Europäische Union Agrarreform ist beschlossene Sache

Das Riesenprojekt EU-Agrarreform steht vor dem Abschluss: Das Europaparlament und die EU-Staaten haben letzte Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt. Damit gibt es wohl bald Gewissheit für die Bauern.
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Traktor mit Heuballen: EU-Staaten und Europaparlament haben sich bei der Agrarreform geeinigt. Quelle: dpa

Traktor mit Heuballen: EU-Staaten und Europaparlament haben sich bei der Agrarreform geeinigt.

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BrüsselUnterhändler von Europaparlament und EU-Staaten haben sich in den letzten umstrittenen Punkten der EU-Agrarreform geeinigt. Das teilten die EU-Kommission und der Rat am Dienstagabend in Brüssel mit. Ausgehandelt ist nun zum Beispiel, dass große Höfe weniger EU-Gelder erhalten sollen. Deutschland könnte allerdings ein anderes Modell anwenden, das besonders kleinen Betrieben nützen soll. Das Europaparlament und die EU-Staaten müssen das Verhandlungsergebnis noch absegnen.

Statt bei den Großen zu kürzen, will Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) lieber allen Höfen die gleiche Extraförderung auf einen Anteil ihres Grund und Bodens gewähren. Ein Konzeptpapier Aigners sieht eine Zusatzförderung für die ersten 30 Hektar vor. Der nun gefundene Kompromiss erlaubt eine solche Regelung.

Andernorts in Europa müssen landwirtschaftliche Großbetriebe mit Kürzungen von mindestens fünf Prozent bei EU-Direktzahlungen von mehr als 150 000 Euro oder mehr pro Jahr rechnen. Die Direktzahlungen machen den Großteil der EU-Agrargelder aus. Das EU-Parlament hatte eigentlich weitere Kürzungen ab Summen von 300 000 Euro erreichen wollen.

Die EU-Staaten sind den Abgeordneten jedoch an anderer Stelle entgegengekommen: So kann die EU einen höheren Anteil bei der Finanzierung von Projekten für die ländliche Entwicklung in besonders strukturschwachen Gebieten übernehmen – in der Regel bis zu 85 Prozent. Die EU-Staaten hatten eigentlich 10 Prozent weniger gewähren wollen. Nutznießer sind zum Beispiel kleine Inseln in der Ägäis oder entlegene Gebiete wie die französische Karibikinsel Guadeloupe. Die EU-Landwirtschaftsminister hatten den Kompromiss bei ihrem Treffen am Vortag vorbereitet.

Beide Seiten hatten sich zwar bereits im Juni grundsätzlich auf die Reform verständigt, die Entscheidung über offene Details aber noch vertagt. Nächste Woche soll der EU-Agrarausschuss die Einigung absegnen, bevor voraussichtlich im November das Plenum des Parlaments abstimmt. Der Druck für ein Ja ist aber groß: Denn wenn die Parlamentarier gegen den Kompromiss stimmen, könnte sich die Reform nochmals um Monate verzögern. Auch die EU-Staaten werden wohl im November abstimmen.

Mit der Reform verteilt die EU ihre Agrarmilliarden bis zum Jahr 2020 neu. So sollen Bauern zum Beispiel mehr für die Umwelt tun. Allein im laufenden Jahr sind knapp 40 Prozent des 130 Milliarden Euro umfassenden EU-Haushalts für die Landwirtschaft vorgesehen.

  • dpa
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7 Kommentare zu "Europäische Union: Agrarreform ist beschlossene Sache"

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  • Eine Reform der Reformen und niemand versteht es. Gießkannenprinzip wohin? Wer bezahlt dies alles und wer ist der Nutznießer? Wo bleibt die vernünftige Erklärung für den Bürger? Reiben sich die Agrarlobbyisten und Großgrundbesitzer die Hände? Wer profitiert wirklich, mit Sicherheit nicht der Verbraucher. Alles ökonomischer und ökologischer Unsinn.Wer rettet uns vor der "Allherschenden" EU und deren inkompetenten Kommissaren?

  • Die Lobbyisten werden erst dann verschwinden, wenn sie vor dem Volkszorn flüchten müssen. Das erkennt man doch in Deutschland, wenn es um Anti-Korruptionsgesetze geht. Da sind sich die etablierten Parteien einig in der Ablehnung - Beibehaltung eines Rechtsstatus, wie er in nur Schurkenstaaten üblich ist.

  • Einfach zuwider, diese Machenschaften !

    Ja, die Bezeichnung MAFIA trifft zu !

  • Hier von "Reform" zu reden ist eine weiter Verhöhnung der
    Steuerzahler, die von der ERSTEN Grünen Mafia, nämlich der
    Großagrarier und Großernährungs-Produzenten, weiterhin un-
    verschämt zur Kasse gebeten werden.

    Die ZWEITE Grüne Mafia beherrscht den zunehmend wachsenden staats-sozialistisch organisierten Bereich der Energie-
    produktion und -verteilung.

    Beide Mafia-Arme bilden eine zunehmende Verbindung über
    die Scheunendächer für die Photovoltaik, über die Acker-
    flächen für die Windräder (ca.30.000€ Pacht) und über die großflächigen Raps-Monokulturen zur "Fütterung" der Bio-
    gasanlagen.

    Milliarden versickern, was immer die Folge staatsbürokra-
    tisch organisierter Subventionen ist. Herden von gutbezahl-
    ten Bürokraten und Lobbyisten werden gut durchgefüttert.

    Selbstredend, daß diese steuergelder abgreifenden Gruppen "staatstragende" Parteien wählen und "Subventions-Europa"
    gar nicht groß genug werden kann!

    Diese, neben dem Gesundheitssektor, ständig wachsenden
    quasi-sozialistischen Teilbereiche unserer Wirtschaft und Gesellschaft formen den Merkel'schen "Sozialismus Light"
    der SED.

  • das problem ist
    dass alle das gleiche geld erhalten sollen (Gieskanne)
    egal was sie produzieren
    ob lebensmittel mit ökoanspruch ohne kunstdünger und pestiziede
    oder kulturen für biospritt
    die nocheinmal subventioniert werden
    wo pestiziede und kunstdünger der kulturpflanze nicht schaden
    wohl aber dem grund und flusswasser ..........

  • 130 Mrd pro Jahr für die Bauern sind ein absoluter Skandal. Warum investieren wir dieses Geld nicht in Ausbildung und in unsere Kinder?

  • Das klingt ja ganz gut. Zurück zum handwerklichen Produkt? Wo ist der Haken?

    Wie würde sich aber dann die am Horizont lauernde Öffnung der EU für den GEN-Manipulierten Dreck aus den USA von Monsanto und Co. auf die EU-Landwirtschaft auswirken?

    Wie kann eine nicht geschützte halbwegs traditionell arbeitende europäische Landwirtschaft mit der industriellen US-Landwirtschaft und ihren gigantischen Monokulturen mithalten?

    http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Freihandelsabkommen-Die-USA-haben-ein-voellig-anderes-Verstaendnis-von-der-Landwirtschaft-1195370.html

    Ich traue der EU-Administration nicht über den Weg.

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