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Karlspreis

Kanzlerin Angela Merkel hat in Aachen die Laudatio auf den Preisträger Emmanuel Macron gehalten.

(Foto: dpa)

Europäische Union Macron drängt auf Reformen und beklagt deutschen Fetischismus für Budgetüberschüsse

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat zu höheren EU-Ausgaben aufgerufen. Deutschland wirft er einen „Fetischismus“ für Budget- und Handelsüberschüsse vor.
7 Kommentare

AachenFrankreichs Präsident Emmanuel Macron drängt die EU und Deutschland zu energischen und schnellen Reformschritten. Es gehe darum, Europas Souveränität zu behaupten und nicht nur Entscheidungen anderer Mächte „zu erleiden“, sagte Macron bei der Entgegennahme des Karlspreises am Donnerstag in Aachen.

Europa dürfe sich nicht spalten lassen, die EU müsse jetzt handeln und dürfe mit Reformen nicht warten. „Spaltung führt zu Lähmung“, warnte Macron. Die EU-Staaten dürften zudem Verletzungen der Rechtsstaatsprinzipien nicht hinnehmen, sondern müssten ihre gemeinsame kulturelle Identität offensiv betonen.

Die Europäer müssten zudem mutiger sein und „über ihren Schatten springen“, sagte Macron und verwies darauf, dass dies eine gemeinsame Herausforderung sowohl für Frankreich wie für Deutschland sei.

Frankreich müsse deshalb etwa eine Änderung der EU-Verträge und die Stärkung der Regeln in der EU akzeptieren, damit weniger öffentliches Geld ausgegeben werde. „Aber analog dazu kann es in Deutschland auch keinen Fetisch geben, der Haushalts- und Handelsüberschuss heißt. Denn das geht immer auf Kosten anderer.“

Macron verteidigte zudem seinen Vorschlag, ein eigenes Euro-Zonen-Budget aufzustellen, das für Investitionen in der Währungsunion sorgen solle. Man müsse die Solidarität in der EU und der Euro-Zone stärken, sagte der Präsident, ohne konkreter zu werden.

Seine Gebote für Europa verbreitete Macron nach seiner Rede via Twitter.

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7 Kommentare zu "Europäische Union: Macron drängt auf Reformen und beklagt deutschen Fetischismus für Budgetüberschüsse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Deutschland wirft er einen „Fetischismus“ für Budget- und Handelsüberschüsse vor. "

    Dazu gibt es eine ganz einfache Lösung: Deutschland kehrt zur DM zurück.
    Es freuen sich in der Folge: der deutsche Michel (beinharte kaufkräftige Währung), Macron UND The Donald (beinharter Exportvorteil der BRD durch weichgedruckte Euro-Lira ist weg).
    Mit Sicherheit behandelt man dann auch in den USA die deutschen Exportunternehmen zukünftig ein klein wenig "milder". ;-)

  • Herr Ma-Con hätte das unter Ludwig XIV und dann wiederum von Clemenceau 1918 geraubte deutsche Elsass-Lothringen an Deutschland zurückgeben können.
    Das wäre wahres Europäertum gewesen statt hohle EU-Phrasen zu dreschen.

  • Plumper kann man ja wohl nicht mehr demonstrieren, dass man seinen Nachbarn eigentlich nur ausnehmen will.

  • Herr Pier, geben ihnen zu 100 % Recht !
    Wenn Staatenlenker innenpolitisch unter Druck stehen, suchen sie Ihr Heil in der Ferne...

  • Wenn Eu Recht nicht über nationales Recht stehen würde, gäbe es keine 2 jährige Produckthaftung... auch in vielen anderen Dingen wie Mobilfunk und Preisabsprachen hat die EU den großen Konzernen auf die Finger gehauen !! Zum Schutz der verbraucher.
    Also bitte, nicht alles was die Eu regelt verteufeln.

    Wenn einzelne Länder sich nicht an ihre einmal unterschriebenen Vertäge halten ( wollen), ist das eine völlig Andere Sache !!
    Für mich gilt die wichtigste vereinbarte Regel: JEDER HAFTET FÜR SICH SELBST !!
    Meines Wissens möchte die EU das nicht ändern, aber einzelne MITGLIEDSSTAATEN...

  • All das was Herr Macron vorschlägt, ist eloquent vorgetragen und mit grossem Pathos versehen. Zielt aber nur in eine Richtung. Deutschland muss mehr zahlen. Den Haushaltsüberschuss als fetish zu bezeichnen ist fast schon pervers. Herr Macron geht es weniger um Europa als viel mehr um Frankreich. Das ist verständlich für einen französischen Präsidenten. Der hohe Haushaltsüberschuss ist eine logische Folge der Zins- und Währungspolitik der EZB. Der Euro kann nicht für alle Länder funktionieren, weil die Euro-Länder sehr sehr unterschiedliche Auffassungen über eine solide Finanz- und Wirtschaftspolitik haben. Diese Unterschiede sind auch kulturell begründet und können und sollten gar nicht harmonsiert werden, weil die Völker Europas Gott sei Dank unterschiedliche Kulturen haben, die gerade in Ihrer Unterschiedlichkeit sehr sympathisch sind. Diskutiert werden muss, wo die klar abgesteckten Grenzen der Kompetenzen der EU sind. Die Eurozone muss reformiert werden und ein Ausscheiden muss möglich sein. Wenn der Euro zerbricht kann es sehr gut sein, daß dadurch die EU gestärkt wird. Weil alle erkennen, daß es vernünftige Grenzen der Aufgabe nationaler Kompetenzen gibt. Die vollkommen überdimensionierten EU Behörden führen ein Eigenleben und es geht den Bürokraten nicht mehr darum den Bürgern zu dienen, sondern nur noch darum ihre Macht zu vergrössern. Dies wird wenn es so weiter geht schlimm enden. Niemand will sehen und es wahr haben, daß in allen! Ländern die Menschen der EU zunehmend skeptisch gegenüberstehen. Diese Ignoranz gegenüber dem breiten Willen der Bevölkerung wird Folgen haben, sowie es immer Folgen gehabt hat, wenn die Mächtigen den Bürger nicht mehr kennen und seine Meinung ignorieren. Die Politiker in Nationen Europas sind aufgerufen die offene Diskussion über die Zukunft Europas im Dialog mit den Bürgern zu führen und am Ende die Bürger und nicht die von den Machtcliquen dominierten Parlamente, abstimmen zu lassen ob sie dem Ergebnis zustimmen. MfG EH

  • wie wäre es, wenn Herr Macron erst mal in seinem eigenen Land mit Reformen beginnt? Dann kann er auch seine Rechnungen selbst bezahlen.....