Europäische Investitionsbank EU-Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit unzureichend

Werner Hoyer fordert mehr Gelder für den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Arbeitsministerin von der Leyen ignoriert den Vorschlag des Chefs der Europäischen Investitionsbank bei einer Diskussionsrunde.
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Jugendliche in Madrid: „Wir brauchen mehr Größe und mehr Tempo“. Quelle: dpa

Jugendliche in Madrid: „Wir brauchen mehr Größe und mehr Tempo“.

(Foto: dpa)

ParisDer Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) Werner Hoyer hat sich kritisch über die EU-Initiative zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit geäußert. Bei einer Diskussion des „Berggruen Institute on Governance“ in Paris sagte Hoyer, die „Möglichkeiten der EIB, Lösungen anzubieten, werden völlig überschätzt.“

Die EU-Initiative, die erst in Umrissen feststeht, sieht die Vergabe von sechs Milliarden Euro im Laufe von sieben Jahren vor. Pro arbeitslosem Jugendlichen und Jahr sind das 142 Euro. Hoyer forderte: „Wir brauchen mehr Größe und mehr Tempo“. Wenn tatsächlich das Programm erst 2014 starte und dann über sieben Jahre gestreckt werde, „verwässert das seine Glaubwürdigkeit.“

Der deutsche EIB-Präsident und frühere FDP-Politiker regte dringend an, zum Start hin mehr Mittel zu vergeben und gleichzeitig die bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten, die besagten sechs Milliarden Euro, zu hebeln, um insgesamt mehr Schlagkraft zu erreichen. Die ebenfalls an der Diskussion teilnehmende Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gab keine direkte Antwort auf die Frage, ob die Bundesregierung bereit sei, den Finanzrahmen zu erweitern.

Sie verwies darauf, dass die EIB ja nach der Kapitalerhöhung zusätzliche Kredite im Umfang von 70 bis 80 Milliarden Euro vergeben könne und es außerdem noch „16 Milliarden an nicht ausgeschöpften Resten aus europäischen Strukturfondsmitteln“ gebe, die man auch zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit einsetzen könne. Der Vorteil für die Krisenstaaten sei, dass die ursprünglich geltende nationale Kofinanzierung mittlerweile auf „nahe Null gesenkt“ worden sei.

Den Einwand, dass diese Gelder bereits mehrfach für diverse andere Projekte ins Auge gefasst wurden, ließ sie nicht gelten. Von der Leyen deutete an, dass die Bundesregierung über eine „Brückenfinanzierung“ nachdenke, damit die Finanzmittel schneller mobilisiert werden können. Am Dienstag wollen Frankreich und Deutschland im Rahmen der Berggruen-Konferenz ihre eigenen Vorstellungen zur EU-Finanzierung der besseren Ausbildung und Beschäftigung von Jugendlichen vorstellen. (...)

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10 Kommentare zu "Europäische Investitionsbank: EU-Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit unzureichend"

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  • wenn es denn so einfach wäre, mit ein paar milliarden oder weniger die jugendarbeitslosigkeit zu beseitigen, selbst in deutschland wäre es ohne die demographisch bedingte lücke schwierig. es handelt sich doch auch um eine strukturell bedingte arbeitslosigkeit, für die die jeweiligen staaten selbst verantwortlich sind und nicht der deutsche steuerzahler, denn man kann wohl davon ausgehen, dass diese kredite irgendwann erlassen werden. schäuble wie auch die gesamte merkel-regierung sollten sich fragen, wer sie gewählt hat, ganz sicher nicht der spanische wähler. meine solidarität geht angesichts der bescheidenen finanziellen perspektiven der heutigen mitfünfziger nicht so weit, dass mit steuermitteln ausländische unternehmen unterstützt werden, deren nutzen für unser gemeinwesen nicht nachweisbar ist.

  • Nicht nur Sie, "Wahrheit" verstehen kein FRANK-Wort. In seinen Skizzen kann man so richtig die engen Zimmerwände des Extratraktes der Psychiatrie und deren Wirkung auf das Subjekt erkennen. Bei Ausgang hämmert "FRANK" großlettrig in die Tasten, ohne jede Wirkung zu erzielen.

  • Danke an HB Online für einen halben Artikel.

    Schönen Tag noch.

  • @ Frank3 - ich versteh´ kein Wort

  • Wer hätte gedacht,das die uns alle ihre Sprößlinge aufhalsen.

  • FDP
    6 Milliarden oder mehr und hebeln

    CDU
    EIB nach der Kapitalerhöhung 70 bis 80 Milliarden - woher kommen die?
    16 Milliarden aus Strukturfondsmittel, die schon mehrfach vergeben wurden.
    Am genialsten ist die neue Wortschöpfung „Brückenfinanzierung“ der von der Leyen

    Respekt! Das ist ein guter Weg

  • Mich wundert nur, mit welcher Gelassenheit diese sog. "Entscheider" in der Politik entscheiden dürfen, dass anderen (den Steuerzahlern in Deutsch(doof)land) in die Tasche gegriffen wird. Zitat: "Hoyer forderte: „Wir brauchen mehr Größe und mehr Tempo“" Ja! Herr Hoyer, z.B. dabei, dass Sie - als wahrscheinlich ebenfalls steuerbefreiter Angestellter einer EU Einrichtung - Einkommensteuern zahlen. Damit wäre einigen arbeitslosen Jugendlichen dann schon geholfen. Wenn dann alle übrigen Eurokraten noch mitmachen würden - die zahlen ja ebenfalls keine Einkommensteuer - wäre ein großer Teil des Problems vielleicht gelöst. Nur mal so zum Nachdenken und vor dem Griff in die Tasche anderer ...

  • Dieser Schwachmat schwurbelt gequirlten Blödsinn. Um zu beurteilen, ob die Mittel ausreichend sind, müsste man erstmal ein Konzept haben, wie man dem Problem beikommen will. Hier ist aber weit und breit nichts zu erkennen.

  • Offenbar sehen diese in der Politik beheimateten Deppen, einen Lehrling als Hof-Auffeger oder Kaffee-Holer. Welch Aufwand es ist, einen Lehrling ordentlich auszubilden, ist denen voellig fremd. Dass man Verantwortung fuer junge Menschen hat und Ausbildung nur in einer funktionierenden Firma geht, abgesehen von den Kosten, dass ein Folge-Job da sein muss, alles denen unbekannt.

  • .........die besagten sechs Milliarden Euro, zu hebeln, um insgesamt mehr Schlagkraft zu erreichen.
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    Schlagkraft hatten die Bankrotteure in den letzten 10 Jahren en masse - sonst hätten sie sich doch nicht bis über die Hutschnur verschuldet. Was haben sie mit den vielen, vielen, vielen Milliarden angefangen? Das muss doch eine enorme Schlagkraft erzeugt haben. Leider nicht nachhaltig! Und jetzt sollen sie schon wieder mit Schlagkraft versehen werden, ..... und wieder alles (buchstäblich!) in den Sand setzen? Auch wieder auf unsere Kosten? Macht nur weiter so, dann wird dem Euro ein Bärendienst erwiesen, ihr beschert ihm den Garaus (was auch sicher das Beste wäre ... für alle!)!

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