (und dies nicht erst seit gestern).

    Das System (Finanzmärkte, Interbankenhandel) hat sich überlebt. Es muß ab jetzt wieder seriös gewirtschaftet werden.
    Bankenregulierung, bei der Banken die Realwirtschaft zu unterstützen haben (ausschließlich) und nicht nur die Geldmenge künstlich aufblähen.



  • Ein sehr gefährliches Spiel, was die Italiener da treiben.
    Spàtestens wenn die Schulden an China nicht mehr zurückgezahlt werden können, werden sich die wahren Interessen Chinas zeigen. Wer weiss, wird dann vielleicht Italien von den Chinesen gekauft ? Oder vielleicht werden dann "Stimmrechte abgetreten", im Rat im EP oder sonstwo in Europäischen Institutionen?
    Solche Schritte sotten im Rahmen einer gemeinsamen Finanzpolitik mit den anderen EU Ländern abgesprochen werden. Jedefalls geht es nicht an, darauf zu drängen, dass italienische Staatsanleihen von der EZB aufgekauft werden, das Sparprogramm zugleich reduziert wird, Zusage, und dann aber auch noch die Chinesen beten, das gleiche zu tun..

  • Eigentlich soll China nicht so dumm sein, den zweiten Bein (der erste schon tief in dem USA-Schuldensumpf steckt)jetzt noch tiefer in den Euro-Sumpf rutschen lasse.
    Staatsbankrott aber in Europa wird auch China in tiefe Mitleidenschaft ziehen. China soll natürlich nicht bei der Euro-Finanzkrise tatenlos zusehen.
    Der Rettungsschirm aus China wird wie der Euro-Rettungsschirm mit Privatiesirung oder Industrie-Beteiligung verknüpft, finde ich es völlig in Ordnung.

  • @ aruba,
    als Italiener halte ich die Chinese für nicht so gefährlich wie die Deutsche.
    Bis jetzt haben wir mit China keine schlechte Erfahrungen gemacht, dafür um so mehr mit Deutschland.
    Aber keine Sorge, wir streben nur ein Gegengewicht gegen die übermächtige deutsche-französische Achse und deren Diktat (der uns auch in diese missliche Lage geführt hat). Weiter nicht.
    Nun die Chinesen werden auch irgendwelche Gegenleistungen von uns erwarten und wir werden sie diese kaum verwehren können.
    Ich glaube nicht dass die Chinesen die Weltherrschaft anstreben.
    Es wird besser in Europa wenn Deutschland reif für den europäischen Gedanke ist, z.Z. aber strebt Deutschland nach einer Art deutsche Wirtschaftsinteressenzone, mit Deutschland als hochqualifizierte und hochbezahlte führende Nation.
    Das schmeckt uns aber verständlicherweise nicht.
    Sonst nicht gegen die Deutsche, meine Frau stammt auch aus Brandenburg.
    Gruß aus dem sonnigen Süden wo ich meine in D. Erworbene Rente genieße.

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