Europa-Kolumne Zähne zeigen: Europa setzt zum ökonomischen Gegenschlag an
Jede Woche analysiert Moritz Koch, Leiter des Handelsblatt-Büros in Brüssel, im Wechsel mit anderen Brüsseler Korrespondenten Trends und Konflikte, Regulierungsvorhaben und Strategiekonzepte aus dem Innenleben der EU. Denn wer sich für Wirtschaft interessiert, muss wissen, was in Brüssel läuft. Sie erreichen ihn unter: [email protected]
Wirtschaftssanktionen sind eine europäische Erfindung, ihre Geschichte beginnt, wie so vieles, im antiken Griechenland. Per Dekret verfügte der athenische Herrscher Perikles, Händler der abtrünnigen Stadt Megara von den Märkten seines Reiches auszusperren, auch die Häfen des attischen Seebunds machten dicht. Ein Wirtschaftskollaps in Megara war die Folge.
An der Methode, ökonomische Verbindungen als Druckmittel zu instrumentalisieren, hat sich bis heute wenig geändert. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Amerikaner oder Chinesen neue Sanktionen verkünden. Auch die Europäer verhängen immer wieder Wirtschaftsstrafen, erst am Montag diskutierten die EU-Außenminister über neue Maßnahmen gegen Russland.
Zugleich aber stellen die EU-Staaten fest, dass sie zunehmend selbst zum Ziel von Sanktionen werden – und dagegen ziemlich wehrlos sind. Empörtes Pochen auf das Völkerrecht nützt wenig, das hat spätestens die Trump-Ära gezeigt.
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