Eurokrise Europas Banken fehlen 200 Milliarden Euro

Zunächst hatte IWF-Chefin Christine Lagarde gewarnt, nun legt der Fonds drastische Zahlen nach: Europas Banken seien um bis zu 200 Mrd. Euro unterfinanziert. Eine gewaltige Zahl - und Anlass für einen heftigen Streit.
Update: 01.09.2011 - 10:44 Uhr 21 Kommentare
IWF-Chefin Christine Lagarde war bis vor wenigen Wochen Finanzministerin in Paris. Quelle: dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde war bis vor wenigen Wochen Finanzministerin in Paris.

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DüsseldorfDer Internationale Währungsfonds rechnet bei europäischen Banken offenbar mit einer Kapitallücke von bis zu 200 Milliarden Euro. Ursache dafür seien die Bestände von Anleihen europäischer Schuldenstaaten, die bei einer Bewertung zu Marktpreisen das Eigenkapital der Banken um bis zu zwölf Prozent verringern würden.

Das verlautete aus europäischen Kreisen. Der IWF will seine Analyse in seinem regelmäßig erscheinenden Finanzstabilitätsbericht vor den Herbsttreffen von IWF und Weltbank Ende September veröffentlichen. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“ wurde untersucht, welche Auswirkungen eine Neubewertung von Staatsanleihen hätte.

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, und auch der deutsche Bankenverband wiesen alle Berichte über einen dringenden Kapitalbedarf deutscher Banken zurück.

Auch die spanische Finanzministerin Elena Salgado kritisierte die IWF-Schätzung als „verzerrt“. Die Institution habe nur potenzielle Verluste untersucht und dabei deutsche Bundeanleihen ignoriert, deren Wert gestiegen sei, sagte Salgado der „FT“.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, europäische Banken zu einer besseren Kapitalausstattung zu zwingen und stieß damit in Europa auf viel Kritik. Zuletzt sagte der französische François Baroin, es gebe keinen Grund, sich über die Gesundheit des Bankensektors in Frankreich Sorgen zu machen. Auch der französische Notenbankchef Christian Noyer sagte, die Geldinstitute des Landes seien solide und gut kapitalisiert.

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21 Kommentare zu "Eurokrise: IWF warnt: Europas Banken fehlen 200 Milliarden Euro"

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  • Nachdem DSK mittels (pseudo) Sex-Affäre entledigt wurde, hat nun Lagarde (eine ganz gefährliche Zeitgenossin) das Ruder beim IWF übernommen. Was sie feststellt ist ein alter Hut. Sie und der EBA-Fuzzi fordern implizit (und explizit), dass der ESM/EFSF direkt die europäischen Banken stützen soll. D.h. nicht einmal mehr der Umweg über die Finanzspritzen für betroffene Länder soll gegangen werden. Diese Forderung ist höchst gefährlich und würde den Banken einen quasi unreglementierten und unkontrollierten "Lender of last Resort" in Form des ESM/EFSF zur Verfügung stellen. Dieser könnte bei Bedarf unlimitiert die Mitgliedsstaaten (primär natürlich Deutschland) zur Kasse bitten. Dadurch entstünde ein gewaltiges Moral-Hazard-Potential bei den Banken(-vorständen). Diese würde unkalkulierbare Risiken eingehen, um Höchstrenditen zu verdienen, die wiederum die Höhe der Vorstandsboni bestimmen. Alles mit der Sicherheit des EFSF Bail-Outs im Rücken.
    Einzig sinnvolle Forderung wäre: runter/weg mit den Risiken und höhere Eigenkapitaldeckung aus Bank eigenen Profiten.

  • Dem Ziel der Auflösung der Nationalstaaten ist die Elite ein Stück näher gekommen. Die demnächst wertlosen Staatsanleihen führen zum kollektiven Zusammenbruch der nur zentralistisch und diktatorisch zu lösen ist. Alternativlos. Der IWF hat uns nur ein wenig darauf vorbereitet.

  • der IWF fehlen 200 Millarden €? Wie bitteschön wollen die dann noch Million an Serbien als Kredit zahlen,das seit kurzem erst EU Mitglied wurde? Wo haben die Politiker den hier hingeschaut? Es gilt keine weitern aufnahmen von irgend welchen Länder. Unser Steuergelder werden so zum Fenster hinaus geworfen, und für die Rentner ist ab 2025 bei der Rente mit kürzungen zu rechnen. Wie vereinbart sich das alles?Fr. Merkel wäre gut beraten,wenn sie sich als erstes für die belangen von DE.kümmern würde, und die Menschen nicht für dumm verkaufen soll, sie wurde von uns gewählt und nicht vonden Franzosen, Engländer etc.

  • Der angelsächsich gelenkte IWF mal wieder.. Bei allem nötigen Respekt vor Frau Lagarde, aber woher nimmt sie solche Zahlen?

    Sie kennt a)weder das genaue Volumen der Anleihen in den Bankbilanzen, und b) kann sie gar nicht wissen zu welchen Marktpreise diese Papiere in den Bank Bilanzen stehen, wie kann sie da schon jetzt einen Abschreibungsbedarf errechnen?

    Das ist ein daher Gerede ohne Kenntnis von irgendwelchen Fakten und sonst gar nichts! Künstliche Panikmache!

  • Dann lasst diese Banken doch endlich Pleite gehen. Wieviele Mrd. Steuergelder sollen denn in Deutsche Bank &Co noch reingepumpt werden?
    Solange die Banken noch Dividenden zahlen und Vorstandsgehälter brauchen sie keinen Cent. Un dwenn sie Pleite sind - aber erst dann - werden sie verstaatlicht und dann als Staatsbank weitergeführt und nicht mehr privatisiert!

  • Was soll dieser tägliche Mist hier zu posten.? Ist das nicht ein Alibiventil für diese Ganovenbande. Anstatt die Bande immer und immer wieder anzuprangern müsste man sich eigentlich überlegen was kann man tun um diesen Irrsinn zu beenden!
    Macht euch lieber mal Gedanken was nach der nächsten Wahl passiert wenn die anderen Narren drankommen.
    Wir werden einfach zug um zug weiter verkauft , sonst eigentlich nichts neues im Westen!

  • Was sind denn bitte 200 Mrd. Euro?
    Peanuts!
    Das schmeißen wir den Banken hinterher dann sind wieder alle zufrieden und schreien nicht mehr auf.
    Braucht jemand noch mehr Geld? Gibt´s in Deutschland!

  • Na gut, dann soll doch das Geld aus der Druckerpresse kommen und anteilig in die betreffenden Staaten fließen. Der Bund steigt dann treuhändlerisch für die Bürger als Anteilseigner ein und sichert mit den Erträgen die Renten und Pensionen.

  • Auch wenn ich's nicht gern sage, aber Ackermann hat teilweise Recht. Anleihen zum Marktpreis zu bilanzieren macht keinen Sinn, wenn man diese bis zum Laufzeitende hält. Der Marktpreis hat in diesem Fall nämlich keinen Einfluss auf Gewinn/Verlust. Nur wenn ein vorzeitiger Verkauf geplant wäre (z.B. Griechenlandanleihe an EFSF mit Abschlag), dann sollte man dies auch so bilanzieren.

    Natürlich ändert das gar nichts an dem Risiko von Staatspleiten. Und die werden kommen. Aber wie will eine Deutsche Bank mit 97% Fremdkapital jemals so eine Staatspleite überstehen? Jeder weiß doch dass es aussichtslos ist sich mit höherem Eigenkapital vor größeren Staatspleiten zu schützen.

    Ein dicker Schneeanzug schützt eben nicht vor der Lawine.

  • Genau! Die Wirtschaft liegt tot am Boden, die Merkel obendrauf, noch ruckel sie, noch zuckelt sie, wahrscheinlich stirbt sie auch.

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