Europa-Studie Über ein Drittel der Deutschen will Euro-Austritt

Gut jeder Dritte in Deutschland will laut einer Umfrage einen Austritt aus dem Euro. Auch in anderen Staaten ist das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung und die Brüsseler Institutionen erschüttert.
19 Kommentare
Die EU-Institutionen haben bei ihren Bürgern an Vertrauen verloren. Quelle: AFP
Verbrannte Fahne in Athen

Die EU-Institutionen haben bei ihren Bürgern an Vertrauen verloren.

(Foto: AFP)

RomGut jeder Dritte in Deutschland will laut einer Umfrage einen Austritt aus dem Euro. 36,8 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass der Euro „nur Komplikationen“ gebracht habe und abgeschafft werden solle. Nur 13 Prozent waren der Meinung, dass der Euro nur Vorteile gebracht hat. Das ergab eine Umfrage italienischer Meinungsforschungsinstitute in sechs EU-Ländern, deren Ergebnis am Mittwoch von der Zeitung „La Repubblica“ veröffentlicht wurde.

In den anderen Ländern sprachen sich zwar weniger Menschen gegen den Euro aus. Aber in Italien waren es immerhin noch 30,8 Prozent, in Spanien 24 Prozent und in Frankreich 22,7 Prozent.

Generell schwindet das Vertrauen in Europa laut der Studie. Während in Deutschland noch etwa die Hälfte der Befragten (53,4 Prozent) angab, den EU-Institutionen zu vertrauen, sind es in anderen Ländern weit weniger. In Italien glauben zum Beispiel nur 27,4 Prozent der Befragten an Europa, in Großbritannien sind es 28 Prozent.

Zudem fragten die Meinungsforscher in Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Frankreich und Polen nach der Einstellung zum Islam. Das Ergebnis fällt äußerst negativ aus. So geben mehr als 75 Prozent in Deutschland an, ein schlechtes Bild vom Islam zu haben - das ist der höchste Wert in allen befragten Ländern. In Großbritannien sagen das zum Beispiel nur rund 38 Prozent, in Frankreich etwa 37 Prozent.

Für die repräsentative Studie hatten die Institute Demos&Pi und Osservatore di Pavia im Auftrag der Stiftung Unipolis zwischen dem 12. und dem 23. Januar jeweils 1000 Menschen in sechs EU-Ländern befragt.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Europa-Studie - Über ein Drittel der Deutschen will Euro-Austritt

19 Kommentare zu "Europa-Studie: Über ein Drittel der Deutschen will Euro-Austritt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Merkwürdigerweise hört man so garnichts von den europäischen Staaten ohne Euro. Die versinken sicher im Elend da sie doch die vielen Vorteile die der Euro bietet nicht haben. Sind sicher alle längst bankrott. Apropos Bankrott: Ich denke oft an den Staatsbankrott Russlands 1998. Wenn ich noch an den Hungerwinter danach in Europa denke.... Allein die Sensationsmeldung dazu in den Nachrichten um 20:15 Uhr: Russland hat sich für zahlungsunfähig erklärt. Wir kommen zum Sport.... Spässle beiseite: Alle mal die Hand heben, die den Euro wollten! ..... Danke!

  • Der Stammtisch ist seit Jahren kompetenter als das Abnicker-Parlament.
    Nicht eines der täglich im HB beschriebenen Probleme würde mit dem Stammtisch-Parlament bestehen. Es ist auch nicht möglich die Stammtische geräuschlos zu bestechen.

  • Es sind wesentlich mehr Deutsche gegen den Euro, den mich hat man bisher nicht gefragt.:-)

  • Es sind wesentlich mehr Deutsche gegen den Euro, den mich hat man bisher nicht gefragt.:-)

  • Ich weis nicht, ob Sie sich erinnern können wie es war als wir noch unsere Landeswährung hatten. Ich schon. Jedes Geschäft, dass heute mehr oder weniger Problemlos über die Bühne geht, war damals ein Spiel mit Währungsrisiken, Zöllen, Einfuhrbeschränkungen und einer überbordenden Bürokratie. Für viele kleine Unternehmen war das immer eine Hemmnis, dass es auch heute noch ist, wenn man die Schweiz als Geschäftspartner hat.

    Abgesehen davon, empfinde ich es auch als Erleichterung, mal eben so in ein EU-Land zu fahren und nicht ständig von Landeswährung in Fremdwährung umrechnen zu müssen und haufenweise verschiedene Fremdwährungen horten zu müssen, weil sich ein Umtausch nicht lohnt. Also ich ich finde den Euro schon bequem und nützlich.

  • Leider basiert die Meinung vieler Bürger auch unseres Landes zu welchen Thema auch immer auf Halb- und sogar Unwissen. Vor einer Anhörung von Wünschen der Bevölkerung steht eine allumfassende Aufklärung der Menschen, damit eine fundierte Meinungsbildung möglich wird. Solange dies nicht erfolgt, besteht die Gefahr Stammtischparolen Gehör zu schenken, die zu nichts Gutem führen (siehe PEGIDA). Daher sollten wir von unseren Politikern in aller ersten Linie eben diese Aufklärung fordern. Ansonsten ist die Demokratie nur eine Farce.

  • Aber jetzt Butter zu den Fischen.

  • "Das Gerüst das die EU zusammen hält besteht aus Euros und der Gegenseitigen Abhängigkeit." Ich denke, dass Sie hier irren und bald genaueres von den griechischen Politikern erfahren werden. Der Zusammenhalt könnte durchaus anders begründet sein.

  • Das Problem ist: Während 75 % den Islam ablehnen, wirbt Claudia für mehr Willkommenskultur und die SPD will mehr Einwanderung aus dem nahen Osten. Dabei müsste eine dem Bürgerwillen verpflichtete Politik vielleicht eher die Einwanderung begrenzen.

    Und beim Euro: Ein Drittel lehnt ihn inzwischen ab, das ist - so fair muss man sein - bei weitem nicht die Mehrheit. Aber auch eine ein-drittel-große Minderheit braucht eine Vertretung im Parlament und ihre Wünsche/Ängste dürfen nicht überhört werden.

  • Schon einmal in den Spiegel geschaut und sich gefragt, wer Sie anschaut? War das nicht Herr Pofalla, der sich sagte, dass er seine Fresse nicht mehr sehen kann?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%