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Europa in der Krise Ex-Fed-Chef warnt vor Kollaps der Euro-Zone

Die Nervosität an den Märkten infolge der Euro-Schuldenkrise setzt die Politik unter Handlungsdruck. Doch sie tut sich schwer, die Probleme zu lösen. Ex-US-Notenbankchef Volcker warnt schon vor einem Scheitern des Euro.
14.07.2011 - 19:08 Uhr 68 Kommentare
Paul Volcker. Quelle: ap

Paul Volcker.

(Foto: ap)

Berlin Die europäischen Regierungen stünden am Scheideweg. „Wenn sie den Euro behalten wollen, dann müssen sie ihn jetzt stärken", sagte Paul Volcker dem Handelsblatt. Es gebe jetzt nur noch zwei Wege für die Regierungen der Eurostaaten. „Entweder man stärkt in Europa die Haushaltsdisziplin, und man stärkt die Institutionen, die dies überwachen, oder man akzeptiert, dass der Euro auseinander bricht“ sagte er.

Der 83-Jährige war bis Februar oberster Finanzberater von US-Präsident Barack Obama. Von ihm stammt die „Volcker-Regel“, die es als Konsequenz aus der Finanzkrise den US-Banken verbietet, weiter im lukrativen Eigenhandel mit hochspekulativen Produkten tätig zu sein. Volcker war in seiner langen Karriere auch für das US-Finanzministerium und für Banken tätig. Auch heute ist seine Expertise international gefragt.

Wie Europa hätten auch die USA ihr Schuldenproblem nicht im Griff, sagte Volcker. Die Situation sei dort vor allem deshalb gefährlich, weil der Konflikt zwischen den Demokraten und den Republikanern „ideologisch aufgeladen“ sei.  „Ich glaube aber, dass ganz am Ende der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt  und eine pragmatische Lösung gefunden wird“, ist er überzeugt.

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    Seine eigentliche Sorge gilt allerdings nach wie vor dem Finanzsystem, das die Ursache für alle Schuldenprobleme weltweit sei. „Die Reformen der G20 sind bis heute unvollständig geblieben“, sagte er. „Auch heute kann keine Regierung den Zusammenbruch eines großen weltweit vernetzten Instituts riskieren. Das ist das zugrunde liegende Problem aller Schuldenkrisen, das wir endlich lösen müssen.“

    Er beklagte, dass es den Lobbyisten des Bankensektors immer wieder gelinge, die neuen Regeln aufzuweichen und Regierungen gegeneinander auszuspielen. Das Ergebnis sei „ein Wettbewerb der Laxheit“. Volcker verlangte internationale Bilanz-Standards, eine harte Aufsicht über Wirtschaftsprüfer und Ratingagenturen sowie eine Eingrenzung spekulativer Geschäfte. Dass es nicht möglich sei, zwischen nützlichen Geschäften und reiner Spekulation zu unterscheiden, hält Volcker für eine Ausrede. Aufseher, die so argumentierten, seien als qualifizierte Manager nicht ernst zu nehmen, sagte er.

    Die Euro-Regierungen spielen derweil immer radikalere Vorschläge zur Rettung Griechenlands durch. Auch ein harter Schuldenschnitt, begleitet von Schritten, um besonders betroffenen Banken vor einem Absturz zu bewahren, wird inzwischen diskutiert. Allerdings: noch ist man in der Politik und der Finanzwelt im Euro-Währungsraum weit von einem gemeinsamen Nenner entfernt. Weder besteht Einigkeit, wie und in welchem Maße Banken, Versicherungen und Fonds zu neuen Griechenland-Hilfen beitragen sollen, noch ist klar, ob und wann ein Euro-Sondergipfel Nägel mit Köpfen macht.

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    68 Kommentare zu "Europa in der Krise: Ex-Fed-Chef warnt vor Kollaps der Euro-Zone"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Nur dass in diesem Fall der Putsch von den Politikern ausgeht.
      D.h., die Politik putscht gegen ihr eigenes Volk
      Denn es wird doch schon längere Zeit nach Gutsherrenart regiert. Merkel hat doch das Parlament völlig ausgehebelt

    • Jetzt eine eigene europäische EUdSSR-Ratingagentur zu gründen, die südeuropäische Staatsanleihen besser beurteilt, würde nichts bringen. Niemand würde sich daran halten.

      Außer die Bad Bank EZB - nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebst es sich völlig ungeniert.

      Wenn wir uns darüber beschweren, dass die Amis ihre Staatsanleihen zu gut bewerten, dann sollten wir nicht den gleichen Fehler machen und eine EUdSSR-Ratingagentur gründen, die PIGS-Anleihen zu gut bewertet.

      Mir müssen mit offenen Karten spielen und die privaten Gläubiger (Banken) müssen die Suppe auslöffeln, die sie sich selbst eingebrockt haben. Strafe muss sein.

      Was ich von den lächerlichen Chaos-Argumenten der Bankenlobby halte, habe ich hier bereits geschrieben.

    • Gibt es auch noch weitere interessante Kommentare zu dem eigentlichen Artikel oder nur noch diese "Privatfehdekommentare" von und gegen user "daytrader". Come on Jungs/Mädels fokussieren wir uns wieder auf das Eigentliche, nämlich den Artikel.....

    • daytrading ist nur ein abfallprodukt, damit mein gold sich nicht langweilt. aber ich kann auch sehr gut davon leben.

    • Über 90% der Daytrader sind binnen 1-2 Jahren pleite.

      Ich hoffe inständig das Du dazugehörst und dann gesellschaftlich kostenneutral verhungerst.

    • Irgendwie habe ich immer das Gefühl bei solchen Aussagen die von amerikanischen Finanzexperten gegeben werden, das Europa der kleine Sohn/die Tochter sind die vom grossen Papa/Mama Amerika immer wieder gesagt bekommen was wir alles falsch machen und wie es richtig geht. Auch Mamas/Papas irren mal bzw. versuchen nur von ihrer eigenen Unzulänglichkeiten und Problemen abzulenken. Dies wird dann noch unterstützt durch den Onkel/Tante Ratingagenturen, die ja auch von Mama/Papa instruiert sind uns die Leviten zu lesen (wer fällt als Onkel/Tante schon den Eltern in den Rücken) Leider fallen wir in Europa immer wieder darauf rein uns alles schlecht reden zu lassen wenn das grosse Amerika nur von seinen eigenen Problemen ablenkt. Ja, wir haben ein finanzproblem in Europa, aber auch die Amerikaner haben das in gleichem Maße. Nur das die Amerikaner mal einfach flugs die Schuldengrenze mal wieder nach oben schrauben werden, die Gelddruckmaschine bereits angeworfen haben, etc. es wird langsam Zeit das die US-Ratingagenturen es verboten bekommen Staaten zu bewerten bzw. wenn man das nicht verbieten kann muss es eben eine Europa Ratingagentr geben, die auch objektiv nach innen Europa bzw. europäische Länder bewerten soll aber auch die USA. Damit wrde es wieder fair zugehen und jeder würde dann erstmal vor seiner eigenen Haustür kehren.....so sollte es egentlich sein....

    • daytrader
      du armes würstchen!
      du wärst gerne ein dt, aber mit sicherheit kann man bei dir feststellen, dass du ein loooooser bist, der weder steuern zahlt noch harzer finanziert!

    • Auch wenn daytrade nur ein armes Menschlein ist,immer wieder nett ihn zu treffen mit seiner entlarvenden Dummdreistigkeit.Hatte heute bestimmt einen schlechten Tag und nicht sein gewohntes Quantum bekommen.

    • Hallo daytrader,
      kannst Du Dir vorstellen, dass es im 19. Jahrhundert eine Gold-gedeckte Währung gab, die keinen Schwankungen unterworfen war und für eine prosperierende Wirtschaft gesorgt hat ? Nein ? Und doch ist es wahr. Die FED in den USA ist in Wahrheit der 3. Versuch im Jahre 1913 gewesen, eine Währung ohne jede Deckung zu schaffen. Der 2. Versuch im Jahre 1873 hat sogar die Wahlen in den USA beinflußt. Ich finde, das solltest Du wissen, denn nur ein erfolgreicher daytrader überlebt. Bist Du immer erfolgreich ? Du surfst auf einem Zinssystem, das durch den Zinseszinseffekt darauf aus ist, alle Resourcen dieser Erde zu vertilgen. Der Zins ist eine Exponentialfunktion. Das können Menschen mit linearer Arbeitskraft in einer linear wachsenden Wirtschaftsleistung irgendwann nicht mehr bedienen. So kann es sein, dass ein 55jähriger Wissenschaftler vielleicht arbeitslos wird und nach 1 Jahr Hartz-IV beantragen muss. Ist Dir das klar ? "From the sharks in the penthouse to the rats in the basement it's not that far'.

    • Jetzt habe ich ihn vergrault. Die Wahrheit hält er nicht aus .......

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